Kopfstücke selbst bauen: Material, Schablone, Bohrbild

26.03.2026 20:55
#1
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Hallo Modulbauer und alle, die es werden wollen,

weil die Frage bei jedem Treffen kommt, schreibe ich einmal auf, wie ich Kopfstücke baue. Das Kopfstück ist das Einzige am Modul, das wirklich genau sein muss. Dahinter darf jeder bauen, was er will.

Meine Eckdaten für H0, eingleisig, flaches Profil:

  • Material Birke-Multiplex 12 mm, kein Pappelsperrholz
  • Breite 500 mm, Höhe 100 mm
  • drei Bohrungen mit 12 mm Durchmesser für Schrauben M8 mit Flügelmuttern
  • Gleisachse genau in der Mitte, Gleis rechtwinklig zur Stirnfläche
  • Schienenoberkante 1,30 m über dem Fußboden

Ich habe mir eine Frässchablone aus 8 mm Hartfaser gemacht, mit der ich Umriss und Bohrungen in einem Arbeitsgang kopiere. Letzte Woche sind damit zehn Paare für unsere Modulgruppe entstanden, alle deckungsgleich.

Fragen gern hier rein.

Gruß, Micha

Module verbinden – Menschen auch.


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27.03.2026 19:11
#2
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Hallo Micha,

gute Zusammenfassung, vom Material bis zur Schablone würde ich alles genauso machen. Zwei Ergänzungen aus der Schreinerei:

Die Schnittkanten und die Bohrungen nach dem Fräsen mit verdünntem Klarlack versiegeln. Multiplex nimmt an den Kanten Feuchtigkeit auf, und in einer ungeheizten Halle quillt dir sonst das Bohrloch zu.

Und beim Verleimen mit den Seitenwangen das Kopfstück mit einem Anschlagwinkel ausrichten und über Nacht gespannt lassen. Ein Grad Schieflage merkt man am eigenen Modul nicht, aber über fünf Module steht das Arrangement einen halben Meter neben der Wand.

Schwarzwaldbahn in H0 · Kehrtunnel im Bau


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27.03.2026 20:03
#3
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Moin Micha,

ich habe keine Oberfräse, aber einen Drucker. Spricht etwas dagegen, eine Bohrschablone zu drucken, die ich an die Stirnseite klemme, und die Löcher dann mit der Bohrmaschine zu setzen? Den Umriss würde ich mit der Stichsäge schneiden und schleifen.

Gruß, Nils

Druckt, was es nicht zu kaufen gibt.


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04.04.2026 08:09
#4
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Moin Nils,

nichts spricht dagegen, wenn du zwei Dinge beachtest. Erstens: Setz in die gedruckte Schablone Bohrbuchsen aus Metall ein, zur Not kurze Stücke Messingrohr. Kunststoff leiert nach dem dritten Loch aus, und dann sitzt die Bohrung einen halben Millimeter daneben.

Zweitens: Richte die Schablone immer an der Oberkante und an der Mitte aus, nie an den Seiten. Die Oberkante ist die Bezugskante für die Gleishöhe, die Seiten dürfen ruhig einen Millimeter abweichen.

Und bohr mit einem Holzbohrer mit Zentrierspitze, der verläuft nicht.

Gruß, Micha

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04.04.2026 08:32
#5
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Hallo Micha,

sehr hilfreich, vielen Dank. Ich überlege, meine Regalsegmente irgendwann um ein richtiges Modul zu ergänzen. Gilt das Prinzip in Spur N genauso, nur mit kleineren Maßen? Und wie genau muss die Gleislage am Kopfstück sein? In N sind die Spurkränze ja winzig, da stelle ich mir jeden Zehntelmillimeter Versatz kritisch vor.

Spur N · Epoche IV/V · wenig Platz, viel Strecke


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19.04.2026 17:01
#6
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Hallo Nadine,

das Prinzip ist identisch, die Maße gibt die jeweilige Norm der Gruppe vor, mit der du fahren möchtest. Also vor dem Bauen fragen, nach welcher Norm dort gearbeitet wird, und genau diese Zeichnung nehmen.

Zur Genauigkeit: In N sollte der seitliche Versatz unter 0,2 mm bleiben, in der Höhe ebenso. Das klingt schlimmer, als es ist. Die Schienen enden bündig am Kopfstück und werden dort auf Messingschrauben oder kupferkaschierte Schwellen gelötet. Beim Aufbau schiebt man die Module mit der Hand aneinander, fühlt mit dem Fingernagel über den Stoß und zieht erst dann die Flügelmuttern an. Die 12er Bohrung für die 8er Schraube lässt genau das Spiel, das man dafür braucht.

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19.04.2026 21:02
#7
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Eine Ergänzung aus Planersicht, weil ich es bei Treffen immer wieder sehe: Die letzten 10 cm vor dem Kopfstück müssen gerade und waagerecht sein. Kein Bogen, keine Überhöhung, keine beginnende Steigung bis an die Kante.

Wer sein Modul mit einem Bogen bis ans Kopfstück plant, erzeugt am Übergang einen Knick, sobald das Nachbarmodul gerade weiterläuft. Die langen Wagen entgleisen dann zuverlässig genau an der Stelle, an der zwei Besitzer sich gegenseitig die Schuld geben können.

Gruß, Tom

Erst planen, dann sägen.


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