Belebte Häuser: Zufallslicht per Mikrocontroller für zwölf Zimmer

09.07.2026 16:34
#1
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Hallo zusammen,

in meiner Kleinstadt gingen bisher abends alle Fenster gleichzeitig an – sah aus wie ein Stromausfall rückwärts. Jetzt steuert ein kleiner Mikrocontroller zwölf Zimmer in drei Häusern einzeln.

Der Aufbau:

  • pro Zimmer eine warmweiße LED, an 5 V mit 1 kΩ Vorwiderstand, das sind rund 2 mA und hinter Gardinen völlig ausreichend
  • jedes Zimmer bekommt eine zufällige Einschaltzeit und eine Brenndauer zwischen 2 und 9 Minuten
  • das Bad brennt immer nur kurz, das Treppenhaus geht 40 Sekunden an, bevor oben ein Licht folgt
  • ein Ausgang flackert bläulich: der Fernseher im Wohnzimmer


Programmiert ist das ohne Wartebefehle, nur mit Zeitstempeln, damit alle Zimmer unabhängig voneinander laufen. Ein Eingang hängt am Nachtschalter der Anlage.

Wer hat Ideen für weitere Effekte?

Gruß, Andreas

Rot heißt Halt – auch im Hobbykeller.


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09.07.2026 17:00
#2
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Sehr schön gemacht. Zwei Anmerkungen aus der Nerd-Ecke:

Mit 2 mA pro LED bist du beim Gesamtstrom des Controllers auf der sicheren Seite. Wer 20 mA pro Ausgang zieht, ist nach wenigen Zimmern am Limit und braucht einen Treiberbaustein dazwischen.

Für die nächste Ausbaustufe würde ich adressierbare LEDs nehmen: ein Datenpin, beliebig viele Lichtpunkte, jede Farbe und Helligkeit einzeln einstellbar. Damit geht auch die Leuchtstoffröhre in der Küche: zwei-, dreimal kurz zucken, dann an, leicht kaltweiß.

Und füttere den Zufallsgenerator beim Start mit dem Rauschen eines offenen Analogeingangs. Sonst läuft jeden Abend exakt dasselbe „zufällige“ Programm ab.

Gruß, Dirk

CV 29 ist kein Hexenwerk.


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09.07.2026 17:48
#3
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Servus Andreas,

die schönste Steuerung hilft nix, wenn das Haus leuchtet wie ein Lampion. Vor dem Einbau die Wände innen erst schwarz streichen, dann hell drüber – oder gleich Alufolie hinterkleben.

Und jedes Zimmer braucht seinen eigenen Lichtkasten aus schwarzem Karton, sonst leuchtet das Bad das Schlafzimmer mit. Die Fugen an Dach und Bodenplatte dichte ich mit dick angerührter schwarzer Abtönfarbe ab, die bleibt elastisch und reißt nicht.

Servus, Hans

Schotter, Gras und Farbe – der Rest ist Geduld.


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10.07.2026 11:24
#4
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Lichtkästen drucke ich inzwischen: schwarzes Filament, 1 mm Wandstärke, jeder Kasten mit einem Clip für die LED und einem Schlitz, in den ich ein bedrucktes Stück Papier als Inneneinrichtung schiebe – Tapete, Bücherregal, Küchenzeile. Für ein Haus mit acht Fenstern sind das etwa 40 Minuten Druckzeit.

Der Vorteil gegenüber Karton: Die Kästen sind wirklich lichtdicht und lassen sich zum Tauschen einer LED herausziehen.

Nils

Druckt, was es nicht zu kaufen gibt.


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10.07.2026 12:05
#5
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Als Mechatronik-Azubi juckt es mich da sofort in den Fingern. Eine Frage: Warum keine Wartebefehle? In der Ausbildung haben wir die ersten Blinkprogramme genau damit geschrieben.

Anfänger mit großen Plänen


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10.07.2026 12:34
#6
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Weil ein Wartebefehl den ganzen Controller anhält, Ben. Während Zimmer 1 seine vier Minuten „wartet“, kann der Fernseher im Wohnzimmer nicht flackern.

Stattdessen merkt sich jedes Zimmer, wann es das nächste Mal schalten soll. Die Hauptschleife fragt nur reihum: Ist deine Zeit schon um? Wenn ja, umschalten und einen neuen Zeitpunkt würfeln, wenn nein, weiter zum nächsten. Das läuft tausende Male pro Sekunde durch, und alle zwölf Zimmer wirken gleichzeitig lebendig. Für ein Blinklicht ist der Wartebefehl in Ordnung, ab zwei unabhängigen Abläufen nicht mehr.

Dirk, der Tipp mit dem Analogeingang ist eingebaut. Hans: schuldig im Sinne der Anklage, das Rathaus leuchtet noch durch die Wände.

Gruß, Andreas

Rot heißt Halt – auch im Hobbykeller.


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10.07.2026 17:59
#7
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Noch ein Gedanke von der Foto-Seite: Mischt die Lichtfarben. Wenn alle Fenster im selben Warmweiß leuchten, sieht es nach Modell aus. Ein Zimmer etwas gelblicher (Stehlampe), die Küche kälter, im Kinderzimmer ein farbiger Lampenschirm aus einem Tropfen Glasmalfarbe auf der LED – schon wirkt die Straße bewohnt.

Und für Nachtaufnahmen mit langer Belichtungszeit ist es praktisch, wenn man per Taster alle Zimmer auf Dauerlicht stellen kann. Sonst geht mitten in der Belichtung das Wohnzimmer aus.

LG Lisa

Patina statt Plastikglanz.


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