Stellwerk bei Nacht – Diorama mit 14 LEDs und einem Mikrocontroller

09.07.2026 21:40
#1
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Hallo zusammen,

während andere im Sommer grillen, sitze ich im kühlen Keller an einem Nachtdiorama. Grundfläche 30 x 20 cm, H0, Epoche IV: ein gemauertes Fahrdienstleiterstellwerk an zwei Gleisen, davor ein Lichtsignal mit Vorsignal, daneben ein Lampenmast und ein Fernsprechkasten.

Der Reiz liegt im Licht. Verbaut werden 14 Leuchtdioden:

  • vier im Stellwerk (Bedienraum, Treppenhaus, Außenlampe über der Tür, Schreibtischlampe)
  • sechs im Signal mit Vorsignal
  • zwei im Lampenmast
  • zwei als Gleissperrsignal am Nebengleis

Ein kleiner Mikrocontroller soll einen Ablauf steuern: Signal zeigt Halt, wechselt nach einer Weile auf Fahrt, fällt zurück, dazwischen geht im Treppenhaus das Licht an und aus. Alles in einem geschlossenen schwarzen Kasten mit Sichtfenster.

Bevor ich programmiere: Wie sieht ein vorbildgerechter Ablauf aus?

Gruß, Andreas

Rot heißt Halt – auch im Hobbykeller.


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10.07.2026 21:13
#2
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Hallo Andreas,

schönes Projekt. Für den Signalteil würde ich diesen Zyklus nehmen:

1. Grundstellung: Hauptsignal zeigt Halt (rot), Vorsignal zeigt „Halt erwarten“ (zwei gelbe Lichter).
2. Fahrstraße wird eingestellt: Hauptsignal wechselt auf Fahrt (grün), das Vorsignal auf „Fahrt erwarten“ (zwei grüne).
3. Nach der Zugfahrt, bei dir also nach 20 bis 30 Sekunden, fällt das Hauptsignal auf Halt zurück, das Vorsignal folgt.

Wichtig für die Wirkung: Signallampen jener Zeit waren Glühlampen. Lass die LEDs also nicht hart umschalten, sondern über etwa 200 bis 300 Millisekunden ab- und aufblenden. Das eine Bild verlischt weich, während das andere aufglimmt. Dieser kleine Unterschied macht aus einer LED-Schaltung ein Signal.

Grüße, Susanne

Signale, Blöcke, Fahrstraßen – am liebsten am PC gestellt


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12.07.2026 00:28
#3
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Tach Andreas,

vom Mann, der nachts in so einem Kasten sitzt: Mach den Bedienraum nicht hell! Das ist der häufigste Fehler bei Stellwerksmodellen. Wer nachts auf die Gleise hinausschauen muss, hat innen nur gedämpftes Licht, sonst sieht er in der Scheibe bloß sich selbst. Hell ist allein die kleine Lampe über dem Zugmeldebuch, und die ist nach unten abgeschirmt.

Treppenhaus und Außenlampe dürfen normal hell sein. Und wenn du Details einbauen willst: Hebelbank, Blockkasten, ein Stuhl, der Fernsprecher an der Wand, auf dem Tisch eine Thermoskanne. Die Thermoskanne ist nicht verhandelbar. ;)

Gruß aus Köln, Uwe

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12.07.2026 08:49
#4
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Hallo Andreas,

zur Umsetzung im Controller ein paar Hinweise:

Das weiche Überblenden machst du per Pulsweitenmodulation. Wenn die Hardware nicht für alle 14 Ausgänge eigene PWM-Kanäle hat, reicht eine Software-PWM im Zeitraster von einer Millisekunde völlig aus. Rampe über 250 ms mit 25 Stufen, das Auge sieht keine Treppe.

Den Ablauf nicht mit festen Wartezeiten hintereinander programmieren, sondern als Zustandsautomaten mit Zeitstempeln. Dann kann das Treppenhauslicht unabhängig vom Signalzyklus laufen.

Und gib den Pausen einen Zufallsanteil, zum Beispiel 40 bis 90 Sekunden zwischen zwei Fahrten. Wenn sich alles exakt wiederholt, merkt der Betrachter nach der dritten Runde, dass es eine Schleife ist.

CV 29 ist kein Hexenwerk.


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12.07.2026 16:42
#5
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Vielen Dank, alle drei Hinweise sind eingebaut, und das Diorama läuft seit gestern im Dauertest.

Der Signalzyklus folgt Susannes Ablauf, das Überblenden dauert 250 ms und sieht tatsächlich nach Glühlampe aus. Dirks Zustandsautomat steuert Signal und Treppenhaus unabhängig, die Pausen sind zufällig zwischen 40 und 90 Sekunden.

Uwe, der Bedienraum ist jetzt fast dunkel. Die Raumbeleuchtung hängt an 10 kOhm und glimmt nur noch, die Lampe über dem Zugmeldebuch ist ein winziger warmweißer Punkt unter einem Schirm aus Alufolie. Und ja, auf dem Tisch steht eine Thermoskanne, gedreht aus einem Stück Gießast, 4 mm hoch, rot lackiert.

Gruß, Andreas

Rot heißt Halt – auch im Hobbykeller.


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