Fahrplan mit Modelluhr: Welcher Zeitfaktor passt für eine kleine Anlage?

05.09.2026 20:02
#1
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Hallo in die Runde,

meine H0m-Strecke ist jetzt so weit, dass zwei Züge unabhängig fahren können: Talbahnhof, Kreuzungsstation in der Mitte, Bergbahnhof, dazu ein kleiner Schattenbahnhof. Nach dem Urlaub im Engadin im August will ich endlich nach Fahrplan fahren – mit Modelluhr in der Steuerungssoftware, Kreuzungen in der Mittelstation und einem Güterzug, der sich dazwischenmogelt.

Nur: Die Fahrt vom Tal zur Kreuzungsstation dauert bei mir echte 50 Sekunden. Beim Vorbild wären das zwölf Minuten.

Welchen Zeitfaktor nehmt ihr? Und plant ihr die Zeiten aus einem Vorbildfahrplan oder messt ihr die Fahrzeiten im Modell?

Liebe Grüße, Anna

Schmalspur H0m · Bahnreisen in die Berge


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06.09.2026 08:37
#2
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Tach Anna,

schönes Projekt! Beim Vorbild entsteht ein Fahrplan aus Fahrzeiten plus Zuschlägen plus Haltezeiten – genau so würde ich es im Modell machen, nur eben mit deinen gemessenen Fahrzeiten. Den Vorbildfahrplan eins zu eins abzuschreiben klappt nie, dafür sind unsere Strecken viel zu kurz.

Üblich ist eine Uhr, die vier- bis sechsmal schneller läuft als die echte.

Wichtiger als der Faktor: Zeichne dir einen Bildfahrplan, also ein Weg-Zeit-Diagramm. Stationen auf der einen Achse, Zeit auf der anderen, jeder Zug eine schräge Linie. Da siehst du sofort, wo sich Züge kreuzen und ob das Kreuzungsgleis rechtzeitig frei ist. So ein Blatt hängt bei uns im Dienst im Prinzip auch an der Wand.

Gruß aus Köln, Uwe

Forenteam · Bitte Suchfunktion nutzen – und immer freundlich bleiben.


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06.09.2026 09:21
#3
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Rechne nicht mit der Fahrzeit, sondern mit dem, was sich nicht beschleunigen lässt: Rangieren, Kuppeln und Umsetzen dauern im Modell in Echtzeit ungefähr so lange wie beim Vorbild.

Mit Faktor 14 – den bräuchtest du, damit aus deinen 50 Sekunden zwölf Minuten werden – stehen nach einem Umsetzmanöver von drei echten Minuten 42 Modellminuten auf der Uhr. Das sprengt jeden Fahrplan.

Mein Vorschlag: Faktor 5. Dann sind deine 50 Sekunden gut vier Modellminuten. Das wirkt auf dem Papier kurz, fällt im Betrieb aber nicht auf, weil die Aufenthalte realistisch werden.

Tom

Erst planen, dann sägen.


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06.09.2026 10:09
#4
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Bei uns auf der Schmalspur hieß es: Der Fahrplan ist ein Versprechen, die Kreuzung ist Pflicht. Wer zuerst in der Kreuzungsstation war, wartete – und wenn der Gegenzug Verspätung hatte, eben länger. Ich habe mehr als einmal eine Viertelstunde im Bahnhof gestanden und den Reisenden erklärt, dass es gleich weitergeht.

Plane also Luft ein, Anna. Und gönn dem Güterzug mit Personenbeförderung, falls du so einen fahren willst, ruhig 15 Minuten Aufenthalt in den Unterwegsbahnhöfen. Da wurde rangiert, und die Fahrgäste blieben geduldig im Wagen sitzen. Eilig hatte es bei uns nur der Schaffner zum Feierabend.

Gruß, Karl

H0e und H0m · Harzer Schmalspur seit Jahrzehnten


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06.09.2026 16:18
#5
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Zur Software-Seite: In den meisten Programmen ist ein Fahrplan eine Liste von Zugfahrten mit Abfahrtszeit, und jede Zugfahrt ist eine Kette von Fahrstraßen.

Mein wichtigster Rat: Nimm für die Kreuzung nicht die Uhrzeit als Bedingung, sondern den Belegtmelder. Also nicht „Zug 2 fährt um 8:14 ab“, sondern „Zug 2 fährt frühestens um 8:14 ab und erst, wenn Zug 1 im Kreuzungsgleis steht“. Dann kann sich nichts verklemmen, auch wenn ein Zug mal trödelt.

Und leg dir eine Taste zum Anhalten der Modelluhr an. Wenn das Telefon klingelt oder ein Wagen entgleist, friert man die Zeit ein, statt dem Fahrplan hinterherzurennen.

Gruß, Susanne

Signale, Blöcke, Fahrstraßen – am liebsten am PC gestellt


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06.09.2026 16:45
#6
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Bei unseren Modultreffen fahren wir meist mit Faktor 4 oder 5, je nach Streckenlänge. Was sich bewährt hat:

  • die Uhr groß und für alle sichtbar, bei uns ein alter Monitor
  • pro Zug ein Kärtchen mit Abfahrts- und Ankunftszeiten, das beim Zug bleibt
  • am Anfang höchstens vier Zugfahrten pro Modellstunde


Der letzte Punkt ist ernst gemeint: Ein zu dichter Fahrplan macht Stress statt Spaß. Verdichten kann man später immer noch.

Micha

Module verbinden – Menschen auch.


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06.09.2026 21:02
#7
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Ihr seid großartig, danke!

Den Bildfahrplan habe ich auf Karopapier gezeichnet – erstaunlich, wie schnell man sieht, dass mein erster Entwurf zwei Züge gleichzeitig ins selbe Kreuzungsgleis geschickt hätte. Faktor 5 ist eingestellt, die Kreuzung hängt an Susannes Bedingung mit dem Belegtmelder.

Erste Session gestern: zwei Modellstunden in 24 echten Minuten, drei Kreuzungen, eine davon mit zehn Modellminuten Verspätung, weil ich mit dem Güterzug zu lange rangiert habe. Karl hatte also recht: Der zuerst Angekommene wartet. Fühlt sich genau richtig an.

Liebe Grüße, Anna

Schmalspur H0m · Bahnreisen in die Berge


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