Alte gedeckte Güterwagen (G 10) in Epoche IV – noch glaubwürdig?

08.02.2026 19:12
#1
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Hallo zusammen,

auf meinem Basteltisch liegen drei gedeckte Güterwagen der Bauart G 10, ein Flohmarktfund. Die Wagen stammen im Vorbild aus der Länderbahnzeit, mit Bretterwänden und flachem Tonnendach. Ich würde sie gern auf meiner Reichsbahn-Anlage der Siebzigerjahre einsetzen und richtig schön heruntergekommen altern.

Nur: Liefen solche Veteranen in der Epoche IV überhaupt noch? Oder mache ich mich damit unglaubwürdig? Mir würde auch eine Verwendung als Bahndienstwagen oder als abgestellter Wagenkasten gefallen, Hauptsache, ich darf sie altern. :)

LG Lisa

Patina statt Plastikglanz.


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08.02.2026 22:59
#2
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Hallo Lisa,

du darfst. Der G 10 war mit weit über hunderttausend Stück der meistgebaute deutsche Güterwagen und entsprechend zäh. Aus dem regulären Güterverkehr verschwand er bei beiden deutschen Bahnen im Lauf der Sechziger- und Siebzigerjahre, aber als Bahndienstwagen hielten sich viele deutlich länger: Gerätewagen, Werkstattwagen, Aufenthaltswagen für Bauzüge, Hilfszugwagen.

Für die Siebziger wäre meine Empfehlung: einen als Bauzugwagen mit nachträglich eingesetzten Fenstern und Ofenrohr im Dach, einen als Gerätewagen, den dritten als Kasten ohne Fahrgestell.

Gruß, Jürgen

Niete gezählt, Welt in Ordnung.


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08.02.2026 23:08
#3
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Den Wagenkasten ohne Räder kann ich aus eigener Anschauung bestätigen. An fast jedem kleineren Bahnhof stand so einer, als Lagerschuppen der Bahnmeisterei, für Streusand und Petroleum oder als Unterstand für die Rotte. Bei uns diente einer jahrzehntelang als Aufenthaltsraum für die Rangierer, mit Kanonenofen, Bank und einem Kalender, der 1961 stehen geblieben war.

Aufgebockt waren die Kästen auf alten Schwellen, das Dach mit Teerpappe geflickt, und daneben stand immer ein Fahrrad.

Es grüßt Karl

H0e und H0m · Harzer Schmalspur seit Jahrzehnten


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09.02.2026 08:05
#4
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Ihr seid wunderbar, genau solche Details habe ich gebraucht. Den Kalender von 1961 wird zwar niemand sehen, aber ich werde wissen, dass er drin hängt.

So ist es jetzt geworden:

  • Wagen 1: Bauzugwagen, zwei Fenster eingesetzt, Ofenrohr aus Messingröhrchen, ausgeblichenes Graugrün
  • Wagen 2: Gerätewagen, braun, mit ausgebesserten Brettern in abweichenden Farbtönen
  • Wagen 3: Kasten auf Schwellenstapeln, Dach mit Teerpappe aus Seidenpapier geflickt, davor ein Fahrrad

Für die verwitterten Bretter habe ich jedes Brett einzeln lasiert, mal grauer, mal brauner. Dauert einen Abend pro Wagen, lohnt sich aber.

LG Lisa

Patina statt Plastikglanz.


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09.02.2026 20:03
#5
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Servus Lisa,

das einzeln Lasieren ist genau der richtige Weg, so macht man's auch bei Holzfassaden. Ein Tipp noch für die Teerpappe: Seidenpapier in Bahnen schneiden, überlappend aufkleben, dunkelgrau streichen und nach dem Trocknen mit hellgrauen Pigmenten die Kanten betonen. An ein, zwei Stellen eine Ecke hochstehen lassen. Dann schaut's aus, wie wenn der Wind seit zwanzig Jahren dran zupft.

Servus, Hans

Schotter, Gras und Farbe – der Rest ist Geduld.


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