Gleisplan am PC oder auf Papier – wie fangt ihr an?

06.03.2026 20:13
#1
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Hi zusammen,

Opas Startpackung fährt inzwischen auf dem Teppich im Kreis, und ich habe im Keller 2,40 m × 1,20 m Platz bekommen. Bevor ich Holz kaufe, will ich einen Plan. Jetzt die Frage an die Erfahrenen: Plant ihr mit einer Gleisplan-Software am PC oder zeichnet ihr auf Papier?

Ich habe eine kostenlose Planungssoftware ausprobiert und in zwei Stunden einen Bahnhof mit fünf Gleisen, eine Paradestrecke und einen Schattenbahnhof in der Etage darunter untergebracht. Sah am Bildschirm super aus. Ob das in echt passt? Keine Ahnung.

Danke schon mal!
Ben

Anfänger mit großen Plänen


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06.03.2026 20:48
#2
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Hallo Ben,

Software, und zwar aus einem Grund: Sie kennt die echte Gleisgeometrie. Auf Papier mogelt jeder bei Weichenwinkeln und Radien, und am Ende fehlen 8 cm.

Aber: Dass etwas am Bildschirm passt, heißt noch nicht, dass es fährt. Prüf bei deinem Entwurf drei Dinge:

  • kleinster Radius: unter 360 mm wird es für lange Wagen in H0 unschön
  • Steigung zum Schattenbahnhof: höchstens 3 %, in Kurven weniger. Für 8 cm Höhenunterschied brauchst du also rund 2,70 m Rampe
  • Nutzlänge der Bahnhofsgleise: Wie lang ist dein längster Zug?


Fünf Bahnhofsgleise plus Schattenbahnhof auf 2,40 m × 1,20 m klingt nach sehr viel Gleis und sehr wenig Landschaft. Beschreib den Plan gern genauer, dann schauen wir drüber.

Tom

Erst planen, dann sägen.


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06.03.2026 20:55
#3
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Ich mache beides nacheinander: grobe Idee als Handskizze, dann sauber in der Software, und zum Schluss – das ist der wichtigste Schritt – ein Ausdruck im Maßstab 1:1. Blätter zusammenkleben, auf die Platte oder den Boden legen, echte Weichen und ein paar Wagen draufstellen. Da merkt man sofort, ob der Bahnsteig zwischen die Gleise passt und ob man hinten noch hinkommt.

Als Bauzeichnerin noch ein Tipp: Leg in der Software von Anfang an getrennte Ebenen an, für Gleise, Unterbau und Elektrik. Dann kannst du später Trennstellen und Einspeisungen in denselben Plan eintragen und musst nichts doppelt pflegen.

Viele Grüße, Nadine

Spur N · Epoche IV/V · wenig Platz, viel Strecke


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06.03.2026 21:15
#4
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Als Schreiner sag ich: Der Plan muss auch das Holz kennen. Wo unter der Platte ein Querträger läuft, kann kein Weichenantrieb sitzen. Ich zeichne den Rahmen deshalb immer mit in den Gleisplan ein und schiebe notfalls eine Weiche um 3 cm.

Und zu den 1,20 m Tiefe: Die Greifweite liegt bei 60 bis 70 cm. Steht die Platte an der Wand, kommst du ans hintere Drittel nicht mehr heran – weder zum Bauen noch zum Aufgleisen. Entweder von beiden Seiten zugänglich machen oder schmaler bauen.

Grüße, Bernd

Schwarzwaldbahn in H0 · Kehrtunnel im Bau


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06.03.2026 21:46
#5
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Okay, Realitätscheck angekommen :D

Die Rampe zum Schattenbahnhof habe ich nachgerechnet: Die hätte bei mir 6 % gehabt. Opas Dampflok hätte da nicht mal sich selbst hochgezogen.

Neuer Plan: Bahnhof mit drei Gleisen, der Schattenbahnhof liegt ebenerdig hinter einer Kulisse statt eine Etage tiefer, und die Platte kommt auf Rollen, damit ich sie von der Wand wegziehen kann. Der 1:1-Ausdruck liegt schon auf dem Kellerboden, Opas Wagen stehen Probe. Passt alles, sogar mit Bahnsteig.

Danke euch, das hätte ich allein erst nach dem Sägen gemerkt.

Ben

Anfänger mit großen Plänen


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06.03.2026 23:18
#6
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So wird ein Schuh draus. Drei Gleise mit ordentlicher Nutzlänge machen mehr Betrieb als fünf Stummel, und der ebenerdige Schattenbahnhof erspart dir die Rampe komplett. Die Rollen sind eine gute Idee – achte auf feststellbare, sonst wandert die Anlage beim Aufgleisen.

Viel Erfolg beim Holzkauf.

Erst planen, dann sägen.


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