Bildbände zur Dampfzeit – woran erkennt ihr die guten?

11.03.2026 09:41
#1
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Liebe Runde,

mir gehen beruflich viele Eisenbahnbücher durch die Hände, und privat stehen inzwischen drei Regalbretter voll. Mit der Zeit habe ich ein paar Merkmale gefunden, an denen ich einen guten Bildband erkenne:

  • Die Bildunterschriften nennen Ort, Datum und Lok. „Dampflok im Abendlicht“ ist keine Bildunterschrift.
  • Es gibt eine Streckenkarte, auf der man die Aufnahmeorte findet.
  • Der Text stammt von jemandem, der die Zeit erlebt oder gründlich recherchiert hat.
  • Die Bilder zeigen auch das Drumherum: Bahnhöfe, Menschen, Güterschuppen, Alltag.

Mein liebstes Genre sind Bände über einzelne Nebenbahnen in den 60er Jahren, schwarz-weiß, mit viel Geduld fotografiert.

Worauf achtet ihr? Und welche Art Bildband nehmt ihr am häufigsten aus dem Regal?

Herzliche Grüße, Karin

Kleinloks und Nebenbahn-Idylle


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11.03.2026 12:43
#2
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Bei mir ist es ganz klar ein Bildband über die Dampfzeit im Ruhrgebiet, schon ziemlich zerlesen. Was ihn für mich wertvoll macht, ist genau dein letzter Punkt: Die Loks sind fast Nebensache. Im Hintergrund stehen Fördertürme, Kokereien, Halden, Arbeitersiedlungen mit Wäsche auf der Leine.

Für meine Zechenbahn ist das die wichtigste Vorlage überhaupt. Ich baue im Grunde nach, was auf diesen Bildern hinter dem Zug zu sehen ist.

Glück auf, Holger

Epoche II/III · Zweileiter DCC · Ruhrgebiet im Modell


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11.03.2026 17:40
#3
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Bildunterschriften, Bildunterschriften, Bildunterschriften. Ich habe Bände im Regal, in denen bei jedem zweiten Bild die Loknummer fehlt, obwohl man sie auf dem Foto fast lesen kann. Das treibt mich in den Wahnsinn.

Am meisten schätze ich Bücher, die auch Detailaufnahmen bringen: Anschriften am Tender, Lampen, Pufferbohle, Führerhaus von der Seite. Die großen Stimmungsbilder sind schön, aber gebaut wird nach den kleinen.

Kleiner Tipp: Antiquariate und Bücherflohmärkte. Ältere Bildbände kosten dort oft weniger als eine Zeitschrift, und die Druckqualität ist besser, als man erwartet.

Jürgen

Niete gezählt, Welt in Ordnung.


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11.03.2026 20:14
#4
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Für die Alterung sind Farbaufnahmen aus den 70er und 80er Jahren meine wichtigste Quelle. Aber Vorsicht: Die Farben in alten Drucken und auf alten Dias sind verschoben, oft ins Rötliche oder Blaue. Wer danach seine Farben anmischt, bekommt Wagen in Tönen, die es nie gab.

Ich nutze die Bilder deshalb für das Muster, nicht für den Farbton: Wo sitzt der Rost, wie verlaufen die Schmutzfahnen, wie hoch reicht der Bremsstaub. Den Farbton selbst hole ich mir von heutigen Fotos ähnlicher Oberflächen.

LG Lisa

Patina statt Plastikglanz.


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11.03.2026 20:46
#5
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Meine liebsten Bildbände sind streng genommen gar keine: alte Herstellerkataloge aus den 50er und 60er Jahren. Gezeichnete Titelbilder, Anlagenvorschläge, auf denen jedes Kind eine Krawatte trägt, und Beschreibungen in einer Sprache, die es so nicht mehr gibt.

Wer wissen möchte, wovon Modellbahner damals geträumt haben, findet es dort besser als in jeder Chronik.

Mit freundlichem Gruß, Erwin

Sammler alter Modellbahnen der 50er und 60er Jahre


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