Airbrush-Kompressor: mit Lufttank oder ohne?
#1
Hallo zusammen,
es ist mir fast peinlich: Ich kann zu jeder Lok sagen, in welchem Jahr sie welche Lampen bekam, aber meine Modelle stehen fabrikneu glänzend in der Vitrine. So sah beim Vorbild keine Lok länger als eine Woche aus. Das soll sich ändern, ich möchte mit dem Altern anfangen.
Eine Spritzpistole habe ich geerbt, es fehlt der Kompressor. Die Auswahl erschlägt mich. Hauptfrage: Brauche ich ein Gerät mit Lufttank, oder ist das Luxus? Gearbeitet wird in einer Mietwohnung, laut darf es also nicht werden.
Jürgen
#2
Hallo Jürgen,
willkommen auf der schmutzigen Seite :)
Ich rate klar zum Tank. Der Kompressor füllt ihn, schaltet ab, und du arbeitest minutenlang in Ruhe mit völlig gleichmäßigem Luftstrom. Ohne Tank läuft der Motor ununterbrochen, und die Luft kommt in kleinen Stößen. Bei feinen Schmutzfahnen sieht man das.
Pflicht sind außerdem ein Druckminderer mit Manometer und ein Wasserabscheider. Kondenswasser im Schlauch spuckt dir sonst mitten in die Lackierung.
Arbeitsdruck fürs Altern: 1,2 bis 1,8 bar, eher niedrig. Und üb zuerst auf Papier und an einem alten Güterwagen, nicht an der Lieblingslok.
LG Lisa
#3
Servus Jürgen,
wegen der Mietwohnung: Nimm einen ölfreien Kolbenkompressor aus dem Modellbaubereich, die sind ungefähr so laut wie ein Kühlschrank. Eine Gummimatte darunter, dann hört der Nachbar nichts.
Wichtiger als der Kompressor ist das Drumherum. Farbe so weit verdünnen, dass sie wie Milch vom Rührstab läuft. Nach jedem Farbwechsel sofort durchspülen, eingetrocknete Farbe in der Düse ist der häufigste Grund für Frust. Und auch bei Acrylfarben eine Maske tragen und für Abzug sorgen, Farbnebel gehört nicht in die Lunge.
Servus, Hans
#4
Stimme aus der Budget-Ecke: Ich habe mit einem kleinen Kompressor ohne Tank angefangen, weil mehr nicht drin war. Für Flächen, etwa Druckteile grundieren oder Gebäude lackieren, geht das völlig in Ordnung. Bei feinen Linien sieht man das Pulsieren aber wirklich, und das Gerät wird nach zwanzig Minuten Dauerlauf ziemlich warm.
Ein längerer Schlauch dämpft die Stöße etwas. Wenn ich heute noch einmal kaufen würde, würde ich die paar Wochen länger sparen und den Tank nehmen.
Nils
#5
Dann ist die Sache entschieden: ölfreier Kompressor mit Tank, Druckminderer und Wasserabscheider, dazu Gummimatte und Maske.
Als Versuchsobjekt habe ich einen offenen Güterwagen mit verbogener Trittstufe ausgesucht. Der bekommt als Erstes Bremsstaub am Fahrwerk und Rostfahnen an den Türen. Die passenden Vorbildfotos habe ich natürlich griffbereit, sortiert nach Wagengattung. Irgendwann musste sich das Archiv ja auszahlen.
Danke euch!
Jürgen
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