Schaltnetzteile statt alter Trafos – worauf muss ich achten?

05.04.2026 15:11
#1
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Hallo zusammen,

unter meiner Anlage stehen vier Transformatoren, die ich über die Jahre zusammengetragen habe. Der älteste dürfte aus den Siebzigern stammen. Sie versorgen Beleuchtung, Weichenantriebe und allerlei Zubehör. Der Fahrstrom kommt aus der Digitalzentrale, um den geht es nicht.

Beim Frühjahrsputz unter der Anlage ist mir aufgefallen, dass bei zweien die Netzkabel hart und rissig sind. Das gefällt mir nicht, bei mir im Keller liegt viel Holz und Sägemehl.

Ich überlege, alles auf moderne Schaltnetzteile umzustellen. Welche Spannungen brauche ich dafür, und worauf muss ich beim Kauf und beim Anschluss achten? Dürfen die Ausgänge untereinander verbunden werden?

Grüße aus dem Schwarzwald, Bernd

Schwarzwaldbahn in H0 · Kehrtunnel im Bau


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05.04.2026 19:39
#2
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Hallo Bernd,

die beiden mit den rissigen Netzkabeln nimmst du bitte sofort außer Betrieb. Nicht flicken, nicht mit Isolierband umwickeln. An der Netzseite eines Trafos wird nicht gebastelt, das sage ich als alter Elektromeister in aller Deutlichkeit.

Für den Ersatz gilt:

  • Nur geschlossene Netzteile mit Prüfzeichen kaufen, als Steckernetzteil oder Tischgerät mit Gehäuse. Offene Einbaunetzteile mit freiliegenden Netzklemmen gehören nicht unter eine Holzanlage.
  • Die ganze Anlage an eine Steckdosenleiste mit Schalter. Ein Handgriff, und alles ist aus.
  • Jeden Ausgang auf der Niederspannungsseite absichern. Ein Netzteil mit 5 A liefert im Kurzschlussfall genug Strom, um eine dünne Litze zum Glühen zu bringen.


Gruß, Willi

H0 Dreileiter · Epoche III · analog angefangen, digital angekommen


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05.04.2026 20:36
#3
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Zu den Spannungen. Mit dreien kommst du aus:

  • 12 V Gleichspannung für LED-Beleuchtung, Signale, Relais
  • 5 V Gleichspannung für Servos und Elektronik
  • Für Magnetantriebe etwas Kräftiges mit 15 bis 16 V. Die Spulen ziehen beim Schalten kurzzeitig 1 A und mehr. Manche Schaltnetzteile gehen bei solchen Stromspitzen kurz in die Schutzabschaltung, also mit reichlich Reserve kaufen. Ein guter, intakter Trafo darf für die Antriebe auch bleiben.


Verbinden: Ausgänge niemals parallel schalten, um mehr Strom zu bekommen. Die Minuspole verschiedener Netzteile darf man zu einer gemeinsamen Masse verbinden, wenn eine Schaltung das braucht, zum Beispiel ein Decoder mit 5-V-Servos und 12-V-Relais. Wo es nicht nötig ist, lässt man die Kreise getrennt.

Andreas

Rot heißt Halt – auch im Hobbykeller.


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07.04.2026 00:44
#4
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Ein Nebeneffekt, der gern übersehen wird: Alte Trafos sind ungeregelt. „16 V“ steht für die Spannung unter Nennlast. Im Leerlauf oder bei geringer Last messe ich an solchen Geräten regelmäßig 18 bis 19 V. Glühlämpchen, die für 16 V gedacht sind, leben damit deutlich kürzer.

Ein Schaltnetzteil hält seine Ausgangsspannung konstant, egal ob eine oder fünfzig LEDs daran hängen. Deine Beleuchtung wird also gleichmäßiger, und Widerstände lassen sich verlässlich berechnen.

Beste Grüße, Thorsten

TT ist die Spur der Mitte.


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07.04.2026 07:18
#5
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Aus dem Garten der Hinweis, auch wenn dein Keller hoffentlich trocken ist: Bei mir bleiben sämtliche Netzteile im Schuppen, im Trockenen, an einer Steckdose mit Fehlerstromschutzschalter. In den Garten hinaus geht ausschließlich Kleinspannung. Dieser Grundsatz schadet drinnen auch nicht. Alles mit 230 V an einen festen, gut zugänglichen Platz, und von dort nur noch Niederspannung unter die Anlage.

Gerd vom Gartengleis

Spur G · draußen bei jedem Wetter


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07.04.2026 07:25
#6
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Danke, das war deutlich und hilfreich. Die beiden alten Trafos sind abgeklemmt und kommen zum Wertstoffhof.

Umgesetzt habe ich es so: An der Stirnseite der Anlage hängt jetzt ein Brett aus Multiplex mit drei Tischnetzteilen (12 V, 5 V und 16 V für die Antriebe), davor eine schaltbare Steckdosenleiste. Jeder Ausgang geht über einen Sicherungshalter auf eine beschriftete Klemmleiste. Unter die Anlage laufen nur noch die Niederspannungsleitungen.

Nebenbei ist die Beleuchtung im Bahnhof tatsächlich ruhiger geworden, wie Thorsten vorhergesagt hat.

Bernd

Schwarzwaldbahn in H0 · Kehrtunnel im Bau


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