TT aus Dresden: Die Spur der Mitte meldet sich zu Wort
#1
Hallo in die Runde,
ich bin Thorsten, 54, Lehrer für Physik und Mathematik in Dresden – und überzeugter TT-Bahner. Für alle, die jetzt die Stirn runzeln: Maßstab 1:120, Spurweite 12 mm, also genau zwischen H0 und N. Man bekommt deutlich mehr Strecke auf die Platte als in H0 und erkennt die Kupplungen trotzdem noch ohne Lupe. Die Spur der Mitte eben.
Zu Hause baue ich an einer Anlage nach Reichsbahn-Motiven der siebziger Jahre, 2,80 m mal 1,00 m, mit einem Durchgangsbahnhof an einer eingleisigen Hauptbahn. Dieselloks der Baureihen 118 und 132 teilen sich den Dienst mit ein paar Dampfloks, die es damals ja noch gab.
Außerdem leite ich an meiner Schule eine Modellbahn-AG mit neun Schülerinnen und Schülern. Dort entsteht eine Gemeinschaftsanlage, an der sich nebenbei erstaunlich viel Physik unterbringen lässt.
Ich freue mich aufs Mitlesen und Mitschreiben.
#2
Willkommen, Thorsten! Zwischen H0 und N, also weder Fisch noch Fleisch? ;)
Spaß beiseite: Ich habe einmal eine TT-Lok in der Hand gehabt und war erstaunt, wie fein die detailliert war. Und eine Modellbahn-AG finde ich großartig. Irgendwer muss den Nachwuchs ja vom Bildschirm an den Lötkolben holen.
Gruß, Willi
#3
Lieber Willi, „weder Fisch noch Fleisch“ heißt bei uns in Dresden ausgewogene Ernährung. ;)
Und zum Nachwuchs: Die Kinder kommen wegen der Züge und bleiben wegen des Lötkolbens. Seit drei von ihnen ihre erste saubere Lötstelle hinbekommen haben, will keiner mehr nur fahren.
Gruß, Thorsten
#4
Herzlich willkommen! Die AG interessiert mich sehr. Fahrt ihr dort digital, und dürfen die Schülerinnen und Schüler auch selbst verdrahten? Ich finde, an einer Modellbahn versteht man Stromkreise besser als an jedem Schulversuch, weil am Ende wirklich etwas fährt.
Gruß, Susanne
#5
Genau das ist die Idee, Susanne. Gefahren wird digital, verdrahtet wird komplett von den Kindern: Ringleitung unter der Platte, Einspeisung alle 1,5 Meter, jede Weiche einzeln angeschlossen. Am Beispiel einer Weichenlaterne mit LED haben wir das Ohmsche Gesetz behandelt, mit Messen statt nur Rechnen. Einen Kurzschluss haben wir absichtlich gebaut und dann gemeinsam gesucht. Das vergisst keiner mehr.
#6
Willkommen! Falls du für die AG noch ein Projekt suchst: zwei Lichtschranken im Abstand von 50 cm und ein Mikrocontroller, der die Durchfahrzeit misst. Daraus rechnet ihr die Modellgeschwindigkeit aus und multipliziert mit 120 für das Vorbild. Braucht ein Zug für die 50 cm genau zwei Sekunden, sind das 0,25 m/s im Modell, also 30 m/s oder 108 km/h beim Vorbild. Weg, Zeit, Maßstab – alles in einer Doppelstunde.
Dirk
#7
Dirk, das ist gekauft. Geschwindigkeit als Weg durch Zeit steht in Klasse 7 ohnehin im Lehrplan, und wenn die Messstrecke auf der eigenen Anlage liegt, hört sogar die letzte Reihe zu. Ich berichte, wenn die erste Messung steht.
Gruß, Thorsten
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