Papas Gartenbahn: Züge bleiben an den Gleisstößen stehen

25.05.2026 09:45
#1
avatar

Hallo Gartenbahner,

ich bin sonst in H0m unterwegs, aber mein Vater hat seit vielen Jahren eine Spur-G-Anlage im Garten, natürlich mit Schweizer Schmalspurfahrzeugen, die Begeisterung liegt in der Familie. Rund 35 m Messinggleis, Gleisstrom, eine Einspeisung am Bahnhof.

Seit diesem Frühjahr bleiben die Züge am hinteren Ende der Anlage immer wieder stehen oder werden sehr langsam. Wenn man an den Schienenverbindern wackelt, fahren sie weiter. Mein Vater möchte ungern alles neu verlegen. Was können wir tun, und in welcher Reihenfolge?

Anna

Schmalspur H0m · Bahnreisen in die Berge


 Antworten

 Beitrag melden
25.05.2026 17:02
#2
avatar

Moin Anna,

der Klassiker nach dem Winter. Die einfachen Steckverbinder aus Messingblech oxidieren innen, dazu arbeitet das Gleis bei jedem Temperaturwechsel, und irgendwann ist der Kontakt nur noch Glückssache. Neu verlegen muss dein Vater nichts.

Reihenfolge:

  • Verbinder nach und nach durch Schraubverbinder ersetzen, die seitlich an beide Schienenprofile geklemmt werden. Die schlechtesten Stellen zuerst.
  • vor dem Verschrauben die Profilenden mit einer Messingbürste blank machen und einen Hauch säurefreie Kontaktpaste auftragen
  • alle sechs bis acht Meter einen Stoß nur stecken und nicht klemmen, als Dehnungsfuge

Das geht Stoß für Stoß, ohne etwas auszubauen. Bei 35 Metern ist das ein Samstag mit Kniekissen.

Gerd

Spur G · draußen bei jedem Wetter


 Antworten

 Beitrag melden
25.05.2026 17:27
#3
avatar

Hallo Anna,

von der elektrischen Seite: Eine einzige Einspeisung für 35 Meter ist zu wenig, egal wie gut die Verbinder sind. Messing leitet ordentlich, aber jeder Stoß ist ein kleiner Widerstand, und am fernen Ende addiert sich das. Ich würde eine Ringleitung mitverlegen: zweiadriges Erdkabel mit 2,5 Quadrat, parallel zum Gleis im Splitt, und alle acht bis zehn Meter einspeisen.

Messen könnt ihr das leicht: Lok ans hintere Ende stellen, fahren lassen und dort mit dem Multimeter die Gleisspannung messen. Liegen vorn am Trafo 18 Volt an und hinten nur noch 13, wisst ihr Bescheid.

Gruß, Willi

H0 Dreileiter · Epoche III · analog angefangen, digital angekommen


 Antworten

 Beitrag melden
26.05.2026 08:25
#4
avatar

Zu Gerds Dehnungsfugen die Zahl dazu, damit man ein Gefühl bekommt: Messing dehnt sich um rund 0,019 mm pro Meter und Grad. Ein Gleis in der prallen Sonne wird locker 60 Grad heiß, im Winter hat es minus 10. Macht 70 Grad Unterschied. Auf 35 m Gleis sind das 35 x 0,019 x 70 = gut 46 mm Längenänderung übers Jahr.

Die müssen irgendwohin. Wenn alle Stöße starr geklemmt sind und das Gleis festgeschraubt ist, wandert es seitlich aus dem Bogen oder wirft sich hoch. Schwimmend im Splitt plus ein paar offene Stöße, dann passiert nichts.

Tom

Erst planen, dann sägen.


 Antworten

 Beitrag melden
26.05.2026 09:16
#5
avatar

Fast fünf Zentimeter! Das erklärt, warum die lange Gerade im Hochsommer immer so eine leichte Schlangenlinie bekommt. Mein Vater hat das bisher für Maulwurfsarbeit gehalten. :)

Wir haben gemessen: vorn 19 V, hinten 12,5 V unter Last. Willi, du hattest recht. Schraubverbinder und Kabel sind besorgt, am Samstag geht es los.

Schmalspur H0m · Bahnreisen in die Berge


 Antworten

 Beitrag melden
26.05.2026 10:02
#6
avatar

Ein Elektroniker-Tipp für die Einspeisungen: Lötet die Zuleitung nicht direkt ans Schienenprofil, im Freien bricht das irgendwann. Besser Ringkabelschuhe aufcrimpen und unter die Schraube der Schraubverbinder klemmen. Den Kabelschuh danach mit einem Stück Schrumpfschlauch mit Innenkleber abdichten, sonst zieht die Feuchtigkeit in die Litze, und sie ist nach zwei Wintern schwarz.

Andreas

Rot heißt Halt – auch im Hobbykeller.


 Antworten

 Beitrag melden
26.05.2026 10:11
#7
avatar

Rückmeldung nach dem Umbau: an 42 Stößen Schraubverbinder gesetzt, vier Stöße als Dehnungsfugen offen gelassen, drei zusätzliche Einspeisungen mit Kabelschuhen nach Andreas. Hinten liegen jetzt 18,4 V an, und die Züge fahren die ganze Runde mit gleichmäßiger Geschwindigkeit. Mein Vater hat vor Freude gleich drei Züge hintereinander auf die Strecke geschickt.

Vielen Dank von uns beiden!
Anna

Schmalspur H0m · Bahnreisen in die Berge


 Antworten

 Beitrag melden
Bereits Mitglied?
Jetzt anmelden!
Mitglied werden?
Jetzt registrieren!