Gebirgsanlage mit Steinbogenviadukt und Gleiswendel – Baubericht

04.06.2026 22:46
#1
avatar

Servus beinand,

ich bau seit dem Winter an meiner Gebirgsanlage und fang jetzt endlich einen Baubericht an, bevor ich die Hälfte wieder vergessen hab.

Kellerraum 3,60 x 2,40 m, Anlage in U-Form, H0 Zweileiter, Epoche V. Eine eingleisige Hauptbahn klettert vom Talbahnhof über eine Gleiswendel auf die obere Ebene, dort geht es über einen Steinbogenviadukt und weiter zum Bergbahnhof.

Die Zahlen:

  • Gleiswendel mit 2,5 Windungen, Radius 550 mm, 8 cm Höhe pro Windung
  • Viadukt 1,10 m lang, sieben Bögen, 32 cm hoch, in einem weiten Bogen mit 900 mm Radius
  • Höhenunterschied Tal – Berg gesamt 34 cm

Gefahren wird mit 218ern vor Nahverkehrswagen und einem 628er Triebwagen. Der Rahmen steht, gebaut wie ein Dachstuhl, nur kleiner. :)

Gruß, Martin

Gebirgsanlage H0 · Epoche V · Viadukte im Bau


 Antworten

 Beitrag melden
05.06.2026 08:38
#2
avatar

Hallo Martin,

ich rechne mal mit, damit du keine Überraschung erlebst. Radius 550 mm ergibt 3,46 m Umfang pro Windung. Bei 8 cm Höhengewinn sind das 2,3 % Steigung. Im Dauerbogen kommt der Bogenwiderstand dazu, gefühlt bist du bei gut 3 %. Für eine 218 mit vier oder fünf Wagen sollte das gehen, mehr würde ich nicht einplanen.

Kritischer ist die lichte Höhe: Von den 8 cm gehen Trassenbrett und Gleis ab. Wie dick ist die Trasse? Und kommst du mit der Hand noch zwischen die Windungen?

Gruß, Tom

Erst planen, dann sägen.


 Antworten

 Beitrag melden
14.06.2026 11:07
#3
avatar

Servus Tom,

die Trasse ist 6 mm Sperrholz, darauf direkt das Gleis ohne Kork, weil man es in der Wendel eh nicht hört und nicht sieht. Bleiben rund 7 cm zwischen Schienenoberkante und Unterseite der nächsten Windung. Oberleitung gibt es nicht, alles Diesel.

Mit der Hand komm ich rein, mit dem Unterarm nicht. Deswegen bleibt die Wendel innen offen, da kann ich von unten in die Mitte steigen. Ist nicht bequem, aber es geht.

Gebirgsanlage H0 · Epoche V · Viadukte im Bau


 Antworten

 Beitrag melden
14.06.2026 16:45
#4
avatar

Hallo Martin,

von Holzwurm zu Holzwurm: Bau die Wendel komplett fertig und teste sie, bevor irgendetwas drumherum entsteht. Jede Lok, die später fahren soll, mit dem längsten Zug, bergauf und bergab, vorwärts und geschoben. Geschobene Züge sind in der Wendel der eigentliche Prüfstein.

Die Windungen würde ich auf Gewindestangen mit Muttern lagern. Dann kannst du die Steigung nachträglich gleichmäßig einstellen, wenn eine Stelle zu steil geraten ist. Holz arbeitet im Keller, das weißt du ja selber.

Gruß, Bernd

Schwarzwaldbahn in H0 · Kehrtunnel im Bau


 Antworten

 Beitrag melden
26.06.2026 22:21
#5
avatar

Zwischenstand: Die Wendel ist fertig und getestet, so wie Bernd gesagt hat. Sechs Gewindestangen M8, jede Windung liegt auf Muttern mit Unterlegscheiben.

Ergebnis vom Testabend: Die 218 nimmt fünf Nahverkehrswagen bergauf ohne Schleudern, mit sechs fängt sie an zu rutschen. Geschoben geht es mit fünf Wagen auch, aber nur, wenn die Kupplungen sauber auf einer Höhe sind. Zwei Wagen musste ich nachjustieren. Der 628er läuft rauf und runter, als wäre nichts.

Jetzt ist der Viadukt dran. Kern aus 12 mm Sperrholz, alle sieben Bögen in einem Stück gesägt, Verkleidung aus einer 3 mm Gipsschicht, in die ich die Steinquader einzeln graviere. Ein Bogen pro Abend, mehr schafft das Handgelenk nicht.

Gebirgsanlage H0 · Epoche V · Viadukte im Bau


 Antworten

 Beitrag melden
26.06.2026 23:14
#6
avatar

Hallo Martin,

sieben Bögen im Bogen, da geht mir das Herz auf! Genau solche Viadukte fotografiere ich auf jeder Reise.

Was mir an den Vorbildern immer auffällt: Die Pfeiler werden nach unten breiter, und über jedem Pfeiler sitzt auf der Brüstung oft eine kleine Ausweichnische für die Streckenläufer. Die gibt dem Bauwerk Rhythmus. Wenn du noch am Gravieren bist, würde ich die gleich mit anformen.

Und bitte nicht zu dunkel streichen, Kalkstein ist in der Sonne fast cremeweiß.

Schmalspur H0m · Bahnreisen in die Berge


 Antworten

 Beitrag melden
27.06.2026 07:05
#7
avatar

Da schließe ich mich Anna an und liefere das Rezept dazu. :)

Kalkstein: Grundton ein helles Graubeige, dann einzelne Quader minimal heller oder dunkler absetzen, damit es nicht nach Tapete aussieht. Die Fugen mit einem dünnen graubraunen Washing betonen.

Der Trick sind die Wasserläufer: Unter jedem Entwässerungsloch und an den Bogenscheiteln ziehst du mit einem fast trockenen Pinsel dunkle, senkrechte Schlieren nach unten, immer in Fallrichtung. Ganz unten an den Pfeilerfüßen etwas Grün für Moos. Weniger ist mehr, nach jedem Schritt zurücktreten.

Liebe Grüße, Lisa

Patina statt Plastikglanz.


 Antworten

 Beitrag melden
12.07.2026 10:14
#8
avatar

Servus,

der Viadukt steht an seinem Platz! Sieben Abende Gravieren, zwei Abende Farbe nach Lisas Rezept, und die Ausweichnischen von Anna hab ich auch noch drangesetzt, drei Stück auf der Talseite. Das Gleis liegt drauf, der erste Zug ist drübergefahren. So ein Moment, wo man im Keller steht und einfach nur schaut.

Drunter kommt eine Schlucht mit Wildbach. Das Bachbett ist modelliert und mit echten kleinen Steinen aus der Partnach ausgelegt, gewaschen und im Backofen getrocknet. Fürs Wasser will ich Gießharz nehmen.

Hat jemand Erfahrung, wie dick man das gießen darf, ohne dass es Blasen wirft oder sich an den Rändern hochzieht?

Gruß, Martin

Gebirgsanlage H0 · Epoche V · Viadukte im Bau


 Antworten

 Beitrag melden
12.07.2026 21:10
#9
avatar

Servus Martin,

beim Gießharz gilt: lieber dreimal dünn als einmal dick. Pro Schicht nicht mehr als 2 bis 3 mm, dazwischen einen Tag warten. Dann bleibt es klar, und das Hochziehen an den Ufern hält sich in Grenzen. Was trotzdem hochkriecht, tupfst du später mit mattem Lack ab.

Vorher das Bachbett in der Mitte dunkel streichen, fast schwarzgrün, zu den Ufern hin heller. Die Tiefe kommt von der Farbe, nicht vom Harz. Und ein Wildbach braucht Bewegung: Auf die letzte Schicht mit einem Glanzgel kleine Wellen tupfen und die Kämme hinter den Steinen mit Weiß trockenmalen.

Schotter, Gras und Farbe – der Rest ist Geduld.


 Antworten

 Beitrag melden
31.07.2026 08:52
#10
avatar

Hans, danke, genau so gemacht: drei Schichten, jeweils gut 2 mm, dazwischen einen Tag Pause. Keine einzige Blase. Die Wellen mit dem Gel und das Weiß hinter den Steinen machen aus der glatten Fläche erst einen Bach.

Nächster Bauabschnitt ist der Bergbahnhof mit zwei Gleisen und einem kurzen Abstellstumpf. Ich meld mich wieder, wenn es was zu berichten gibt.

Gruß, Martin

Gebirgsanlage H0 · Epoche V · Viadukte im Bau


 Antworten

 Beitrag melden
Bereits Mitglied?
Jetzt anmelden!
Mitglied werden?
Jetzt registrieren!