Licht für Anlagenfotos: Gelbstich, drei Schatten und Streifen im Bild

14.06.2026 13:59
#1
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Servus beinand,

als Maler kenn ich mich mit Farben aus, aber meine Anlagenfotos beweisen das Gegenteil. Alles hat einen gelblichen Stich, das Gras sieht aus wie im Hochsommer nach sechs Wochen Dürre, und jedes Haus wirft drei Schatten in verschiedene Richtungen.

Beleuchtung im Keller: warmweiße LED-Streifen über der Anlage, dimmbar, dazu die normale Deckenlampe und ein kleines Fenster.

Auf manchen Handyfotos habe ich außerdem dunkle Querstreifen im Bild, die in echt nicht da sind. Was mach ich falsch?

Servus, Hans

Schotter, Gras und Farbe – der Rest ist Geduld.


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14.06.2026 15:10
#2
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Hallo Hans,

das sind drei Probleme mit drei einfachen Lösungen.

Der Gelbstich: Du mischst drei Lichtfarben, nämlich Streifen, Deckenlampe und Tageslicht. Die Kamera kann sich nur auf eine einstellen. Also fürs Fotografieren nur eine Lichtart benutzen und den Weißabgleich fest einstellen, am besten mit einem Blatt weißem Papier oder einer Graukarte im Bild.

Die drei Schatten: Draußen gibt es eine Sonne. Jede weitere Lampe auf der Anlage ist eine zweite Sonne. Nimm ein Hauptlicht von schräg oben und helle die Schatten nur indirekt auf, zum Beispiel mit einer weißen Styroporplatte auf der Gegenseite.

Zu den Streifen kann Andreas sicher mehr sagen, das ist Elektronik.

LG Lisa

Patina statt Plastikglanz.


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14.06.2026 15:30
#3
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Kann er. Die Querstreifen kommen vom Dimmer. Die meisten LED-Dimmer arbeiten mit Pulsweitenmodulation, sie schalten die LEDs also sehr schnell ein und aus. Das Auge merkt nichts, aber der Sensor im Handy liest das Bild zeilenweise aus und erwischt manche Zeilen in einer Dunkelphase.

Abhilfe:

  • zum Fotografieren den Dimmer auf 100 % stellen, dann wird nicht mehr getaktet
  • oder eine längere Belichtungszeit wählen, etwa 1/30 s und länger

Zur Lichtfarbe: Für Tageslichtstimmung nimm neutralweiße LEDs mit 5.000 bis 5.500 Kelvin und achte auf einen Farbwiedergabeindex von mindestens 90. Bei schlechterer Farbwiedergabe sehen gerade Grün- und Rottöne flau aus, und das ärgert einen Maler doppelt.

Andreas

Rot heißt Halt – auch im Hobbykeller.


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14.06.2026 16:14
#4
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Ja da schau her. Dimmer auf Anschlag, und die Streifen sind weg. Das hätt ich in hundert Jahren nicht gefunden.

Die Sache mit der einen Sonne leuchtet mir ein, im wahrsten Sinn. Dann bleibt beim Fotografieren die Deckenlampe aus und das Fenster wird verhängt.

Schotter, Gras und Farbe – der Rest ist Geduld.


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14.06.2026 17:31
#5
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Vom alten Elektromeister noch ein Hinweis: Wenn du ohnehin umrüstest, kauf alle Streifen aus einer Lieferung. LEDs mit derselben Kelvin-Angabe können von Charge zu Charge sichtbar abweichen, und dann hast du links eine andere Tageszeit als rechts.

Früher hing bei mir übrigens eine einzelne 100-Watt-Glühbirne über der Anlage. Die Fotos waren gelb wie Eierlikör, und keiner hat sich gewundert. Es war halt so.

Gruß, Willi

H0 Dreileiter · Epoche III · analog angefangen, digital angekommen


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14.06.2026 18:24
#6
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Servus. Bei mir geht es in die andere Richtung: Ich fotografiere mein Viadukt am liebsten mit einem einzigen Strahler ganz flach von der Seite, absichtlich in warmem Licht um 3.000 Kelvin. Das gibt Abendsonne, lange Schatten unter jedem Bogen, und die Mauerfugen kommen plastisch heraus.

Flaches Licht zeigt Struktur, steiles Licht macht alles platt. Wenn eine Felswand im Foto langweilig aussieht, liegt es meistens nicht am Fels.

Gebirgsanlage H0 · Epoche V · Viadukte im Bau


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14.06.2026 19:00
#7
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Abschlussbericht: Streifen auf volle Leistung, Deckenlampe aus, Fenster zu, dazu ein LED-Baustrahler von links oben, mit etwas Abstand davor ein Bogen Backpapier als Weichzeichner. Rechts steht eine Styroporplatte.

Das Gras ist wieder grün, jedes Haus hat genau einen Schatten, und meine Frau hat gefragt, ob ich die Anlage neu gestrichen hab. Dankschön an alle!

Schotter, Gras und Farbe – der Rest ist Geduld.


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