Altes Gleismaterial im Schattenbahnhof, feines Gleis im sichtbaren Teil?

11.07.2026 15:20
#1
avatar

Hallo zusammen,

für den zweiten Kehrtunnel brauche ich noch gut zwölf Meter verdeckte Strecke. In meinen Kisten liegen aus einer früheren Anlage stapelweise Gleise mit dem höheren Schienenprofil (Code 100), alles einwandfrei. Im sichtbaren Bereich fahre ich inzwischen feineres Gleis mit Code 83.

Als Schreiner widerstrebt es mir, gutes Material wegzuwerfen. Kann ich das alte Gleis im Tunnel verbauen und am Tunnelportal aufs feine Gleis übergehen? Die Profile sind ja unterschiedlich hoch. Wie bekommt man den Übergang sauber hin, damit dort in zwanzig Jahren nichts entgleist? In den Kehrtunnel komme ich später nur noch mit dem Arm durch eine Klappe.

Grüße, Bernd

Schwarzwaldbahn in H0 · Kehrtunnel im Bau


 Antworten

 Beitrag melden
12.07.2026 09:25
#2
avatar

Hallo Bernd,

das ist gängige Praxis und technisch kein Problem. Die Zahlen:

  • Code 100 = 2,5 mm Profilhöhe
  • Code 83 = 2,1 mm
  • Code 75 = 1,9 mm

Zwischen deinen beiden Gleisen liegen also 0,4 mm, dazu kommen eventuell unterschiedlich dicke Schwellen. Entscheidend ist, dass die Schienenoberkanten auf gleicher Höhe liegen und die Innenkanten fluchten.

Den Übergang immer in eine Gerade legen, mit mindestens 10 cm geradem Gleis auf beiden Seiten. Und nicht in den Tunnel hinein, sondern an eine Stelle, an die du herankommst.

Tom

Erst planen, dann sägen.


 Antworten

 Beitrag melden
12.07.2026 09:42
#3
avatar

Glück auf Bernd,

hab ich genauso gebaut. Für den Stoß gibt es Übergangsschienenverbinder, die den Höhenunterschied aufnehmen. Wer keine zur Hand hat: einen normalen Verbinder zur Hälfte flach drücken, das niedrigere Profil obendrauf legen und verlöten. Danach mit dem Finger über die Schienenoberkante fahren. Wenn du nichts spürst, spürt die Lok auch nichts.

Das niedrigere Gleis musst du entsprechend unterfüttern, 0,4 mm Karton oder Furnier.

Epoche II/III · Zweileiter DCC · Ruhrgebiet im Modell


 Antworten

 Beitrag melden
12.07.2026 09:57
#4
avatar

Im Mittelleiterlager haben wir das Thema in anderer Form: Wer von alten Blechgleisen auf Bettungsgleis umsteigt, nimmt die passenden Übergangsgleise und hat Ruhe. Im Schattenbahnhof liegen bei mir bis heute alte Gleise – unverwüstlich.

Ein Hinweis für beide Systeme: Altes Material vor dem Einbau gründlich reinigen und jeden Verbinder prüfen. In den Tunnel will man nie wieder hinein müssen. Ich löte verdeckte Gleisstöße grundsätzlich und setze alle 1,5 m eine Einspeisung.

Gruß, Willi

H0 Dreileiter · Epoche III · analog angefangen, digital angekommen


 Antworten

 Beitrag melden
12.07.2026 15:34
#5
avatar

Servus Bernd,

für den sichtbaren Teil noch was zur Optik am Übergang: Wenn das feine Gleis eingeschottert und das Schienenprofil rostbraun eingefärbt ist, schaut kein Mensch mehr aufs Profil. Den Tunnel innen die ersten 20 cm mattschwarz streichen, auch das Gleisbett, dann verschwindet alles dahinter im Dunkeln – egal welches Gleis da liegt.

Servus, Hans

Schotter, Gras und Farbe – der Rest ist Geduld.


 Antworten

 Beitrag melden
13.07.2026 00:39
#6
avatar

Danke für die Hinweise. So habe ich es jetzt gemacht:

Übergang 15 cm vor dem Portal in der Geraden, Übergangsverbinder, verlötet. Das Code-83-Gleis liegt auf einem Streifen 0,5-mm-Furnier (hatte ich da; die überzähligen 0,1 mm habe ich mit einem Bogen Papier unter dem alten Gleis ausgeglichen – Schreiner eben). Im Tunnel alle Stöße verlötet, Einspeisung alle 1,5 m, wie Willi rät.

Probefahrt mit dem empfindlichsten Wagen, den ich habe, einem leichten Zweiachser, geschoben mit Schrittgeschwindigkeit: kein Ruck, kein Klacken.

Grüße, Bernd

Schwarzwaldbahn in H0 · Kehrtunnel im Bau


 Antworten

 Beitrag melden
Bereits Mitglied?
Jetzt anmelden!
Mitglied werden?
Jetzt registrieren!