Belichtungszeit bei fahrenden Zügen – eine kleine Rechnung

28.07.2026 08:21
#1
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Hallo zusammen,

in den Sommerferien habe ich endlich Zeit für die Kamera, und der Physiklehrer in mir wollte wissen, warum meine Zugfotos manchmal unscharf sind. Also habe ich gerechnet.

Ein Zug mit 120 km/h legt 33 Meter pro Sekunde zurück. Während der Belichtung bewegt er sich:

  • bei 1/250 s: rund 13 cm
  • bei 1/500 s: rund 7 cm
  • bei 1/1000 s: rund 3 cm

13 Zentimeter Bewegung sieht man bei einer Aufnahme quer zum Gleis sofort. Kommt der Zug dagegen schräg auf mich zu, verschiebt er sich im Bild deutlich weniger, weil ein großer Teil der Bewegung in meine Richtung geht.

Meine vorläufige Faustregel: 1/500 s für die Schrägansicht, 1/1000 s für alles, was schnell und quer fährt. Deckt sich das mit eurer Praxis?

Beste Grüße, Thorsten

TT ist die Spur der Mitte.


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28.07.2026 13:40
#2
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Deckt sich. 1/500 s ist bei mir die Standardeinstellung für die Dreiviertelansicht bis etwa 100 km/h. Bei schnellen Fernzügen oder Aufnahmen quer zum Gleis gehe ich auf 1/1000 s oder kürzer.

Was ich mit den Jahren gelernt habe: Im Zweifel lieber die Empfindlichkeit hochdrehen als die Zeit verlängern. Ein leichtes Bildrauschen sieht man bei normaler Betrachtung kaum. Eine verwischte Loknummer ärgert einen für immer.

Jürgen

Niete gezählt, Welt in Ordnung.


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28.07.2026 16:43
#3
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Bei unseren Museumszügen sieht die Welt gemütlicher aus. Mit 30 oder 40 km/h reicht 1/250 s locker. Manchmal gehe ich absichtlich auf 1/125 s herunter. Dann ist die Lok scharf, aber die Treibstangen und Speichen verwischen leicht, und das Bild bekommt Leben. Eine Dampflok mit eingefrorenem Gestänge sieht aus wie abgestellt.

Epoche II/III · Zweileiter DCC · Ruhrgebiet im Modell


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29.07.2026 08:25
#4
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Ich lese hier fleißig mit, verstehe aber eins nicht: Wenn ich die Zeit kürzer mache, wird das Bild doch dunkler. Woher kommt dann das Licht? Bei meinem Handy macht das alles die Automatik, ich habe keine Ahnung, was da passiert.

Anfänger mit großen Plänen


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03.08.2026 21:07
#5
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Sehr gute Frage, Ben, die stelle ich meinen Schülern auch. Drei Stellschrauben bestimmen die Helligkeit:

  • Zeit: wie lange Licht auf den Sensor fällt
  • Blende: wie groß die Öffnung im Objektiv ist
  • ISO: wie stark das Signal verstärkt wird

Halbierst du die Zeit, kommt halb so viel Licht an. Das gleichst du aus, indem du die Blende um eine Stufe öffnest oder den ISO-Wert verdoppelst.

Beispiel: 1/250 s bei Blende 8 und ISO 200 ergibt dieselbe Helligkeit wie 1/1000 s bei Blende 8 und ISO 800. Zweimal halbiert, zweimal verdoppelt.

Der Preis für hohe ISO-Werte ist Bildrauschen, der für die offene Blende eine geringere Schärfentiefe. Irgendwas ist immer. Das ist bei der Fotografie wie in der Physik.

TT ist die Spur der Mitte.


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04.08.2026 08:42
#6
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Zweimal halbiert, zweimal verdoppelt – jetzt hab ich's. Danke! Ich suche gleich mal, ob mein Handy einen manuellen Modus hat.

Anfänger mit großen Plänen


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