Anfahr- und Bremsverzögerung: eure Werte für CV 3 und CV 4

05.08.2026 20:43
#1
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Liebe Digitalkundige,

meine H0e-Dampflok hat seit dem Winter einen Decoder, und sie fährt ordentlich. Nur eines stört mich als alten Lokführer: Drehe ich den Regler auf, schießt sie los wie ein Moped. So ist bei uns kein Zug angefahren, schon gar nicht mit sechs beladenen Wagen am Haken in der Steigung. Da hat man den Regler mit Gefühl aufgezogen und gewartet, bis der Zug kam.

Ich weiß inzwischen, dass CV 3 das Anfahren und CV 4 das Bremsen verzögert. Bei mir steht in beiden eine 2. Welche Werte nehmt ihr, damit es nach Eisenbahn aussieht, man aber im Bahnhof noch punktgenau halten kann?

Es grüßt aus dem Harz
Karl

H0e und H0m · Harzer Schmalspur seit Jahrzehnten


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05.08.2026 21:54
#2
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Hallo Karl,

nach Norm gilt als Faustregel: Wert mal 0,9 Sekunden ist die Zeit vom Stand bis zur Höchstgeschwindigkeit (CV 3) bzw. von dort bis zum Stand (CV 4). Deine 2 bedeutet also knapp zwei Sekunden, daher das Moped.

Meine Ausgangswerte für Streckenloks: CV 3 = 20 bis 25, CV 4 = 12 bis 15. Das sind rund 20 Sekunden Beschleunigen und gut 12 Sekunden Bremsen. Manche Hersteller rechnen mit einem anderen Faktor, ein Blick in die Anleitung schadet nicht.

Wichtig: Die Zeiten beziehen sich auf den vollen Regelbereich. Wenn du in CV 5 die Höchstgeschwindigkeit begrenzt, bleibt das Verhalten trotzdem stimmig.

Gruß, Dirk

CV 29 ist kein Hexenwerk.


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05.08.2026 22:02
#3
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Moin,

bei Rangierloks deutlich weniger. Ich fahre CV 3 = 4 und CV 4 = 3, sonst steht man beim Kuppeln jedes Mal einen halben Wagen zu weit. Wenn dein Decoder einen Rangiergang auf einer Funktionstaste hat: einschalten. Der halbiert die Geschwindigkeit und schaltet die Verzögerung ab. Auf der Strecke träge, im Bahnhof direkt, beides mit einer Lok.

Stefan

Hafenbahn in H0 · Epoche V/VI


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06.08.2026 18:32
#4
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Vom Vorbild her darf es ruhig noch träger sein, als man denkt. Ein schwerer Güterzug braucht etliche Minuten, bis er auf Streckengeschwindigkeit ist. Maßstäblich hält das auf der Anlage aber kein Mensch aus, weil unsere Strecken viel zu kurz sind. 20 bis 30 Sekunden wirken glaubwürdig und man kommt trotzdem noch vor dem nächsten Bahnhof auf Tempo.

Beim Bremsen würde ich knapper bleiben als beim Anfahren. Ein Zug, der am Bahnsteigende vorbeirutscht, sieht nach Betriebsunfall aus. ;)

Gruß aus Köln, Uwe

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06.08.2026 22:20
#5
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Ich habe jetzt CV 3 = 22 und CV 4 = 12 eingetragen. Was für ein Unterschied! Die Lok setzt sich in Bewegung, wie ich es in Erinnerung habe: erst ein Ruck im Zug, dann kommt sie langsam.

Zitat von Fahrdienstleiter_Uwe
Ein Zug, der am Bahnsteigende vorbeirutscht, sieht nach Betriebsunfall aus.


Das ist mir prompt zweimal passiert. Man muss wieder vorausschauend fahren und früh zumachen, genau wie damals. Ein junger Heizer hat bei mir mal gefragt, warum ich schon am Einfahrsignal bremse. Am Bahnsteig wusste er es dann.

Den Rangiergang probiere ich als Nächstes. Dank an alle!
Karl

H0e und H0m · Harzer Schmalspur seit Jahrzehnten


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07.08.2026 00:41
#6
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Noch ein Tipp aus der Schul-AG: CV 2 gleich mit einstellen. Wenn die Lok bei Fahrstufe 1 gerade so kriecht, wirkt die Anfahrverzögerung erst richtig. Steht CV 2 zu hoch, gibt es trotz hoher CV 3 einen Sprung aus dem Stand. Wir tasten uns von 1 nach oben, bis die Lok bei Fahrstufe 1 sicher anläuft, und nehmen dann einen Punkt mehr.

Beste Grüße, Thorsten

TT ist die Spur der Mitte.


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11.08.2026 17:08
#7
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Guter Hinweis. Bei den meisten meiner Loks liegt CV 2 am Ende zwischen 1 und 5. Vor dem Einstellen eine Viertelstunde warmfahren, kalt verhält sich das Getriebe anders.

CV 29 ist kein Hexenwerk.


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