Bw Falkenhain 1978 – Reichsbahn-Dampf als Fotoanlage an der Wand

19.08.2026 14:21
#1
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Hallo zusammen,

bisher habe ich meine gealterten Loks auf einem nackten Brett fotografiert, und das wird ihnen nicht gerecht. Deshalb entsteht jetzt eine Anlage, die vor allem eines sein soll: Bühne.

Maße 2,80 m x 0,65 m, an der Wand im Arbeitszimmer. H0, Reichsbahn, angesiedelt im Sommer 1978, als der Dampf langsam verschwand und überall schon die Dieselloks daneben standen. Das erfundene Bw Falkenhain bekommt:

  • vierständigen Ringschuppen mit 23-Meter-Drehscheibe
  • Kohlebansen mit Greiferkran
  • Schlackengrube, zwei Wasserkräne, Ölfässer, Gerümpel
  • hinten ein durchgehendes Streckengleis für vorbeifahrende Züge

Betrieb ist Nebensache, die Loks rollen von einem dreigleisigen Abstellbrett links herein. Hauptsache, jede Ecke taugt als Fotomotiv und nichts glänzt.

Liebe Grüße, Lisa

Patina statt Plastikglanz.


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19.08.2026 14:41
#2
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Glück auf Lisa,

ein Bw als Fotobühne, das wird bei dir garantiert eine Augenweide. Ein Tipp aus dem echten Bw: Der Boden ist nirgends einfach grau. An der Schlackengrube liegt helle, fast weißgraue Asche, an der Bekohlung schwarzer Grus, um die Wasserkräne herum ist alles dunkel und nass, und zwischen den Gleisen steht ölgetränkter Dreck.

Für die Schlacke nehme ich echte, fein gesiebte Asche. Die hat genau die richtige stumpfe Farbe, das bekommt man mit Farbe kaum hin. Wenn du welche brauchst: Bei unserer Museumsbahn fällt nach jedem Fahrtag genug an, ich bringe dir gern ein Glas mit.

Epoche II/III · Zweileiter DCC · Ruhrgebiet im Modell


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31.08.2026 18:57
#3
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Holger, echte Lokschlacke von einer echten Dampflok? Das Glas nehme ich sofort, mehr Patina geht ja nicht! :)

Deine Zonen habe ich mir aufgezeichnet und gleich als Farbplan über den Gleisplan gelegt. Das hilft enorm, weil ich so vor dem ersten Pinselstrich weiß, wo es hell, wo dunkel und wo nass wird. Die nassen Stellen am Wasserkran mache ich am Ende mit Glanzlack, nur in den Pfützen, der Rest bleibt stumpfmatt.

Patina statt Plastikglanz.


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31.08.2026 19:47
#4
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Hallo Lisa,

1978 bei der Reichsbahn, da gibt es für den Nietenzähler viel zu holen. ;) Ein paar Dinge, die auf Fotos sofort auffallen:

An vielen Schuppen fehlten einzelne Tore oder standen dauerhaft offen. Ein Schuppen mit vier makellosen Torpaaren wirkt zu ordentlich.

Die Dampfloks jener Jahre trugen die EDV-Nummern, oft mit sichtbar nachgemalten Ziffern, und viele hatten ungleiche Lampen oder geflickte Windleitbleche.

Und neben der Dampflok stand eben schon die Diesellok mit sauberem Lack. Genau dieser Gegensatz macht die Zeit aus.

Gruß, Jürgen

Niete gezählt, Welt in Ordnung.


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06.09.2026 00:31
#5
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Zwischenstand: Der Schuppen ist fertig gealtert, und Jürgens Hinweis ist drin. Am Stand 2 fehlt ein Torflügel, am Stand 4 hängt einer schief in den Angeln.

So bin ich vorgegangen: Mauerwerk in einem stumpfen Ziegelrot grundiert, die Fugen mit hellgrauer, stark verdünnter Farbe eingeschlämmt und sofort wieder abgewischt. Dann kommt das Wichtigste, der Ruß. Über jedem Tor zieht sich eine schwarze Fahne nach oben bis unters Dach, mit der Airbrush in mehreren hauchdünnen Schichten genebelt, in der Mitte dicht, zu den Rändern auslaufend. Am Dach um die Rauchabzüge dasselbe noch einmal.

Die Fenster habe ich von innen mit mattem Klarlack blind gemacht, zwei Scheiben sind eingeschlagen. Die Drehscheibengrube bekommt als Nächstes Rostwasser und Unkraut.

Patina statt Plastikglanz.


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06.09.2026 08:05
#6
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Hallo Lisa,

meine AG verfolgt deinen Bericht mit, seit deine Kreidetechnik bei uns so gut funktioniert hat. Eine Frage der Schüler, die ich gern weitergebe: Wie fotografierst du auf so einer Anlage, damit hinter dem Schuppen nicht die Zimmerwand zu sehen ist? Malst du einen Hintergrund, und wie beleuchtest du?

Und ich stelle fest: Reichsbahn in Epoche IV setzt sich durch, wenn auch bei dir bedauerlicherweise im falschen Maßstab. ;)

Gruß, Thorsten

TT ist die Spur der Mitte.


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06.09.2026 09:37
#7
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Servus Lisa,

zum Unkraut in der Grube und zwischen den Gleisen: In so einem Bw der späten Jahre hat keiner mehr gejätet. Ich würde kurze Grasfasern mit 2 mm in Strohgelb und Olivgrün mischen und nur in kleinen Büscheln setzen, entlang der Schuppenwand, an den Prellböcken und zwischen den selten befahrenen Gleisen. Auf den Strahlengleisen direkt vor der Scheibe nichts, da tropft zu viel Öl.

Ein paar höhere Stauden aus Naturfasern an die Rückseite des Kohlebansens, das gibt Tiefe fürs Foto.

Gruß, Hans

Schotter, Gras und Farbe – der Rest ist Geduld.


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10.09.2026 17:22
#8
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Hans, die Büschel sind gesetzt, gelb und oliv gemischt, und hinter dem Bansen wuchert es jetzt ordentlich.

Thorsten, für die AG: Der Hintergrund ist eine 40 cm hohe, mattweiß grundierte Hartfaserplatte, darauf ein Himmel von Hellblau oben nach fast Weiß am Horizont und nur angedeutete graue Baumsilhouetten. Je weniger Details, desto besser, sonst lenkt er ab. In den Ecken ist die Platte rund gebogen, damit keine Kante zu sehen ist. Licht kommt von einer einzigen starken Lampe schräg von vorne oben, wie die Sonne, plus ein weißer Karton als Aufheller von der anderen Seite. Zum Fotografieren stelle ich die Kamera auf Schienenhöhe.

Und TT ist ein wunderbarer Maßstab, nur passt meine Farbdose nicht in den Führerstand. ;)

Patina statt Plastikglanz.


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