Ringleitung: welcher Querschnitt, wie oft einspeisen?

11.09.2026 20:25
#1
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Hallo,

meine Platte ist 2,40 m x 1,20 m groß, darauf liegt ein Oval mit Ausweichgleis und drei Abstellgleisen. Strom kommt bisher an genau einer Stelle ins Gleis, über das Anschlusskabel aus der Startpackung.

Auf der gegenüberliegenden Seite werden die Züge sichtbar langsamer, und die Wagenbeleuchtung ist dort dunkler. Ich habe gelesen, dass man eine Ringleitung unter der Platte verlegt und an mehreren Stellen einspeist.

Fragen:

  • Welchen Kabelquerschnitt nimmt man dafür?
  • Wie oft muss man ans Gleis gehen?
  • Muss der Ring wirklich geschlossen sein?


Im Baumarkt gibt es Klingeldraht und Lautsprecherkabel, geht davon etwas?

Danke! Ben

Anfänger mit großen Plänen


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11.09.2026 21:49
#2
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Hallo Ben,

das ist der klassische Spannungsabfall über die Schienenverbinder. Die sind zum Ausrichten der Schienen da, als Stromleiter taugen sie auf Dauer wenig, jeder Stoß ist ein kleiner Widerstand.

Mein Rezept seit 40 Jahren:

  • Zwei Adern mit 1,5 mm² einmal unter der Platte dem Gleis entlang, in zwei verschiedenen Farben. Lautsprecherkabel 2 x 1,5 mm² geht dafür gut, Klingeldraht nicht.
  • Alle 1,5 bis 2 m eine Einspeisung ans Gleis, dazu jedes Abstellgleis hinter der Weiche extra.
  • Die Stichleitungen vom Kabel zum Gleis dürfen dünn sein, 0,25 bis 0,5 mm², aber nur 20 bis 30 cm lang.


Farben konsequent durchhalten und einmal aufschreiben, was was ist. Das erspart dir später Sucherei.

Gruß, Willi

H0 Dreileiter · Epoche III · analog angefangen, digital angekommen


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12.09.2026 22:00
#3
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Wenn man es einmal ausrechnet, sieht man, warum der Querschnitt so wichtig ist. Kupfer hat einen spezifischen Widerstand von etwa 0,0178 Ohm mal mm² pro Meter.

Beispiel: 5 m hin und 5 m zurück, also 10 m Leitung, bei 2 A Strom.

  • Litze 0,14 mm²: R = 0,0178 x 10 / 0,14 = 1,27 Ohm, Spannungsabfall 2,5 V
  • Leitung 1,5 mm²: R = 0,0178 x 10 / 1,5 = 0,12 Ohm, Spannungsabfall 0,24 V


Zweieinhalb Volt weniger sieht man an jeder Lok. Ein Viertel Volt bemerkt niemand. Das ist das ohmsche Gesetz, U = R mal I.

Beste Grüße, Thorsten

TT ist die Spur der Mitte.


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12.09.2026 22:49
#4
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Bei unseren Modulen läuft durch jedes Modul eine durchgehende Fahrstromleitung mit 1,5 mm², bei großen Treffen mit vielen Metern Strecke auch 2,5 mm². An jedem Schienenstück hängt eine Stichleitung. Das klingt übertrieben, aber seitdem gibt es bei uns keine Diskussionen mehr über „die Lok ruckelt auf Modul 14“.

Noch ein Tipp aus der Tischlerei: Die Leitung nicht frei baumeln lassen. Kabelhalter alle 30 cm an die Unterseite schrauben, dann reißt beim Transport oder beim Umbau nichts ab.

Micha

Module verbinden – Menschen auch.


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13.09.2026 08:11
#5
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Zur dritten Frage, Ring geschlossen oder offen: Bei deiner Plattengröße ist das egal, beides funktioniert. Bei großen Digitalanlagen lässt man die Leitung eher offen, also als Strang von der Zentrale aus, und verdrillt die beiden Adern locker miteinander. Das hält das Digitalsignal sauberer.

Wichtiger als diese Frage ist, dass der Kurzschlussschutz überall anspricht. Wenn alles verdrahtet ist, eine Münze an der entferntesten Stelle quer über die Schienen legen. Die Zentrale muss sofort abschalten. Tut sie das nicht, ist der Weg dorthin zu hochohmig.

Gruß, Dirk

CV 29 ist kein Hexenwerk.


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13.09.2026 10:49
#6
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Servus Ben, aus leidvoller Erfahrung: Speise verdeckte Strecken großzügig ein, solange du noch hinkommst. In meinen Gleiswendeln hat jede Windung zwei Einspeisungen bekommen. Nachträglich in einer fertigen Wendel einen Draht anlöten ist Arbeit für jemanden, der Schlangenmensch gelernt hat.

Bei dir also: Abstellgleise und alles, was später unter einem Berg oder Tunnel verschwindet, jetzt verdrahten.

Servus, Martin

Gebirgsanlage H0 · Epoche V · Viadukte im Bau


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13.09.2026 11:12
#7
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Wochenendprojekt erledigt. Lautsprecherkabel 2 x 1,5 mm² unter der Platte, sieben Einspeisungen mit 0,5 mm² Litze, jede keine 25 cm lang, an Lüsterklemmen. Die Farben stehen auf einem Zettel, der unter der Platte klebt.

Ergebnis: Die Züge fahren überall gleich schnell, die Wagenbeleuchtung ist rundum gleich hell. Münztest an vier Stellen gemacht, die Zentrale schaltet jedes Mal sofort ab.

Ich hätte nicht gedacht, dass das so viel ausmacht. Danke an alle!

Anfänger mit großen Plänen


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13.09.2026 15:07
#8
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Sauber. Und der Zettel unter der Platte ist das Zeichen, dass aus dir noch ein ordentlicher Modellbahner wird. Meiner hängt seit 1987 und stimmt immerhin noch zur Hälfte.

H0 Dreileiter · Epoche III · analog angefangen, digital angekommen


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