Modulelektrik: Ringleitung, Stecker und ein Farbcode, der Ärger spart
#1
Hallo zusammen,
nach der Fehlersuche beim letzten Treffen habe ich aufgeschrieben, wie ich die Elektrik unter einem Modul aufbaue. Es ist kein Hexenwerk, aber wenn es alle gleich machen, spart das am Aufbautag Stunden.
- Fahrstrom als durchgehende zweipolige Leitung von Kopfstück zu Kopfstück, Querschnitt 1,5 mm²
- an beiden Enden 30 cm Kabel mit Stecker beziehungsweise Buchse, verpolungssicher
- vom Fahrstrom zu jeder Schiene eine Stichleitung mit 0,5 mm², mindestens eine je Gleisstück
- Farbcode: in Fahrtrichtung rechte Schiene rot, linke Schiene schwarz, ohne Ausnahme
- die Busleitung für Handregler getrennt führen, mit eigenen Buchsen an beiden Modulseiten
Alle Leitungen mit Kabelklemmen am Rahmen befestigen, nichts hängt durch. Wer das Modul auf den Kopf dreht, soll in zehn Sekunden verstehen, was wohin geht.
Gruß, Dirk
#2
Hallo Dirk,
volle Zustimmung, und zwei Ergänzungen aus der Praxis mit meiner Blockstelle:
Klebt einen kleinen Schaltplan in den Modulkasten, direkt neben die Klemmleiste, in einer Klarsichthülle. Nach einem halben Jahr weiß man selbst nicht mehr, welche Ader zum Signalantrieb geht, und ein Helfer beim Treffen erst recht nicht.
Und alle Verbindungen zwischen Fahrstrom und Gleis über eine Klemmleiste führen, nicht direkt anlöten. Dann kann man bei der Fehlersuche einen Abschnitt in Sekunden abklemmen, ohne den Lötkolben auszupacken.
Grüße, Susanne
#3
Hi Dirk,
ich lerne das ja gerade in der Ausbildung, deshalb die Nachfrage: Warum 1,5 mm² für die durchgehende Leitung? Ein Booster liefert doch nur ein paar Ampere, und dafür würde im Schaltschrank viel weniger reichen. Geht es um den Spannungsabfall auf der Länge?
#4
Hallo Ben,
genau darum, und um die Kurzschlusserkennung. Rechnen wir es durch:
Kupfer mit 1,5 mm² hat rund 0,012 Ohm pro Meter. Ein Boosterbezirk bei einem Treffen ist schnell 20 m lang, hin und zurück also 40 m Leitung, macht 0,48 Ohm. Bei 3 A Last fallen darüber 1,4 V ab. Das merkt man an der Geschwindigkeit kaum.
Mit 0,5 mm² wären es dreimal so viel, also über 4 V. Die Lok am Ende des Bezirks kriecht, und schlimmer: Bei einem Kurzschluss am fernen Ende begrenzt der Leitungswiderstand den Strom so stark, dass der Booster ihn nicht mehr sicher als Kurzschluss erkennt. Dann schaltet er nicht ab, und irgendwo wird etwas warm.
Deshalb dicker Querschnitt in der Hauptleitung und dünn nur auf den letzten Zentimetern.
Gruß, Dirk
#5
Ergänzung zur Versorgung von allem, was nicht fährt: Beleuchtung, Servos und Signale bitte nie aus dem Fahrstrom speisen. Jede Lampe am Fahrstrom fehlt dem Booster für die Loks, und Störungen von Servos haben im Digitalsignal nichts verloren.
Ich lege eine dritte, eigene Leitung für Zubehör mit, ebenfalls von Kopfstück zu Kopfstück, in einer anderen Farbe und mit einem anderen Steckertyp, damit sie niemand versehentlich in die Fahrstrombuchse stecken kann. Gespeist wird sie aus einem eigenen Steckernetzteil. Die Netzspannung bleibt dabei immer außerhalb des Moduls, unter dem Kasten gibt es nur Kleinspannung.
Gruß, Andreas
#6
Das unterschreibe ich alles und nehme den Farbcode in unsere Aufbauanleitung auf.
Dazu passt der einfachste Test, den es gibt und den wir ab jetzt bei jedem Treffen machen: der Münztest. Bevor ein Fahrzeug aufs Gleis kommt, legt jemand auf jedem Modul eine Münze quer über beide Schienen. Der Booster muss sofort abschalten. Tut er das nicht, ist die Zuleitung zu dünn oder eine Verbindung schlecht, und das Modul bekommt eine zusätzliche Einspeisung, bevor der Betrieb beginnt.
Dauert bei 40 Modulen eine Viertelstunde und hätte uns in Herford einiges erspart.
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