Zweite Ebene auf kleiner Platte – wie steil darf die Rampe sein?

30.09.2026 12:12
#1
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Hallo zusammen,

kaum läuft alles, kommen neue Flausen: Ich hätte gern eine zweite Ebene. Idee: Vom Oval zweigt ein Gleis ab, steigt an der Rückseite entlang und endet oben in einem kleinen Haltepunkt, unter dem die Strecke im Tunnel verschwindet.

Damit unten noch ein Zug durchpasst, brauche ich ja eine gewisse Höhe. Wie viel genau? Und wie steil darf eine Rampe in H0 sein, damit meine Loks mit drei, vier Wagen noch hochkommen? Im Netz finde ich Werte von 2 bis 8 Prozent, das hilft mir nicht weiter.

Platte wie immer 1,60 x 0,80 m.

Ben

Anfänger mit großen Plänen


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30.09.2026 13:28
#2
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Hallo Ben,

erst die Zahlen, dann die schlechte Nachricht.

Durchfahrtshöhe: Von Schienenoberkante unten bis Unterkante der oberen Trasse solltest du ohne Oberleitung etwa 65 bis 70 mm vorsehen. Dazu kommen Trassenbrett (8 bis 10 mm) und Gleis oben. Von Schienenoberkante zu Schienenoberkante bist du damit bei rund 85 mm.

Steigung: Für zuverlässigen Betrieb höchstens 3 %, also 3 cm Höhe auf 1 m Strecke. In engen Bögen wirkt die Steigung durch die Reibung deutlich stärker, da würde ich bei 360 mm Radius nicht über 2,5 % gehen.

Rechnung: 85 mm bei 3 % ergeben 2,83 m Rampe, plus Ausrundung oben und unten. Deine Rückseite ist 1,60 m lang.

Das passt so nicht.

Tom

Erst planen, dann sägen.


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30.09.2026 15:55
#3
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Servus Ben,

ich fahr auf meiner Gebirgsanlage Wendeln und lange Rampen und kann Toms Zahlen aus der Praxis bestätigen. Bei mir sind es 2,5 % in der Wendel, und da merkt man schon jeden Wagen. Eine Lok, die in der Ebene zwölf Wagen zieht, schafft dort noch sechs oder sieben.

Was gern unterschätzt wird, ist die Ausrundung: Der Übergang von der Ebene in die Steigung darf kein Knick sein, sonst hebt es der Lok die vordere Achse aus oder die Kupplungen hängen aus. Rechne mindestens 20 bis 30 cm für jeden Übergang ein.

Auf deiner Platte tät ich mir das nicht an.

Servus, Martin

Gebirgsanlage H0 · Epoche V · Viadukte im Bau


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01.10.2026 07:26
#4
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Kleiner Trost aus der Schweiz, Ben: Auch das Vorbild muss für Höhe Strecke machen. Die Albulabahn gewinnt ihre Höhenmeter mit 35 Promille und braucht dafür Kehrtunnel und Schleifen, die Berninabahn schafft im reinen Adhäsionsbetrieb sogar 70 Promille – aber mit kurzen Zügen und kräftigen Triebwagen. Was die Großen nur mit Spiralen hinbekommen, darf uns auf 1,60 m ruhig Kopfzerbrechen machen.

Liebe Grüße, Anna

Schmalspur H0m · Bahnreisen in die Berge


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01.10.2026 11:11
#5
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Hallo Ben,

es gibt einen Trick, mit dem sich die Rampe halbieren lässt: Die eine Strecke steigt, die andere fällt. Wenn dein Oval hinten um 40 mm abtaucht und das Abzweiggleis um 45 mm ansteigt, kommst du auch auf 85 mm Abstand – mit zwei kurzen Rampen statt einer langen.

Dafür darf die Anlage aber nicht auf einer durchgehenden Platte liegen. Man baut einen offenen Rahmen und schraubt die Trassen aus 8- oder 10-mm-Sperrholz auf Stützen in der jeweils passenden Höhe. Die Trasse biegt sich dann von selbst in eine saubere Ausrundung.

Das ist allerdings ein Neubau des Unterbaus. Für eine Platte, die hinter den Schrank muss, eher nichts.

Grüße, Bernd

Schwarzwaldbahn in H0 · Kehrtunnel im Bau


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01.10.2026 11:40
#6
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Puh. Das habe ich mir einfacher vorgestellt, aber die Rechnung ist eindeutig.

Gibt es eine abgespeckte Variante? Mir geht es eigentlich weniger um die Unterführung als darum, dass nicht alles topfeben ist.

Anfänger mit großen Plänen


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01.10.2026 13:31
#7
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Die gibt es, und sie ist die bessere Lösung für deine Fläche: Lass das Abzweiggleis an der Rückseite auf 1,20 m Länge um 30 mm ansteigen. Das sind 2,5 %, schafft jede deiner Loks mit vier Wagen, und der Haltepunkt liegt sichtbar über dem Oval. Den Höhenunterschied fängst du mit einer kleinen Stützmauer oder einer Böschung ab.

Optisch bringt das enorm viel, obwohl es nur drei Zentimeter sind. Eine Unterführung brauchst du dafür nicht – und die zweite Ebene hebst du dir für die nächste, größere Anlage auf.

Erst planen, dann sägen.


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01.10.2026 17:20
#8
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Drei Zentimeter Berg, das ist mein Niveau. :D So wird's gemacht. Styroporreste für die Böschung liegen noch im Keller. Danke für die ehrlichen Antworten – lieber jetzt eine Enttäuschung als später eine Rampe, die keine Lok hochkommt.

Anfänger mit großen Plänen


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