Wendezug rutscht am roten Blocksignal durch – aber nur geschoben

01.10.2026 17:24
#1
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Hallo zusammen,

auf der Anlage unserer Modellbahn-AG läuft seit Schuljahresbeginn ein Blockbetrieb mit vier Blöcken am PC. Alle Züge halten brav vor Rot – bis auf einen: Der Wendezug fährt mit Steuerwagen voraus regelmäßig gut 30 cm über das Signal hinaus und steht dann halb im nächsten Block. Gezogen, also mit der Lok vorn, hält derselbe Zug punktgenau.

Jeder Block hat zwei Belegtmelder: einen langen Fahrabschnitt und 40 cm Halteabschnitt vor dem Signal. Die Lok ist eingemessen.

Meine Schüler tippen auf einen Softwarefehler, ich als Physiklehrer eher auf etwas Handfestes. Bevor ich morgen in der AG-Stunde ratlos dastehe: Woran liegt es?

Beste Grüße, Thorsten

TT ist die Spur der Mitte.


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01.10.2026 18:12
#2
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Hallo Thorsten,

dein Instinkt stimmt. Ein Belegtmelder erkennt Stromverbrauch. Wenn der Steuerwagen keinen Strom zieht, merkt der Halteabschnitt erst etwas, wenn hinten die Lok einfährt – und dann steht die Zugspitze schon fast am Signal. Bremsweg dazu, und du hast deine 30 cm.

Drei Lösungen, in meiner Reihenfolge der Zuverlässigkeit:

  • Widerstandsachsen am vorderen Drehgestell des Steuerwagens, 10 kΩ über die Isolierung
  • Steuerwagen mit eigener Stromabnahme und Spitzenlicht, der Verbraucher wird dann gemeldet
  • in der Software beim Zug „geschoben“ eintragen; manche Programme rechnen dann die Zuglänge ein, aber das ist die wackligste Variante


Gruß, Susanne

Signale, Blöcke, Fahrstraßen – am liebsten am PC gestellt


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01.10.2026 18:35
#3
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Zur Widerstandsachse konkret: 10 kΩ ergeben bei rund 14 V Gleisspannung 1,4 mA. Das erkennt jeder gängige Stromfühler sicher, und es erwärmt sich nichts.

So wird es gemacht: SMD-Widerstand der Bauform 0805 mit einem Tropfen Sekundenkleber auf die Isolierbuchse der Achse setzen, beide Enden mit Leitsilber an Radscheibe und Achse anbinden, trocknen lassen, mit dem Multimeter von Rad zu Rad durchmessen. Zwei Achsen pro Wagen, falls eine mal schlechten Kontakt hat.

Für die AG eine schöne Übung zum ohmschen Gesetz: erst rechnen, dann messen.

Gruß, Dirk

CV 29 ist kein Hexenwerk.


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01.10.2026 19:29
#4
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Beim großen Vorbild übrigens dasselbe Prinzip: Die Gleisfreimeldung arbeitet mit Gleisstromkreisen oder Achszählern, und da zählt jede einzelne Achse. Ein Zug, der vorn oder hinten „unsichtbar“ ist, darf es schlicht nicht geben.

Fürs Modell heißt das: Auch der letzte Wagen jedes Zuges gehört mit Widerstandsachsen ausgerüstet. Sonst gibt die Software den Block frei, während der Zugschluss noch drinsteht – und der nächste Zug fährt hinten auf.

Gruß, Uwe

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02.10.2026 07:16
#5
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Danke euch dreien, das war eine Punktlandung für die AG-Stunde heute.

Zwei Schüler haben die Widerstände aufgeklebt, einer hat gerechnet: 1,4 mA. Nach einer Stunde Trockenzeit gemessen: 1,38 mA. Der Wendezug hält jetzt auch geschoben eine Handbreit vor dem Signal.

Die Softwarefehler-Fraktion schuldet der Gruppe nun einen Kuchen, und nächste Woche bekommen alle Schlusswagen ihre Widerstandsachsen, wie Uwe es empfiehlt.

Beste Grüße, Thorsten

TT ist die Spur der Mitte.


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