Sammler alter Blechbahnen aus Würzburg stellt sich vor

04.02.2026 17:51
#1
avatar

Sehr geehrte Forengemeinde,

gestatten Sie, dass ich mich vorstelle – oder vielmehr: gestattet, denn man duzt sich hier, wie ich gelesen habe. Ich heiße Erwin, bin 76 Jahre alt, wohne in Würzburg und war bis zur Pensionierung Postbeamter.

Meine Leidenschaft gilt den Modellbahnen der fünfziger und sechziger Jahre: Blechwagen mit lithografierter Beschriftung, schwere Gussloks, Trafos im Bakelitgehäuse. Meine erste Lokomotive bekam ich zu Weihnachten 1957, eine kleine Tenderlok, die noch heute läuft. Inzwischen sind es gut 140 Lokomotiven, dazu Blechspielzeug und einige Uhrwerkbahnen in Spur 0.

Eine Anlage im eigentlichen Sinne habe ich nicht. Auf einem Tisch von 2,50 m mal 1,10 m liegt ein Blechgleis-Oval mit Ausweiche, auf dem jede Lok regelmäßig ihre Runden drehen darf, denn langes Stehen bekommt alten Motoren nicht. Die Wartung erledige ich selbst: Kollektor reinigen, Kohlebürsten erneuern, verharztes Öl entfernen.

Ich lese hier schon einige Wochen mit und freue mich auf den Austausch.

Mit freundlichen Grüßen
Erwin

Sammler alter Modellbahnen der 50er und 60er Jahre


 Antworten

 Beitrag melden
05.02.2026 19:03
#2
avatar

Willkommen, Erwin! Da spricht jemand meine Sprache. Stehen ist für alte Motoren tatsächlich schlimmer als Fahren.

Womit reinigst du den Kollektor? Ich nehme ein Holzstäbchen und etwas Isopropanol, die Rillen zwischen den Lamellen kratze ich vorsichtig mit einem angespitzten Zahnstocher aus. Den Glasfaserstift nur im Notfall, der nimmt Material mit.

Gruß, Rainer

Erst reinigen, dann ölen – aber sparsam.


 Antworten

 Beitrag melden
05.02.2026 19:32
#3
avatar

Lieber Rainer,

vielen Dank für den freundlichen Empfang. Ich halte es ganz ähnlich: ein Wattestäbchen mit wenig Reinigungsbenzin, danach poliere ich mit einem Stück hartem Filz nach. Die Kohlebürsten prüfe ich bei jeder Durchsicht auf ihre Länge und darauf, ob sie leichtgängig in ihren Führungen sitzen.

Am meisten Geduld verlangt das alte Öl, das nach sechzig Jahren eher Bernstein ist als Schmierstoff. Ich weiche die Lager über Nacht ein und arbeite am nächsten Tag mit einem Holzspan nach. Metallwerkzeug kommt mir an kein Getriebe.

Mit freundlichen Grüßen
Erwin

Sammler alter Modellbahnen der 50er und 60er Jahre


 Antworten

 Beitrag melden
05.02.2026 23:11
#4
avatar

Blechgleis-Oval und Bakelit-Trafo, da werde ich ganz nostalgisch. Willkommen, Erwin!

Ein Hinweis vom alten Elektriker, den du vermutlich längst kennst: Trafos aus dieser Zeit bitte nicht mehr ans Netz hängen, ohne dass jemand Zuleitung und Isolation geprüft hat. Die Gummikabel von damals bröseln oft schon beim Hinschauen.

Gruß, Willi

H0 Dreileiter · Epoche III · analog angefangen, digital angekommen


 Antworten

 Beitrag melden
06.02.2026 18:05
#5
avatar

Ein sehr berechtigter Hinweis, lieber Willi. Die alten Transformatoren stehen bei mir ausschließlich in der Vitrine. Gefahren wird mit einem modernen Fahrgerät, das hinter einer Blende verschwindet, damit der Anblick nicht leidet. Die Lokomotiven merken den Unterschied nicht, und ich schlafe ruhiger.

Sammler alter Modellbahnen der 50er und 60er Jahre


 Antworten

 Beitrag melden
06.02.2026 18:52
#6
avatar

Auch von mir ein herzliches Willkommen, Erwin. 140 Lokomotiven, die alle regelmäßig auf die Strecke dürfen – das ist ein Umlaufplan, vor dem ich als Fahrdienstleiter den Hut ziehe. Und schreib ruhig ausführlich, hier wird gern gelesen.

Uwe

Forenteam · Bitte Suchfunktion nutzen – und immer freundlich bleiben.


 Antworten

 Beitrag melden
Bereits Mitglied?
Jetzt anmelden!
Mitglied werden?
Jetzt registrieren!