Zeche Konstantin – Zechenbahn im Ruhrgebiet, Epoche III

06.03.2026 18:50
#1
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Glück auf zusammen,

nach zwei Jahren Planen und Sammeln geht es im Keller endlich los. Der Raum misst 4,20 x 2,80 m, die Anlage wird ein L an zwei Wänden, Tiefe 70 cm, im Schenkel 90 cm.

Thema: eine erfundene Schachtanlage „Zeche Konstantin“ irgendwo zwischen Bochum und Herne, Epoche III. Geplant sind:

  • Fördergerüst mit Schachthalle und Kohlenwäsche
  • dreigleisiger Übergabebahnhof zur Staatsbahn
  • Zechenbahn mit eigenem kleinen Lokschuppen
  • Schattenbahnhof mit vier Gleisen unter der Halde

Gefahren wird Zweileiter DCC. Auf der Staatsbahnseite 55er und 94er, auf der Zeche eine dreiachsige Werkslok. Unterbau ist offene Rahmenbauweise aus 10 mm Pappelsperrholz, die Rahmen stehen seit letztem Wochenende.

Ich berichte hier, wie es weitergeht. Kritik ausdrücklich erwünscht!

Gruß, Holger

Epoche II/III · Zweileiter DCC · Ruhrgebiet im Modell


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06.03.2026 22:03
#2
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Hallo Holger,

schönes Thema, und mit 4,20 m Schenkellänge lässt sich was machen. Bevor du Gleise verlegst, drei Fragen:

1. Welche Nutzlänge haben die Übergabegleise? Ein Kohlenzug wirkt erst ab acht bis zehn Wagen.
2. Welchen Mindestradius planst du im sichtbaren Bereich und welchen im Schattenbahnhof?
3. Gibt es ein Ausziehgleis, damit die Werkslok rangieren kann, ohne das Streckengleis zu blockieren?

Gerade Punkt 3 wird bei Zechenanschlüssen gern vergessen, und dann steht der Betrieb.

Gruß, Tom

Erst planen, dann sägen.


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17.03.2026 08:02
#3
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Moin Tom,

gute Fragen, hab ich zum Glück alle auf dem Zettel:

Nutzlänge im Übergabebahnhof 1,40 m auf den beiden langen Gleisen, das reicht für zehn Selbstentladewagen plus Lok. Das dritte Gleis ist mit 1,10 m kürzer und dient als Umfahrung.

Radien: sichtbar nichts unter 500 mm, im Schattenbahnhof 420 mm. Die 94er läuft da noch sauber durch, hab ich auf einem Probebrett getestet.

Ausziehgleis ist drin, 90 cm lang, liegt parallel zur Einfahrt. Lok plus fünf Wagen passen drauf, mehr zieht die Werkslok eh nicht aus der Wäsche.

Gruß, Holger

Epoche II/III · Zweileiter DCC · Ruhrgebiet im Modell


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19.03.2026 16:05
#4
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Hallo Holger,

sieht nach einem durchdachten Plan aus. Aus Sicht des alten Elektrikers ein Rat, solange du noch von unten überall drankommst: Zieh eine Ringleitung mit 1,5 mm² unter der Anlage entlang und geh etwa alle Meter mit dünner Litze ans Gleis. Schienenverbinder sind zum Verbinden von Schienen da, nicht zum Stromleiten. ;)

Und wenn du später Rückmelder willst: Trennstellen jetzt schon einsägen und beschriften. Nachträglich unter einer fertigen Kohlenwäsche macht das keinen Spaß, frag mich, woher ich das weiß.

H0 Dreileiter · Epoche III · analog angefangen, digital angekommen


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19.03.2026 16:10
#5
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Oh, eine Zeche! Da darf richtig Dreck drauf. :)

Kleiner Farbtipp vorab fürs Fördergerüst: nicht schwarz lackieren. Im Maßstab wirkt reines Schwarz wie ein Loch. Nimm ein sehr dunkles Grau mit einem Hauch Grün, dann Rostläufer mit stark verdünntem Rotbraun von den Knotenblechen nach unten ziehen und zum Schluss dunkle Pigmente in die Ecken reiben.

Rund um die Verladung liegt beim Vorbild überall Kohlenstaub. Den bekommst du mit schwarzem und anthrazitfarbenem Pigmentpulver hin, mit einem weichen Pinsel eingetupft und nur ganz leicht fixiert.

Liebe Grüße, Lisa

Patina statt Plastikglanz.


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26.03.2026 16:27
#6
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Kurzer Zwischenstand: Der Übergabebahnhof liegt! Drei Gleise, fünf Weichen, alles auf 5 mm Kork. Die Herzstücke sind polarisiert, geschaltet wird über die Umschalter der Weichenantriebe.

Willis Ringleitung ist auch drin, 1,5 mm² in Rot und Braun, Einspeisung etwa alle 90 cm. Trennstellen für sechs Meldeabschnitte sind gesägt und mit Papierfähnchen markiert.

Erste Probefahrt gestern Abend: Die 94er hat zehn beladene Wagen ohne Schleudern aus dem Schattenbahnhof hochgezogen, Steigung dort 2 %. Ich hab gegrinst wie ein Honigkuchenpferd.

Lisa, danke für den Farbtipp, das Dunkelgrau ist notiert.

Gruß, Holger

Epoche II/III · Zweileiter DCC · Ruhrgebiet im Modell


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26.03.2026 17:20
#7
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Hallo Holger,

der Nietenzähler meldet sich, aber nur ganz kurz. ;)

Achte bei den Wagen auf die Trennung: Auf dem Zechengelände liefen oft werkseigene Wagen und Loks mit Werksnummer statt Staatsbahn-Beschriftung, die nie auf die Strecke durften. Im Übergabebahnhof standen dagegen die Staatsbahnwagen. Wenn du das im Modell durchhältst, hast du gleich einen Grund für den Lokwechsel an der Übergabe.

Und die Werkslok darf ruhig eine große Nummer am Führerhaus tragen, „Konstantin 3“ oder ähnlich. Das sieht sofort nach Zeche aus.

Niete gezählt, Welt in Ordnung.


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26.03.2026 18:03
#8
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Servus Holger,

zum Gleisbett im Zechenbereich: Bitte keinen sauberen grauen Schotter. Da lag früher alles Mögliche, Schlacke, Kohlengrus, festgefahrener Dreck. Ich würde im Werksgelände feinen dunklen Sand nehmen, bis fast an die Schienenoberkante einfüllen und mit verdünntem Weißleim plus einem Tropfen Spülmittel fixieren. Danach mit matter Farbe in Schwarzbraun drübernebeln.

Nur im Übergabebahnhof richtigen Schotter, aber auch dort rostbraun und dunkel verschmutzt. Der Kontrast zwischen beiden Bereichen macht viel aus.

Gruß, Hans

Schotter, Gras und Farbe – der Rest ist Geduld.


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09.04.2026 07:40
#9
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So, das Fördergerüst steht – zumindest im Rohbau. Eigenbau aus Messing-Winkelprofilen 2 x 2 mm und Knotenblechen aus 0,3er Blech, alles weich gelötet. Höhe 38 cm, das Ding beherrscht die ganze Ecke.

Die beiden Seilscheiben sind drehbar gelagert. Im Maschinenhaus sitzt ein kleiner Getriebemotor, der sie über einen dünnen Gummifaden antreibt. Noch läuft das viel zu schnell, sieht eher nach Kirmes als nach Seilfahrt aus.

Schotterhans, der dunkle Sand im Werksgelände ist eingebracht, und du hattest recht: Der Unterschied zum Bahnhof ist enorm.

Hat jemand eine Idee, wie ich den Motor vernünftig langsam bekomme?

Gruß, Holger

Epoche II/III · Zweileiter DCC · Ruhrgebiet im Modell


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09.04.2026 08:36
#10
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Hallo Holger,

häng den Motor an einen einfachen Lokdecoder und gib ihm eine eigene Adresse. Dann kannst du die Seilscheiben wie eine Lok fahren:

  • CV 2 (Anfahrspannung) so niedrig wie möglich, meist 1 bis 3
  • CV 5 (Höchstgeschwindigkeit) kräftig runter, probier 40
  • CV 3 und CV 4 (Anfahr- und Bremsverzögerung) auf 30 bis 40

Damit läuft die Scheibe weich an, dreht gemächlich und läuft langsam aus, genau wie eine echte Fördermaschine. Richtungswechsel gibt es gratis dazu: Korb rauf, Korb runter.

Wenn der Motor trotzdem ruckelt, die Lastregelung abschalten oder weicher einstellen.

CV 29 ist kein Hexenwerk.


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09.04.2026 09:31
#11
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Tach Holger,

toller Baubericht, lese ich sehr gern mit.

Für den Betrieb später ein Vorschlag aus der Praxis: Mach aus der Übergabe einen festen Ablauf. Leerzug kommt von der Strecke, Zuglok setzt um und fährt allein zurück oder nimmt den beladenen Zug mit. Die Werkslok holt die Leerwagen in zwei Portionen ab und stellt beladene bereit. Wenn du dir dafür einen kleinen Bedienplan mit vier, fünf Fahrten schreibst, hast du eine Stunde Betrieb, ohne dass ein Zug nur im Kreis fährt.

Gruß aus Köln, Uwe

Forenteam · Bitte Suchfunktion nutzen – und immer freundlich bleiben.


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18.04.2026 19:20
#12
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Dirk, das war der entscheidende Tipp! Alter Decoder aus der Bastelkiste dran, CV 5 auf 35, Verzögerung auf 40 – die Seilscheiben drehen jetzt so, dass Besuch davor stehen bleibt.

Uwe, den Bedienplan schreibe ich, sobald die Kohlenwäsche steht. Die ist als Nächstes dran, dann der Lokschuppen für die Werkslok.

Danke euch allen, ohne das Forum wäre ich noch beim ersten Gleisplan.

Gruß, Holger

Epoche II/III · Zweileiter DCC · Ruhrgebiet im Modell


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