Punkt-zu-Punkt oder doch Rundkurs? Grundsatzfrage vor dem Neubau

15.05.2026 19:03
#1
avatar

Liebe Mitleser,

nach dem Umzug steht mir im Arbeitszimmer eine L-Form zur Verfügung: 3,20 m an der einen Wand, 1,80 m über Eck, überall 50 cm tief. Es soll eine Nebenbahn in H0 werden, Epoche III, mit Köf, Schienenbus und einem kurzen Nahgüterzug.

In allen Büchern, die ich dazu gelesen habe, wird der Punkt-zu-Punkt-Betrieb als das einzig Wahre gepriesen. Mein Bauch sagt aber: Manchmal möchte ich einfach nur dasitzen und einem Zug beim Fahren zusehen. Das kann ein Endbahnhof nicht.

Wie haltet ihr es? Und bereut jemand seine Entscheidung?

Herzliche Grüße, Karin

Kleinloks und Nebenbahn-Idylle


 Antworten

 Beitrag melden
15.05.2026 19:30
#2
avatar

Moin Karin,

klare Stimme für Punkt-zu-Punkt. Ein Zug, der im Kreis fährt, ist nach fünf Runden langweilig. Ein Zug, der ankommt, umsetzt, zwei Wagen an die Ladestraße drückt und wieder abfährt, beschäftigt dich zwanzig Minuten.

Bei 50 cm Tiefe stellt sich die Frage sowieso kaum.

Stefan

Hafenbahn in H0 · Epoche V/VI


 Antworten

 Beitrag melden
15.05.2026 19:40
#3
avatar

Stefan hat den entscheidenden Punkt genannt: Ein Wendebogen in H0 braucht mindestens 90 cm Tiefe. Auf deiner L-Form geht ein Rundkurs also nur mit zwei dicken Keulen an den Enden, und die fressen dir den halben Raum.

Mein Vorschlag für die Fläche:

  • langer Schenkel: Endbahnhof mit Umfahrgleis, Ladestraße, Lokschuppen für die Köf
  • Ecke: Strecke mit einem Haltepunkt
  • kurzer Schenkel: offener Abstellbahnhof mit drei Stumpfgleisen, der den Rest der Welt darstellt


Das ist vorbildgerecht und auf 50 cm sauber zu bauen.

Tom

Erst planen, dann sägen.


 Antworten

 Beitrag melden
16.05.2026 23:30
#4
avatar

Guten Abend Karin,

beim Vorbild war die Nebenbahn immer Punkt-zu-Punkt, und gerade das Ende war das Schönste. Am Endbahnhof hatten wir zwanzig Minuten Wende: Lok abhängen, umsetzen, Wasser nehmen, mit dem Zugführer einen Kaffee aus der Thermoskanne. Wer das im Modell nachspielt, mit Pausen und ohne Hektik, der vermisst keinen Kreis.

Das Zusehen kommt von ganz allein, wenn der Zug langsam genug fährt.

Es grüßt aus dem Harz, Karl

H0e und H0m · Harzer Schmalspur seit Jahrzehnten


 Antworten

 Beitrag melden
17.05.2026 00:50
#5
avatar

Liebe Karin,

erlaube mir die Gegenstimme, auch wenn ich damit wohl allein bleibe. Bei mir dreht seit Jahrzehnten eine alte Blechbahn ihre Runden auf einem schlichten Oval, und ich habe noch keinen Abend bereut, an dem ich ihr einfach zugesehen habe. Auch die Enkel fragen nicht nach Wagenkarten, sondern danach, ob der Zug noch einmal fahren darf.

Vielleicht lässt sich beides verbinden: die Anlage als Punkt-zu-Punkt, und daneben ein einfaches Oval auf einem Brett, das bei Bedarf auf den Tisch kommt.

Mit Sammlergruß, Erwin

Sammler alter Modellbahnen der 50er und 60er Jahre


 Antworten

 Beitrag melden
17.05.2026 08:15
#6
avatar

Das ist die Lösung, lieber Erwin, und sie ist so einfach, dass ich nicht darauf gekommen bin.

Die Anlage wird also Punkt-zu-Punkt nach Toms Skizze, und unter dem Bett liegt künftig ein Einfahrkreis auf einer Platte. Der ist ohnehin praktisch, um neue Loks einzufahren.

Karls Thermoskanne bekommt einen Ehrenplatz auf dem Bahnsteig. Ich danke euch allen!

Herzliche Grüße, Karin

Kleinloks und Nebenbahn-Idylle


 Antworten

 Beitrag melden
17.05.2026 08:53
#7
avatar

Schöner Ausgang. Ein Tipp für später: Schreib dir einen kleinen Fahrplan mit drei Zugpaaren – Schienenbus morgens, Nahgüterzug mittags, Schienenbus abends. Mit Rangieren an der Ladestraße bist du damit eine gute Stunde beschäftigt, ganz ohne Kreis.

Gruß, Uwe

Forenteam · Bitte Suchfunktion nutzen – und immer freundlich bleiben.


 Antworten

 Beitrag melden
Bereits Mitglied?
Jetzt anmelden!
Mitglied werden?
Jetzt registrieren!