Hafenbahn am Reiherkai – Rangieranlage H0, Epoche V/VI
#1
Moin,
wird Zeit, dass ich mein Projekt mal zeige. Kein Kreisverkehr, keine Paradestrecke, nur Rangieren.
Die Anlage steht an der Wand im Arbeitszimmer: zwei Segmente, zusammen 3,20 m x 0,50 m, dazu rechts ein Fiddle Yard mit 1 m Länge und drei Gleisen. Thema ist ein erfundener Hafenteil, der „Reiherkai“:
- Kaigleis direkt an der Kaimauer mit Stückgutschuppen
- Anschluss Tanklager mit zwei Füllstellen
- Containerstellplatz mit Ladestraße
- Umfahrgleis und Ausziehgleis
Zweileiter DCC, Epoche V/VI. Als Loks eine V 60 und eine moderne vierachsige Rangierdiesellok. Gefahren wird nach Wagenkarten, jeder Wagen hat ein Ziel.
Gleise liegen, Elektrik läuft. Jetzt kommt das Pflaster.
Gruß, Stefan
Hallo Stefan,
Hafenbahn ohne Kreisverkehr, das gefällt mir sehr. Eine Frage muss ich natürlich stellen: Fährt bei dir auch eine Köf? ;) Für das Tanklager mit zwei Füllstellen wäre eine Köf III doch genau das richtige Maß. Kleine Lok, kurze Gleise, zwei Kesselwagen am Haken – mehr Hafenidylle geht kaum.
Herzlich, Karin
#3
Moin Karin,
mit der Frage habe ich gerechnet. :D Ja, eine 335 steht im Fiddle Yard bereit. Die übernimmt das Tanklager, weil die V 60 dort wegen der Weichenlage nicht umsetzen kann, ohne das Kaigleis zu sperren. Zwei Kesselwagen und die Köf passen genau auf den Gleisstummel vor der Füllstelle.
Gruß, Stefan
#4
Hallo Stefan,
Rangieranlagen stehen und fallen mit zwei Längen: dem Ausziehgleis und dem Umfahrgleis. Das Ausziehgleis sollte mindestens so lang sein wie die größte Wagengruppe, die du in einem Zug umsetzen willst, plus Lok. Sonst rangierst du über die Einfahrweiche hinaus ins Nichts.
Wie lang sind die beiden bei dir, und welche Wagen fahren? Vierachsige Containertragwagen fressen Nutzlänge wie nichts.
#5
Moin Tom,
Ausziehgleis 80 cm, Umfahrgleis 95 cm zwischen den Grenzzeichen. Das reicht für die V 60 plus vier Zweiachser oder plus zwei Vierachser. Lange Containertragwagen fahren nur einzeln oder als Pärchen, mehr passt auf den Stellplatz ohnehin nicht.
Im Fiddle Yard sind die Gleise 95 cm lang, eine Übergabe hat also höchstens sechs kurze Wagen. Klingt wenig, aber mit sechs Wagen und vier Ladestellen bin ich eine Dreiviertelstunde beschäftigt.
Gruß, Stefan
#6
Servus Stefan,
beim Pflaster zwischen den Schienen kann ich helfen, das ist im Grunde Malerarbeit. Ich mach das so: außen neben die Schienen und zwischen die Schienen feine Spachtelmasse einziehen, knapp unter Schienenoberkante abziehen. Innen an beiden Schienen vorher einen 1,5 mm breiten Kunststoffstreifen anlegen und nach dem Anziehen rausziehen, dann bleibt die Rille für die Spurkränze frei.
Die Pflasterfugen ritzt du, solange die Masse noch lederhart ist, mit einer Reißnadel am Lineal. Nicht bis zum Durchtrocknen warten, sonst bröselt es.
Gruß, Hans
#7
Stand nach drei Wochen: Das Kaigleis und die Ladestraße sind gepflastert, genau nach Hans' Methode. Die Rillen sind dank der Kunststoffstreifen sauber frei, die Fugen habe ich in Reihen mit 2 mm Abstand geritzt. Für 1,40 m Gleis habe ich zwei Abende gebraucht, danach wusste ich, was eine Sehnenscheide ist.
Farbe: erst ein mittleres Grau, dann einzelne Steine dunkler und rötlich abgesetzt, zum Schluss schwarzbraunes Washing in die Fugen. Zwischen den Schienen ist es dunkler gehalten, da tropft beim Vorbild das Öl.
Ein Problem bleibt: Die Köf bleibt auf dem gepflasterten Stück manchmal stehen. Auf dem offenen Gleis fährt sie einwandfrei.
#8
Hallo Stefan,
das klingt nach einem Kontaktproblem, nicht nach der Lok. Geh in dieser Reihenfolge vor:
1. Schienenoberkante im Pflasterbereich mit einem Hartholzklötzchen abreiben. Spachtel und Farbe legen gern einen hauchdünnen Film auf die Schiene.
2. Mit einem Wagenradsatz ohne Wagen durch die Rille rollen. Hakt er irgendwo, sitzt dort ein Spachtelrest, der die Lok anhebt.
3. Räder der Köf reinigen. Zwei Achsen verzeihen nichts.
Wenn das nichts bringt, lohnt bei so kurzen Loks ein kleiner Pufferkondensator am Decoder. Aber erst die Mechanik, dann die Elektronik.
Gruß, Rainer
#9
Tach Stefan,
für die Wagenkarten noch eine Idee vom Vorbild: Im Hafen wird ja nicht nach Fahrplan gefahren, sondern nach Auftrag. Schreib dir pro Spielabend einen Rangierzettel mit fünf, sechs Aufträgen, zum Beispiel „zwei Kesselwagen leer vom Tanklager abholen, zwei volle zustellen“, und zieh die Wagenkarten erst danach. Dann musst du vorher überlegen, in welcher Reihenfolge du die Gruppe bildest, genau wie der Rangierleiter draußen.
Und am Kaigleis gilt: Wagen, die beladen werden, bleiben stehen. Die darfst du nicht einfach wegziehen, um dranzukommen.
Gruß aus Köln, Uwe
#10
Moin,
Rainer, Volltreffer bei Punkt 2: In der Rille saß an zwei Stellen ein Spachtelkrümel, der die Köf angehoben hat. Rausgekratzt, Schienen abgerieben, läuft.
Uwe, die Regel mit den Wagen am Kai habe ich gestern ausprobiert. Macht das Rangieren deutlich kniffliger und besser. Erster richtiger Spielabend: zwölf Wagenkarten, sechs Aufträge, 50 Minuten, und am Ende stand ein Kesselwagen falsch herum in der Reihe. Genau so soll das sein.
Als Nächstes kommen Kaimauer und Wasser.
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