Epoche IV um 1980: Welche Farben dürfen nebeneinander fahren?

27.07.2026 20:05
#1
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Hallo zusammen,

bei Signalen und Blockstrecken macht mir niemand etwas vor, bei Fahrzeugen bin ich dagegen erstaunlich ahnungslos. Meine Anlage soll die Bundesbahn um 1980 zeigen, und ich stehe ratlos vor meinem eigenen Fuhrpark: rote Dieselloks, ozeanblau-beige Dieselloks, grüne und blaue E-Loks, grüne Wagen, silberne Wagen, blau-beige Wagen.

Darf das alles gleichzeitig auf die Strecke? Oder habe ich über die Jahre drei verschiedene Zeitabschnitte zusammengekauft, ohne es zu merken?

Ich hätte gern eine Regel, die ich mir merken kann.

Viele Grüße, Susanne

Signale, Blöcke, Fahrstraßen – am liebsten am PC gestellt


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28.07.2026 07:46
#2
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Hallo Susanne,

gute Nachricht: Um 1980 darf fast alles nebeneinander fahren. Das war die bunteste Zeit der Bundesbahn.

Die Merkregel: Ab 1974 wurde neu lackiert, aber nur bei fälliger Hauptuntersuchung. Ozeanblau-beige kam also schrittweise, und die alten Farben hielten sich noch viele Jahre.

Für 1980 heißt das:

  • Dieselloks: altrot und ozeanblau-beige gemischt, altrot noch in der Mehrheit
  • E-Loks: grün (Güter- und Personenzugloks), blau (Schnellzugloks), dazu immer mehr ozeanblau-beige
  • Reisezugwagen: grün, ozeanblau-beige und die unlackierten Silberlinge im Nahverkehr
  • TEE und Intercity: rot-beige

Was nicht passt: Orientrot mit Lätzchen (erst ab 1987) und alles, was noch keine Computernummer trägt (die kamen 1968).

Gruß, Jürgen

Niete gezählt, Welt in Ordnung.


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28.07.2026 07:58
#3
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Kann ich aus Erzählungen älterer Kollegen bestätigen: Zu der Zeit hat sich am Bahnsteig kein Mensch gewundert, wenn eine rote V 200 – Verzeihung, 220 – einen Zug aus grünen und blau-beigen Wagen zog. Reinrassige Garnituren gab es am ehesten beim Intercity. Im Eilzug war alles dabei, was der Wagenmeister gerade greifbar hatte.

Für den Modellbetrieb heißt das: Bunte Züge sind um 1980 kein Stilbruch, sondern vorbildgerecht.

Gruß, Uwe

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28.07.2026 08:57
#4
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Von der anderen Seite der damaligen Grenze: Bei der Reichsbahn war das Bild in der Epoche IV ruhiger. Streckendieselloks überwiegend in Bordeauxrot, Rangierloks ab den Siebzigern in Orange, Reisezugwagen grün, die Städteexpress-Wagen später orange-beige als Farbtupfer.

Und für beide Bahnen gilt: Der Lack war selten frisch. Eine altrote Diesellok hatte 1980 gut und gern fünfzehn Jahre in der Sonne hinter sich und war eher mattrosa als rot. Ein ausgeblichenes Altrot neben einem frischen Ozeanblau erzählt die Geschichte der Umlackierung besser als jede Beschriftung.

LG Lisa

Patina statt Plastikglanz.


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28.07.2026 10:13
#5
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Das ist ja beruhigend, vielen Dank! Dann habe ich offenbar aus Versehen genau richtig eingekauft.

Nachgesehen habe ich trotzdem: Eine einzige Lok trägt Orientrot mit dem weißen Lätzchen. Die fährt dann eben nur, wenn Besuch da ist, der es nicht merkt. Jürgen muss ich vorher ausladen. ;)

Signale, Blöcke, Fahrstraßen – am liebsten am PC gestellt


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28.07.2026 19:47
#6
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Ich würde es merken. Ich würde aber auch Kuchen mitbringen, überleg es dir. :D

Niete gezählt, Welt in Ordnung.


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29.07.2026 09:11
#7
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Wer es genau wissen will: In den Eisenbahn-Jahrbüchern jener Zeit, die man antiquarisch noch gut bekommt, wurde die Umlackierung oft Lok für Lok festgehalten. Ich schaue gern nach, Susanne, wenn du mir Baureihe und Betriebsnummer nennst – ein Regalmeter davon steht bei mir im Flur.

Herzliche Grüße, Karin

Kleinloks und Nebenbahn-Idylle


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