Gleiswendel: Welcher Radius und welche Steigung sind noch vernünftig?

30.07.2026 17:16
#1
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Servus miteinander,

bei meiner Gebirgsanlage (H0, Epoche V) muss ich 32 cm Höhenunterschied zwischen Schattenbahnhof und sichtbarer Ebene überwinden. Offen auf der Strecke bekomme ich das nicht unter, also wird es eine Wendel. Platz dafür: eine Ecke mit 1,20 x 1,20 m.

Jetzt die Gretchenfrage: Welcher Radius, welche Steigung? Ich lese alles von 2 bis 4 %. Meine Züge sind eher lang, ein Güterzug mit zwölf Vierachsern soll schon hochkommen.

Bauen kann ich das, ich bin Zimmerer. Nur rechnen will ich es vorher richtig.

Servus, Martin

Gebirgsanlage H0 · Epoche V · Viadukte im Bau


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30.07.2026 18:42
#2
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Hallo Martin,

dann rechnen wir. Entscheidend ist die Ganghöhe, also der Höhengewinn pro Windung. Du brauchst etwa 65 mm lichte Höhe über Schienenoberkante plus Trassenbrett plus Gleis, in Summe rund 85 mm.

  • Radius 450 mm: Umfang 2,83 m, für 85 mm brauchst du 3,0 %
  • Radius 500 mm: Umfang 3,14 m, ergibt 2,7 %
  • Radius 560 mm: Umfang 3,52 m, ergibt 2,4 %


Dazu kommt der Bogenwiderstand, der sich bei engen Radien wie ein zusätzliches Prozent anfühlt. In 1,20 m passt ein Außenradius von 560 mm gerade noch. Den würde ich nehmen. Für 32 cm sind das knapp vier Windungen.

Tom

Erst planen, dann sägen.


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30.07.2026 18:54
#3
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Ergänzung aus der Praxis: Wenn du zweigleisig baust, leg die Bergfahrt nach außen und die Talfahrt nach innen. Bergab ist der enge Radius egal, bergauf zählt jeder Zentimeter.

Und bei Epoche V fahren vermutlich Elloks: Entweder du rechnest die Ganghöhe mit gehobenem Bügel, dann wird alles steiler, oder die Stromabnehmer bleiben in der Wendel unten. Ich würde im verdeckten Bereich keine Oberleitung nachbilden.

Gruß, Willi

H0 Dreileiter · Epoche III · analog angefangen, digital angekommen


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31.07.2026 00:41
#4
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Aus Sicht der Werkstatt drei Punkte:

1. Vor dem Zubauen mit dem längsten und schwersten Zug testen, bergauf und bergab, auch mit geschobenem Zug.
2. Schienenstöße in der Wendel verlöten und sauber ausrichten. Ein Knick im Bogen plus Steigung ist die klassische Entgleisungsstelle.
3. Die Wendel innen offen lassen. Du musst von unten hineinstehen und jede Stelle mit der Hand erreichen können, 40 cm freier Durchmesser sind das Minimum.

Und die Haftreifen deiner Loks vorher prüfen. Was in der Ebene noch geht, rutscht in der Wendel.

Gruß, Rainer

Erst reinigen, dann ölen – aber sparsam.


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31.07.2026 08:04
#5
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Danke, das ist genau die Rechnung, die mir gefehlt hat.

Konstruktion steht dann auch: Trassensegmente aus 10 mm Sperrholz, getragen von sechs Paaren Gewindestangen M8. Auf jeder Stange Mutter, Scheibe, Trasse, Scheibe, Mutter – damit lässt sich die Steigung auf den Millimeter einstellen und später nachjustieren.

Bügel bleiben unten, Oberleitung gibt es erst ab dem Tunnelportal.

Gebirgsanlage H0 · Epoche V · Viadukte im Bau


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31.07.2026 10:54
#6
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Glück auf Martin,

meine Wendel hat 2,2 % und meine Dampfer ziehen da acht Wagen hoch, ohne zu schleudern. Mit deinen 2,4 % außen liegst du gut.

Ein Tipp noch: Mach außen einen Rand aus Hartfaserstreifen dran, drei Zentimeter über Schienenoberkante reichen. Wenn in der dritten Windung was entgleist und 30 cm tief auf den Betonboden fällt, weißt du warum. Frag nicht, woher ich das weiß.

Holger

Epoche II/III · Zweileiter DCC · Ruhrgebiet im Modell


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31.07.2026 16:52
#7
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Rand ist notiert, Holger, und mein Beileid an die Lok.

Endstand für alle, die später suchen: zweigleisig, außen 560 mm mit 2,4 % bergauf, innen 500 mm mit 2,7 % bergab, 3,8 Windungen, innen offen. Baubericht folgt, sobald das Holz zugeschnitten ist.

Servus, Martin

Gebirgsanlage H0 · Epoche V · Viadukte im Bau


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01.08.2026 17:56
#8
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Hallo Martin,

ein Nachtrag, bevor du die Gleise verlegst: 3,8 Windungen sind gut 13 m Strecke, auf denen du den Zug nicht siehst. Wenn er dort stehen bleibt, weißt du ohne Rückmeldung nicht einmal, in welcher Windung.

Teil die Wendel deshalb in mindestens zwei Meldeabschnitte je Gleis und führ die Belegung auf zwei Leuchtdioden am Bedienpult. Die Trennstellen sind jetzt in fünf Minuten gesägt, später kommst du kaum noch heran.

Viele Grüße, Susanne

Signale, Blöcke, Fahrstraßen – am liebsten am PC gestellt


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02.08.2026 00:57
#9
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Guter Einwand, Susanne. Ich mache drei Abschnitte je Gleis: unten, Mitte, oben. Dann sehe ich am Pult, wie der Zug nach oben wandert. Das hat fast etwas von einem Aufzug.

Trennstellen säge ich gleich beim Verlegen mit.

Gebirgsanlage H0 · Epoche V · Viadukte im Bau


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