Oberleitung in N – funktionsfähig oder nur Attrappe?

22.08.2026 15:45
#1
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Hallo zusammen,

für meine Höllental-Regalanlage steht die Entscheidung an, die ich seit Monaten vor mir herschiebe: die Oberleitung. Ohne Fahrdraht sieht eine elektrifizierte Strecke einfach nackt aus. Die Varianten, die ich sehe:

  • funktionsfähige Oberleitung mit anliegendem Stromabnehmer
  • Fahrdraht als Attrappe, Stromabnehmer knapp darunter festgelegt
  • nur Masten, ganz ohne Draht

Gefahren wird digital über beide Schienen, Strom aus dem Draht brauche ich also nicht. Im sichtbaren Teil sind es 3,60 m Strecke mit einem Bahnhof, der Rest verschwindet im Schattenbahnhof.

Wie habt ihr das gelöst, und wie fein darf der Draht in N sein, ohne dass er beim Gleisputzen sofort verbogen ist?

Nadine

Spur N · Epoche IV/V · wenig Platz, viel Strecke


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22.08.2026 16:03
#2
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Hallo Nadine,

ich habe für einen Bekannten ein N-Segment mit Fahrdraht aus 0,3-mm-Neusilberdraht gebaut, auf Messingmasten gelötet. Optisch wunderbar und mechanisch erstaunlich robust, weil der Draht zwischen den Masten leicht vorgespannt ist. Mastabstand 18 bis 20 cm in der Geraden, im Bogen enger, damit der Zickzack über dem Schleifstück bleibt.

Ich würde den Bügel anliegen lassen, aber mit minimalem Druck. Dafür muss die Fahrdrahthöhe wirklich konstant sein. Ich habe mir eine Lehre aus Polystyrol gebaut, die auf den Schienen fährt. Damit wird jeder Mast eingestellt.

Andreas

Rot heißt Halt – auch im Hobbykeller.


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22.08.2026 22:30
#3
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Als bekennender Nietenzähler muss ich natürlich die Vorbildmaße liefern: Die Regelfahrdrahthöhe beträgt 5,50 m über Schienenoberkante, das sind in 1:160 gut 34 mm. Der Zickzack beträgt beim Vorbild plus/minus 40 cm, im Modell also 2,5 mm nach jeder Seite. Das klingt nach nichts, sieht aber von oben betrachtet genau richtig aus.

Die Höllentalbahn war ja bis 1960 Versuchsstrecke für 50 Hertz. Ob davon in deiner Epoche noch besondere Mastbauformen standen, weiß ich nicht sicher. Ein Blick in alte Streckenaufnahmen lohnt, bevor du Standardmasten setzt.

Jürgen

Niete gezählt, Welt in Ordnung.


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22.08.2026 23:07
#4
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Ich werfe die pragmatische Variante in den Ring: im sichtbaren Bereich Fahrdraht, der Stromabnehmer wird aber etwa einen halben Millimeter unter dem Draht begrenzt. Viele Loks haben dafür eine Rastung, oder man legt einen dünnen Faden in die Schere. Vorteile: kein Verschleiß, kein Hängenbleiben an Weichenstraßen, und im Schattenbahnhof brauchst du weder Draht noch Einfädelrampe.

Aus einem halben Meter Betrachtungsabstand sieht niemand den Spalt. Bei einer Regalanlage auf Augenhöhe würde ich es allerdings vorher an einem Probestück testen.

Susanne

Signale, Blöcke, Fahrstraßen – am liebsten am PC gestellt


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28.08.2026 08:26
#5
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Danke für die drei Sichtweisen! Die Regalanlage hängt tatsächlich auf 1,35 m Höhe, man schaut also fast waagerecht auf den Fahrdraht. Einen Spalt würde man da wohl sehen.

Jürgen, die 34 mm habe ich direkt in meine Zeichnung übernommen. Andreas, wie hast du den Übergang in den Tunnel gelöst? Bei mir verschwindet die Strecke zweimal im Berg, und dahinter möchte ich keinen Draht spannen.

Spur N · Epoche IV/V · wenig Platz, viel Strecke


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28.08.2026 13:02
#6
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Im Tunnel läuft der Draht noch etwa 10 cm weiter und steigt dabei sanft um 3 mm an. Dahinter übernimmt ein Streifen aus 0,5-mm-Polystyrol an der Tunneldecke, an dem der Bügel entlanggleitet, bis ihn die nächste Rampe wieder auf Fahrdrahthöhe absenkt. Wichtig: keine Kante, an der das Schleifstück einhaken kann. Die Rampe lieber zu lang als zu kurz bauen.

Die Alternative ist Susannes Lösung nur für den verdeckten Teil: den Bügel per Rastung in der Höhe begrenzen. Dann fährt er im Tunnel frei und legt sich draußen an den minimal tiefer hängenden Draht an.

Rot heißt Halt – auch im Hobbykeller.


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29.08.2026 08:07
#7
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Aus Schweizer Schmalspur-Sicht: Ich habe bei meinem H0m-Bahnhof den Draht komplett gespannt und es nie bereut. Ein Zug, der mit anliegendem Bügel unter dem Fahrdraht einfährt, ist einfach ein anderes Bild. Der Aufwand lag bei mir bei etwa einem Abend pro Meter, inklusive Fluchen. :)

Nadine, bei 3,60 m bist du in einer Woche durch.

Anna

Schmalspur H0m · Bahnreisen in die Berge


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29.08.2026 08:17
#8
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Entscheidung: Ich baue funktionsfähig mit leicht anliegendem Bügel, 0,3-mm-Draht, Höhenlehre nach Andreas und Polystyrol-Gleitstreifen in den Tunneln. Zuerst entsteht ein 60-cm-Probestück mit einem Bogen, bevor ich auf die Anlage gehe.

Anna, ‚ein Abend pro Meter inklusive Fluchen‘ kommt als Motto an die Werkstattwand. Danke euch allen!

Spur N · Epoche IV/V · wenig Platz, viel Strecke


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