TT-Anlage unserer Schul-AG: neues Schuljahr, neuer Bauabschnitt

25.08.2026 20:16
#1
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Hallo zusammen,

das Schuljahr hat begonnen und damit auch die Modellbahn-AG. Dieses Jahr sind wir zu zehnt: neun Schülerinnen und Schüler aus den Klassen 6 bis 10 und ich.

Unsere Anlage steht im Vorbereitungsraum der Physik auf zwei rollbaren Tischen, zusammen 3,00 x 1,25 m. Spur TT natürlich, Reichsbahn in Epoche IV. Bisher gibt es ein zweigleisiges Oval mit dem Bahnhof „Lindenthal“ und einem Schattenbahnhof unter der hinteren Ebene.

Die Ziele für dieses Schuljahr:

  • Nebenbahn mit kleinem Endbahnhof auf der oberen Ebene
  • Umstellung von analog auf digital
  • Landschaft auf dem linken Tisch fertigstellen

Das Budget kommt vom Förderverein und ist überschaubar, dafür haben wir viele Hände und jeden Donnerstag 90 Minuten. Ich berichte hier regelmäßig, die AG liest übrigens mit.

Gruß, Thorsten

TT ist die Spur der Mitte.


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25.08.2026 20:25
#2
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Wie cool ist das denn! So eine AG hätte ich an meiner Schule auch gern gehabt, bei uns gab es nur Schach und Chor.

Wie teilt ihr die Arbeit eigentlich auf? Wenn neun Leute gleichzeitig an einer Anlage bauen, steht man sich doch ständig im Weg, oder? Ich hab schon allein an meiner Platte das Gefühl, mir selbst im Weg zu stehen. :D

Anfänger mit großen Plänen


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01.09.2026 21:48
#3
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Hallo Ben,

die Frage ist berechtigt, im ersten Jahr war es genau so. Inzwischen arbeiten wir in drei festen Gruppen: Gleisbau, Elektrik und Landschaft. Jede Gruppe hat einen eigenen Abschnitt und eine Werkzeugkiste, und nach den Herbstferien wird getauscht, damit alle alles einmal gemacht haben.

Wer löten will, macht vorher den „Lötführerschein“: zehn saubere Lötstellen an einem Übungsbrett, erst dann geht es an die Anlage. Das klingt streng, aber die Sechstklässler sind mächtig stolz auf die Karte.

Und ein Vorteil von TT sei erwähnt: Auf 3 m² bekommt man in H0 keine zweigleisige Strecke samt Nebenbahn unter. ;)

Gruß, Thorsten

TT ist die Spur der Mitte.


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02.09.2026 18:24
#4
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Hallo Thorsten,

zur Digitalumstellung im Schulbetrieb ein paar Empfehlungen aus Erfahrung mit Jugendgruppen:

  • Zentrale mit mehreren einfachen Handreglern oder Bedienung per Smartphone, damit nicht alle an einem Gerät hängen
  • bei jeder Lok CV 5 (Höchstgeschwindigkeit) auf einen vorbildnahen Wert begrenzen, sonst fliegt der erste Schnellzug aus der Kurve
  • CV 3 und CV 4 auf 15 bis 20, das erzieht zum vorausschauenden Fahren
  • Anlage in zwei getrennt abgesicherte Bereiche teilen, dann legt ein Kurzschluss beim Aufgleisen nicht alles lahm

Und lasst die Schüler die CVs selbst auslesen und in eine Tabelle eintragen. Das ist angewandte Informatik und sie merken es nicht mal.

Gruß, Dirk

CV 29 ist kein Hexenwerk.


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02.09.2026 18:43
#5
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Hallo Thorsten,

als Ergänzung für die Elektrikgruppe: Eine einfache Blockstrecke ist ein wunderbares Physikprojekt. Zwei Abschnitte auf dem Oval, jeweils ein Belegtmelder, dazu zwei Lichtsignale. Die Regel „Signal zeigt Halt, solange der nächste Abschnitt besetzt ist“ können die Älteren zuerst als Wahrheitstabelle aufschreiben und dann mit einem kleinen Mikrocontroller umsetzen.

Damit haben sie Logik, Sensorik und Aktorik an einem Beispiel, das sichtbar funktioniert. Wenn ihr dafür einen Schaltungsvorschlag braucht, schreibe ich gern einen auf, der mit Schulmitteln machbar ist.

Signale, Blöcke, Fahrstraßen – am liebsten am PC gestellt


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05.09.2026 12:17
#6
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Bericht nach vier Wochen AG:

Die Gleisbaugruppe hat die Trasse der Nebenbahn verlegt. Sie zweigt in Lindenthal ab und steigt mit 2,5 % auf die obere Ebene, Mindestradius 353 mm. Das Aussägen der Trassenbretter aus 8 mm Sperrholz haben zwei Achtklässler übernommen, die Stützen haben wir gemeinsam ausgerechnet. Steigung als Anwendung des Strahlensatzes, der Mathelehrer in mir war glücklich.

Die Elektrikgruppe hat 14 Trennstellen gesetzt und die Anlage nach Dirks Vorschlag in zwei Bereiche geteilt. Die erste Lok ist digitalisiert: Eine Zehntklässlerin hat den Decoder in unsere V 100 eingebaut, CV 5 steht auf 110.

Susanne, den Schaltungsvorschlag nehmen wir sehr gern an!

Nächste Woche wird zum ersten Mal geschottert. Davor habe ich etwas Respekt.

TT ist die Spur der Mitte.


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05.09.2026 16:53
#7
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Servus Thorsten,

Schottern mit Kindern geht gut, wenn du es klein hältst. Mein Rat:

Jeder bekommt nur 30 cm Gleis, nicht mehr. Schotter mit einem Teelöffel aufstreuen, mit einem weichen Flachpinsel verteilen, bis die Schwellen frei sind. Dann mit der Sprühflasche (Wasser mit einem Tropfen Spülmittel) vornässen und erst danach das Leim-Wasser-Gemisch 1:3 mit der Pipette auftropfen. Nie direkt aufgießen.

Weichenzungen und Herzstücke lasst ihr frei, da darf kein Leim hin. Und Zeitungspapier unter den Tisch. Viel Zeitungspapier.

Gruß, Hans

Schotter, Gras und Farbe – der Rest ist Geduld.


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09.09.2026 01:48
#8
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Hallo Thorsten, hallo AG,

Reichsbahn in Epoche IV ist mein Zuhause, deshalb ein Tipp für die Landschaftsgruppe: Gebäude aus der Zeit sahen selten frisch gestrichen aus. Grauer, fleckiger Putz, unten am Sockel dunkler, hier und da ein Stück abgeplatzt, sodass die Ziegel durchschauen.

Das geht ganz ohne Airbrush: Pastellkreide auf Schmirgelpapier zu Pulver reiben und mit einem alten Borstenpinsel auftupfen, von unten nach oben weniger werdend. Wenn es zu viel ist, einfach mit einem feuchten Tuch abwischen und neu anfangen. Fehlerfreundlicher geht es nicht, ideal für die erste Alterung.

Patina statt Plastikglanz.


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20.09.2026 16:57
#9
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Vielen Dank euch allen, die AG hat die Antworten am Donnerstag gemeinsam gelesen.

Das Schottern lief nach Hans' Anleitung erstaunlich geordnet: 30 cm pro Kopf, 2,40 m sind fertig, und nur eine Weiche musste ich hinterher wieder gangbar machen. Lisas Kreidemethode wurde sofort am Empfangsgebäude von Lindenthal ausprobiert – das sieht jetzt aus, als hätte es dreißig Jahre keinen Maler gesehen, also genau richtig.

Unser Ziel ist der Tag der offenen Tür im November, bis dahin soll auf der Nebenbahn der erste Zug fahren. Ich berichte weiter.

Gruß, Thorsten

TT ist die Spur der Mitte.


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