Kurzkupplungskulissen bei älteren Schnellzugwagen nachrüsten?

27.08.2026 20:45
#1
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Hallo zusammen,

für unser nächstes Fahrtreffen möchte ich einen langen Schnellzug aus meinen alten Vierachsern der Achtzigerjahre auf die Module stellen. Die Wagen laufen gut, aber sie haben noch die am Drehgestell befestigte Kupplung, und zwischen den Wagen klafft eine Lücke von gut einem Zentimeter. Auf 20 Metern Modulstrecke in sanften Bögen sieht das jeder.

Gibt es Erfahrungen mit Nachrüstkulissen? Lohnt der Aufwand bei zwölf Wagen, oder gibt es einfachere Wege, die Wagen zusammenzurücken?

Gruß, Micha

Module verbinden – Menschen auch.


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27.08.2026 22:29
#2
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Hallo Micha,

Nachrüstkulissen gibt es als kleine Bauteile zum Einkleben unter den Wagenboden. Der Einbau ist machbar, hat aber Tücken:

  • Am Wagenboden muss eine ebene Fläche vorhanden sein oder geschaffen werden, oft müssen Rippen weggefräst werden.
  • Die Höhe muss stimmen: Der Schacht soll am Ende auf Normhöhe sitzen. Unterlegen mit Kunststoffplättchen ist die Regel.
  • Die Deichsel braucht Bewegungsfreiheit bis zum Drehgestell. Bei manchen Wagen muss der Drehgestellrahmen ausgeklinkt werden.
  • Die alte Kupplung am Drehgestell wird abgesägt.

Pro Wagen rechne ich mit einer guten Stunde, beim ersten eher drei. Das Ergebnis lohnt sich: Puffer an Puffer in der Geraden, im Bogen zieht die Kulisse die Wagen auseinander.

Rainer

Erst reinigen, dann ölen – aber sparsam.


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27.08.2026 22:34
#3
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Moin Micha,

wenn die zwölf Wagen ohnehin immer als fester Zug laufen, geht es einfacher: starre Kuppelstangen zwischen den Wagen, nur an den Zugenden bleibt die normale Kupplung. Die Stangen kannst du aus 1-mm-Messingdraht biegen oder fertig kaufen. Den Abstand stellst du so ein, dass sich die Puffer in deinem engsten Bogen gerade nicht berühren.

Bei Modulradien von einem Meter und mehr kommst du damit auf zwei, drei Millimeter Pufferabstand. Reicht optisch völlig und kostet einen Abend für den ganzen Zug.

Hafenbahn in H0 · Epoche V/VI


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28.08.2026 07:10
#4
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Dritte Variante aus dem Drucker: Ich habe für einen Bekannten Kuppelstangen mit zwei Normzapfen konstruiert, die in die vorhandenen Schächte am Drehgestell gesteckt werden, in drei Längen zum Ausprobieren. Geht natürlich nur, wenn die alten Drehgestelle schon einen Schacht haben. Wenn ja: Maß nehmen, ich schicke dir die Datei, im Verein hat doch bestimmt jemand einen Drucker.

Druckt, was es nicht zu kaufen gibt.


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28.08.2026 12:03
#5
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Zur Geometrie, bevor du sägst: Bei festen Stangen an drehgestellgeführten Kupplungen wandert der Kuppelpunkt im Bogen nach außen. Das ist unkritisch, solange keine Gegenbögen ohne Zwischengerade kommen. Auf Modulen nach Norm ist das gegeben, in deinem heimischen Schattenbahnhof vielleicht nicht. Teste die Garnitur also nicht nur auf der Modulstrecke, sondern auch auf der engsten Weichenstraße, über die sie jemals geschoben wird.

Erst planen, dann sägen.


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28.08.2026 17:58
#6
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Danke, das hilft bei der Entscheidung! Bis zum Treffen sind es noch drei Wochen, da schaffe ich keine zwölf Kulissen. Also Plan in zwei Stufen:

Jetzt: Kuppelstangen nach Stefans Methode. Die Drehgestelle haben Schächte, Nils – ich melde mich wegen der Datei.

Im Winter: zwei Wagen probeweise mit Kulissen ausrüsten, wie Rainer es beschreibt. Wenn das gut klappt, folgt der Rest.

Ich berichte nach dem Treffen, wie der Zug auf den Modulen aussah.

Gruß, Micha

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28.08.2026 18:41
#7
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Auf den Bericht bin ich gespannt. Ein zwölf Wagen langer Schnellzug Puffer an Puffer auf einer langen Modulgeraden – da bleibt bei den Besuchern jeder stehen. Wenn du beim Treffen noch einen Fahrdienstleiter brauchst, der dem Zug eine anständige Fahrplantrasse freihält: Ich hätte Zeit. ;)

Gruß, Uwe

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28.08.2026 19:32
#8
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Kurzer Nachtrag: Der Zug lief das ganze Wochenende ohne eine einzige Entgleisung, Pufferabstand knapp 3 mm. Aus zwei Metern Entfernung sieht man keine Lücke mehr. Uwe, die Trasse war erstklassig. :)

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