Umbau im Keller: Bahnhof Wildenstein bekommt ein neues Bahnbetriebswerk
#1
Hallo zusammen,
die Abende werden länger, im Keller wird wieder geheizt, also habe ich das Brecheisen geholt. Meine Anlage (H0 Dreileiter, Epoche III, 4,80 x 2,60 m, Baubeginn 1986) bekommt am Bahnhof Wildenstein ein neues Bw. Das alte bestand aus einem zweiständigen Rechteckschuppen und einer Handvoll Abstellgleisen und war für meinen Lokbestand längst zu klein.
Geplant auf einer Fläche von 1,40 x 0,80 m:
- Drehscheibe mit 310 mm Bühnenlänge
- Ringlokschuppen mit sechs Ständen
- Bekohlung mit Kran, Wasserkran, Schlackengrube, Besandung
- zwei Wartegleise im Freien
Der alte Teil ist seit gestern abgerissen. Es hat mehr wehgetan, als ich dachte, in dem Schuppen stand immerhin 40 Jahre lang meine erste 01.
Gruß, Willi
#2
Glück auf Willi,
Bw-Bau, da bin ich dabei! Bei der Museumsbahn mache ich genau das im Großen. Achte auf die Reihenfolge der Behandlungsanlagen, die wird im Modell oft durcheinandergeworfen. Eine Lok, die vom Zug kommt, fährt nacheinander:
1. Schlackengrube (Feuer reinigen, Lösche ziehen)
2. Bekohlung
3. Wasserkran
4. Besandung
5. Drehscheibe und Schuppen
Wenn du die Gleise so legst, dass die Lok diese Stationen ohne Sägefahrten abklappern kann, hast du schon den halben Betrieb. Die Ausfahrt aus dem Bw am besten über ein eigenes Gleis, damit sich ein- und ausrückende Loks nicht im Weg stehen.
Gruß, Holger
#3
Holger, danke, genau die Reihenfolge habe ich jetzt in den Plan übernommen. Ich hatte den Wasserkran vor der Schlackengrube eingezeichnet, weil er da so schön hinpasste. Vorbild schlägt Optik, also getauscht.
Das Einfahrgleis ist 95 cm lang, da stehen drei Schlepptenderloks hintereinander in der Behandlung. Die Ausfahrt läuft über ein eigenes Gleis an der Rückseite der Bekohlung vorbei.
Die Grube für die Drehscheibe ist ausgesägt. Nach 40 Jahren ein Loch von 32 cm in die eigene Anlage zu sägen, ist übrigens nichts für schwache Nerven.
Gruß, Willi
#4
Hallo Willi,
ein paar Gedanken zur Elektrik der Scheibe, bevor du sie einsetzt:
Die Bühne würde ich über einen eigenen Drehscheibendecoder ansteuern, der die Abgänge direkt per Adresse anfährt. Dann wählst du „Stand 4“ und sie dreht selbst dorthin.
Die Schuppengleise einzeln abschaltbar machen, auch wenn du digital fährst. Sechs Soundloks, die im Schuppen vor sich hin zischen, ziehen im Stand ordentlich Strom und gehen nach zehn Minuten jedem auf die Nerven.
Um die Polarität beim Drehen musst du dir mit Mittelleiter ja keine Sorgen machen, da haben wir Zweileiter-Fahrer das Nachsehen.
#5
Zitat von DigitalDirk
da haben wir Zweileiter-Fahrer das Nachsehen
Dass ich das noch erleben darf. Ich drucke mir den Satz aus und hänge ihn über die Werkbank. :D
Im Ernst: Der Decoder für die Scheibe ist bestellt. Die sechs Schuppengleise bekommen jeweils einen Kippschalter am Stellpult, alte Schule, mit einer kleinen gelben Leuchtdiode als Anzeige. Ein Schalter, den man anfassen kann, ist mir bei so etwas lieber als ein Menü.
#6
Hallo Willi,
wenn du am Schuppen ohnehin verdrahtest, plane die Beleuchtung gleich mit ein. Für Epoche III passen warmweiße Leuchtdioden mit einem leichten Gelbstich, das sieht nach Glühlampenlicht aus.
Rechenbeispiel für 16 V Gleichspannung hinter einem Gleichrichter: drei LEDs in Reihe brauchen rund 9 V, bleiben 7 V für den Widerstand. Bei 5 mA, mehr braucht es im Schuppen nicht, sind das 1,4 kOhm, nimm 1,5 kOhm. Lieber zu dunkel als zu hell, ein Lokschuppen war innen eine ziemlich düstere Angelegenheit.
Eine Leuchte je Stand, über den Arbeitsgruben, und zwei außen über den Toren.
Gruß, Andreas
#7
Lieber Willi,
mit Interesse und, ich gestehe es, etwas Wehmut habe ich vom Abriss gelesen. Darf ich fragen, was mit dem alten Rechteckschuppen und den Gleisen von 1986 geschieht? Sollte darunter Material aus noch früheren Jahren sein, etwa Blechgleise oder ein Schuppen aus den Sechzigern, würde ich es ungern im Müll wissen.
Ich nehme solche Stücke gern in Pflege, repariere, was zu reparieren ist, und gebe ihnen einen Platz in der Vitrine.
#8
Erwin, bei mir wird nichts weggeworfen, was noch Schienen gesehen hat. Der Schuppen ist tatsächlich älter als die Anlage, den hat mein Vater Mitte der Sechziger gebaut. Er steht sauber verpackt im Regal, und wenn du ihm einen Vitrinenplatz geben magst, schreib mir eine Nachricht, dann bringe ich ihn zum nächsten Forentreffen mit.
Andreas, die 1,5 kOhm sind notiert, sechs Leuchten innen, zwei außen.
Stand heute: Drehscheibengrube sitzt, die Strahlengleise sind angezeichnet. Am Wochenende wird der Schuppenboden gegossen.
Gruß, Willi
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