Mitzieher üben: sechs Treffer aus 140 Versuchen

28.09.2026 18:59
#1
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Glück auf zusammen,

ich habe gestern Nachmittag an der Strecke Mitzieher geübt. Standort war ein Feldweg, gut zwanzig Meter vom Gleis, freie Sicht quer auf die Züge. Schönes Herbstlicht, alle zehn Minuten kam etwas vorbei.

Die Bilanz: 140 Auslösungen, sechs brauchbare Bilder. Der Rest ist entweder komplett verwischt oder nur an einer kleinen Stelle scharf.

Eingestellt hatte ich 1/30 s, Blende 16, ISO 100. Ich habe die Kamera aus der Hand mitgeschwenkt und im Moment der Vorbeifahrt ausgelöst.

Was mir auffällt: Oft ist die Lokfront scharf und der Rest läuft nach hinten weg. Und viele Bilder sind zusätzlich nach oben oder unten verwackelt. Was mache ich falsch – oder ist die Quote normal?

Holger

Epoche II/III · Zweileiter DCC · Ruhrgebiet im Modell


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29.09.2026 13:17
#2
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Die Quote ist normal, tröste dich. Trotzdem kannst du einiges verbessern.

  • Fang mit 1/60 s an. 1/30 s ist die Meisterklasse.
  • Stell dich breitbeinig hin und dreh dich aus der Hüfte, nicht aus den Armen.
  • Nimm den Zug früh ins Visier, schwenke mit, löse aus und schwenke weiter. Wer beim Auslösen stehen bleibt, verwackelt.
  • Serienbild einschalten, Nachführ-Autofokus mit einem einzelnen Messfeld auf dem Führerstand.

Dass nur ein Teil scharf ist, liegt an der Geometrie: Nur der Teil des Zuges, der sich gerade genau quer zu dir bewegt, passt zur Geschwindigkeit deines Schwenks. Alles davor und dahinter zieht im Bild schneller oder langsamer vorbei. Je weiter du weg stehst, desto gleichmäßiger wird es – dann eben mit etwas längerer Brennweite. Zwanzig Meter sind dafür eher knapp.

Jürgen

Niete gezählt, Welt in Ordnung.


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29.09.2026 13:26
#3
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Zum Verwackeln nach oben und unten: Schau nach, was dein Bildstabilisator macht. Im normalen Modus versucht er, auch deinen Schwenk auszugleichen, und arbeitet damit gegen dich. Viele Objektive und Kameras haben dafür einen eigenen Modus, der nur die senkrechte Bewegung stabilisiert. Wenn es den nicht gibt: Stabilisator aus.

Und üben kann man überall. Radfahrer, Autos, der Hund im Park. Zwanzig Minuten an einer Landstraße bringen mehr als ein Nachmittag mit einem Zug alle zehn Minuten.

LG Lisa

Patina statt Plastikglanz.


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30.09.2026 16:59
#4
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Mut machen kann ich auch: Bei den Schmalspurzügen in den Bergen, die mit 30 oder 40 km/h unterwegs sind, brauche ich für einen sichtbaren Wischeffekt 1/20 s oder länger. Langsame Züge sind also schwieriger, nicht leichter. Wenn von hundert Bildern fünf gelingen, bin ich zufrieden.

Die fünf sind dann aber die, die an der Wand landen.

Schmalspur H0m · Bahnreisen in die Berge


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30.09.2026 19:36
#5
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Ihr seid Gold wert. Ich war heute nach der Schicht noch mal eine Stunde draußen, diesmal vierzig Meter weiter weg auf einer kleinen Anhöhe am selben Weg.

1/60 s, Stabilisator im Schwenkmodus – den hat mein Objektiv tatsächlich, ich hatte den Schalter nur nie beachtet –, Serienbild und konsequent weitergeschwenkt. Ergebnis: 90 Auslösungen, 15 brauchbare, davon zwei, die ich mir ausdrucken lasse. Eine rote Ellok vor völlig verwischtem Herbstlaub.

Nächste Woche wage ich mich an 1/30 s.

Glück auf, Holger

Epoche II/III · Zweileiter DCC · Ruhrgebiet im Modell


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30.09.2026 20:04
#6
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Ich übe so was im Garten. Vorteil der Gartenbahn: Der Zug kommt alle neunzig Sekunden wieder vorbei, immer mit derselben Geschwindigkeit, und wenn das Licht nicht passt, hole ich mir erst mal einen Kaffee.

Nachteil: Im Hintergrund ist bei mir immer der Komposthaufen. Aber den verwischt der Mitzieher ja zum Glück.

Gerd

Spur G · draußen bei jedem Wetter


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