Dauerkurzschluss auf der Zechenbahn und ich finde ihn nicht

30.09.2026 09:28
#1
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Glück auf,

ich bin mit meinem Latein am Ende. Seit gestern schaltet die Zentrale sofort beim Einschalten mit Kurzschluss ab. Kein Fahrzeug steht auf dem Gleis, ich habe alles abgeräumt, auch die Wagen.

Was ich am Wochenende gemacht habe: die drei Ladegleise an der Zeche eingeschottert und am Samstag zwei neue Einspeisungen im Bereich der Verladung angelötet. Danach lief die Anlage noch. Glaube ich jedenfalls, ganz sicher bin ich nicht, ob ich nach dem Löten noch gefahren bin.

Ich habe alle Gleise abgesucht, ob irgendwo ein Schraubendreher oder eine Zange liegt. Nichts. Wie geht man so etwas systematisch an?

Holger

Epoche II/III · Zweileiter DCC · Ruhrgebiet im Modell


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01.10.2026 11:13
#2
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Glück auf, Holger. Erst einmal Ruhe bewahren, ein Kurzschluss kann sich nicht verstecken, er kann nur warten.

Systematisch:

  • Zentrale vom Gleis abklemmen. Multimeter auf Durchgangsprüfung, eine Spitze an jede Schiene. Piepst es, sitzt der Fehler in der Anlage, nicht in der Zentrale.
  • Dann teilen. Trenne an deiner Klemmleiste eine Einspeisung nach der anderen ab und miss jedes Mal neu. Wenn es aufhört zu piepsen, hast du den Bereich.
  • Im betroffenen Bereich zuerst alles ansehen, was du zuletzt angefasst hast.


Neun von zehn Fehlern sitzen dort, wo man zuletzt gearbeitet hat. Bei dir also Schotter oder die zwei neuen Lötstellen.

Gruß, Willi

H0 Dreileiter · Epoche III · analog angefangen, digital angekommen


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01.10.2026 11:56
#3
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Servus Holger, zum Schotter als Verdächtigen: Solange das Leim-Wasser-Gemisch nass ist, leitet es ein wenig. Das gibt aber keinen satten Kurzschluss, höchstens einen Kriechstrom, und der verschwindet, wenn alles durchgetrocknet ist. Bei dicker Schotterschicht kann das zwei Tage dauern.

Schau trotzdem nach, ob du mit dem Schotter etwas eingeklebt hast, was da nicht hingehört. Bei mir war es einmal ein abgeknipstes Stück Draht, das zwischen Zunge und Backenschiene lag, sauber einbetoniert.

Hans

Schotter, Gras und Farbe – der Rest ist Geduld.


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01.10.2026 12:45
#4
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Den Unterschied kannst du messen. Statt nur auf den Piepser zu hören, lies den Widerstand zwischen den Schienen ab:

  • Unter 1 Ohm: harter metallischer Kurzschluss, also Draht, Werkzeug, Schienenverbinder oder ein falsch gepoltes Herzstück
  • Einige hundert Ohm bis einige Kiloohm: Feuchtigkeit, zum Beispiel nasser Schotterleim


Und ein alter Werkstatttrick für die Suche: eine 12-V-Autolampe mit 21 W in Reihe zur Gleiseinspeisung schalten. Bei Kurzschluss leuchtet sie hell und begrenzt den Strom, die Zentrale schaltet nicht ab. Du kannst dann in Ruhe Abschnitte abklemmen und siehst sofort, wenn die Lampe ausgeht.

Andreas

Rot heißt Halt – auch im Hobbykeller.


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01.10.2026 14:53
#5
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Gemessen: 0,4 Ohm zwischen den Schienen. Also kein feuchter Schotter, sondern Metall.

Einspeisungen der Reihe nach abgeklemmt. Bei Nummer sechs, das ist eine der beiden neuen an der Verladung, ging der Widerstand schlagartig auf einige Kiloohm hoch. Das dürfte dann der Rest Feuchtigkeit sein, von dem Hans schreibt.

Der Fehler sitzt also an meiner eigenen Lötstelle von Samstag. Von oben ist allerdings nichts zu sehen.

Epoche II/III · Zweileiter DCC · Ruhrgebiet im Modell


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01.10.2026 15:52
#6
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Dann schau von unten oder mit einem Zahnarztspiegel seitlich unter das Schienenprofil. Zwei Kandidaten, die ich in der Werkstatt immer wieder sehe: ein einzelnes Äderchen der Litze, das sich beim Löten abgespreizt hat und unter den Schwellen zur anderen Schiene reicht. Oder die Litze wurde durch ein Loch geführt, in dem schon der Draht der Nachbarschiene steckt, und die Isolierung ist beim Löten weggeschmolzen.

Gruß, Rainer

Erst reinigen, dann ölen – aber sparsam.


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01.10.2026 19:40
#7
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Rainer, Volltreffer mit Kandidat eins. Ein einzelnes Äderchen, dünner als ein Haar, stand von der Lötstelle ab und lag unter der Schwelle genau am Schienenverbinder der gegenüberliegenden Schiene an. Vermutlich hat es anfangs gerade so nicht berührt, und beim Einschottern habe ich es angedrückt.

Abgeknipst, gemessen, kein Durchgang mehr. Zentrale an, alles läuft. Zwei Abende Suche für einen Draht, den man kaum sieht.

Danke, Leute. Die Autolampe lege ich mir trotzdem in die Werkzeugkiste.

Glück auf, Holger

Epoche II/III · Zweileiter DCC · Ruhrgebiet im Modell


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01.10.2026 23:05
#8
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Glückwunsch. Für die Zukunft: Litzenenden vor dem Anlöten verdrillen und verzinnen, dann spreizt sich nichts mehr ab. Und nach jeder Lötarbeit eine Proberunde fahren, bevor Schotter draufkommt. Dann weiß man hinterher, wo man suchen muss.

H0 Dreileiter · Epoche III · analog angefangen, digital angekommen


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