DCC oder Motorola-Format: alte Decoder in Opas Loks drinlassen?
#1
Hi,
zu Weihnachten gab es eine neue Zentrale, die laut Anleitung DCC und das Motorola-Format gleichzeitig kann. Jetzt habe ich Opas zwei Loks aus der alten Startpackung aufgemacht: Da sitzen ziemlich große Decoder mit einer Reihe winziger Schalter drin. Über die Schalter stellt man wohl die Adresse ein.
Die beiden fahren an der neuen Zentrale, wenn ich als Protokoll Motorola auswähle. Meine neue Lok fährt mit DCC.
Fragen eines Anfängers: Kann ich das dauerhaft gemischt lassen? Oder sollte ich die alten Decoder gegen neue tauschen? Was ist überhaupt der praktische Unterschied?
Danke euch!
Ben
#2
Hallo Ben,
die kleinen Schalter nennt man liebevoll Mäuseklavier. Damit habe ich jahrelang Adressen eingestellt, mit Tabelle aus der Anleitung und Zahnstocher.
Praktische Unterschiede beim alten Motorola-Format: ursprünglich 80 Adressen, 14 Fahrstufen, Licht und je nach Decodergeneration bis zu vier Zusatzfunktionen. Die Eigenschaften stellt man an Schaltern oder kleinen Potis ein, nicht über CVs.
Für den Betrieb heißt das: Die Loks fahren, aber in gröberen Stufen und meist ohne Lastregelung. Kaputt geht im Mischbetrieb nichts, dafür sind solche Zentralen gebaut.
Gruß, Willi
#3
Zur DCC-Seite: 28 oder 128 Fahrstufen, lange Adressen bis 10239, alle Einstellungen über CVs, Programmieren auf dem Hauptgleis, viele Funktionstasten. Ein aktueller Decoder bringt außerdem Lastregelung mit. Den Unterschied merkst du beim Langsamfahren sofort.
Mischbetrieb ist technisch in Ordnung. Zwei Dinge dazu:
- Die Zentrale sendet die Befehle beider Formate abwechselnd. Bei zwei, drei Loks merkt man nichts, bei sehr vielen können Befehle einen Tick später ankommen.
- Moderne Decoder verstehen oft mehrere Formate. Schalte in solchen Decodern die Formate ab, die du nicht nutzt. Sonst kann es vorkommen, dass ein Decoder einen fremden Befehl auf sich bezieht.
Tauschen würde ich erst, wenn dich das Fahrverhalten stört.
Gruß, Dirk
#4
Der häufigste Stolperstein im Mischbetrieb ist übrigens ganz banal: In der Lokliste der Zentrale muss bei jeder Lok das richtige Format eingetragen sein. Steht eine Motorola-Lok auf DCC, reagiert sie einfach nicht, und man sucht den Fehler stundenlang in der Lok. Also beim Anlegen einer neuen Lok immer zuerst das Format prüfen.
Viele Grüße, Susanne
#5
Gestatten Sie einem Sammler eine Anmerkung aus anderer Warte. Eine Lokomotive aus der ersten Digitalgeneration im unveränderten Zustand ist bereits ein Stück Modellbahngeschichte. Sollten Sie sich zum Umbau entschließen, lieber Ben, so bewahren Sie den alten Decoder samt Schrauben in einem beschrifteten Tütchen auf. Der Rückbau ist dann jederzeit möglich, und Ihr Herr Großvater würde es gewiss zu schätzen wissen.
Mit Sammlergruß
Erwin
#6
Danke für die vielen Antworten! Ich lasse erst mal alles, wie es ist. Die Dampflok von Opa bleibt original, die fährt eh nur sonntags eine Ehrenrunde. Bei der Diesellok überlege ich später noch mal, die soll im Rangierdienst ran, und da ist sie mit 14 Fahrstufen schon ziemlich ruppig.
Das Tütchen ist eine gute Idee, Erwin. Opa hat übrigens gelacht, als ich „Mäuseklavier“ gesagt habe, das Wort kannte er auch.
#7
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