Schaukasten „Feierabend im Bw“ – 40 x 25 cm mit Abendlicht

25.05.2026 17:48
#1
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Hallo zusammen,

zwischen den großen Projekten brauche ich etwas, das in vier Wochen fertig wird. Also baue ich einen Schaukasten: innen 40 cm breit, 25 cm tief, 25 cm hoch, vorne eine Scheibe, oben eine Blende für das Licht.

Die Szene in H0: Eine Güterzugdampflok der Baureihe 52 steht nach Dienstschluss vor dem Schuppentor, das Feuer ist fast aus, der Lokführer geht mit der Tasche über die Gleise nach Hause. Links ein Stück Schuppenwand, rechts ein Wasserkran, hinten ein gemalter Abendhimmel in Orange und Violett.

Der Bau ist kein Problem, aber das Licht macht mir Kopfzerbrechen. Ich möchte, dass es aussieht wie die letzte halbe Stunde vor Sonnenuntergang: warm, flach von der Seite, lange Schatten. Mit einer normalen weißen LED-Leiste von oben sieht jede Szene nach Mittag im Büro aus.

Hat jemand so etwas schon gebaut?

Liebe Grüße, Lisa

Patina statt Plastikglanz.


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25.05.2026 18:39
#2
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Hallo Lisa,

das bekommst du mit drei Lichtquellen hin, alle hinter der Blende versteckt:

1. Grundlicht: ein kurzer Streifen warmweiß mit 2700 Kelvin, oben vorne, auf etwa 20 Prozent gedimmt. Nur damit die Schatten nicht absaufen.
2. Die „Sonne“: zwei orangefarbene LEDs an der linken Seitenwand, tief angesetzt, etwa 8 cm über dem Boden, quer über die Szene strahlend. Die machen die langen Schatten.
3. Hintergrund: ein eigener kleiner Streifen, der nur den gemalten Himmel von unten anleuchtet.

Alle drei getrennt dimmbar, dann stellst du die Stimmung am fertigen Kasten ein. Bei 12 V je orange LED etwa 560 Ohm Vorwiderstand, das ergibt rund 18 mA.

Gruß, Andreas

Rot heißt Halt – auch im Hobbykeller.


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26.05.2026 00:26
#3
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Servus Lisa,

zwei Sachen vom Maler dazu. Streich den Kasten innen, also Decke und die Seitenwände hinter der Blende, mattschwarz. Sonst wirft das helle Holz das Licht kreuz und quer zurück, und deine schönen langen Schatten sind weg.

Und bei flachem Seitenlicht sieht man jede Unebenheit im Boden doppelt. Das ist gut: Fahrspuren, kleine Schlackehaufen und ein paar einzelne Steinchen werfen dann eigene Schatten und machen die Fläche lebendig. Also ruhig etwas unruhiger bauen als sonst.

Schotter, Gras und Farbe – der Rest ist Geduld.


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26.05.2026 07:38
#4
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Ihr seid großartig. Stand nach zwei Wochen:

Der Kasten ist innen mattschwarz, die drei Lichtkreise sind nach Andreas' Plan eingebaut und einzeln dimmbar. Die beiden orangen LEDs von links sind der Knaller: Der Wasserkran wirft einen Schatten quer über beide Gleise bis an die Schuppenwand.

Der Boden ist bewusst uneben geworden, mit Schlackehäufchen und einer Pfütze aus Glanzlack, in der sich der Himmel spiegelt. Die 52 ist gealtert wie nach einer langen Schicht: Kalkspuren unter den Ventilen, Öl am Gestänge, heller Staub auf dem Umlauf.

Was der Szene noch fehlt, ist das gewisse Etwas, das „Feierabend“ erzählt. Der Lokführer allein reicht irgendwie nicht.

Patina statt Plastikglanz.


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26.05.2026 07:52
#5
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Hallo Lisa,

dann erzähle ich, was man an einer abgestellten Dampflok abends tatsächlich sieht, und du suchst dir etwas aus:

Die Spitzenlampen sind aus. Aus dem Schornstein steigt nur noch ein dünner Faden, nicht mehr als ein Hauch Watte. Die Führerhaustür steht offen, auf dem Tritt liegt ein Putzlappen. Am Wasserkran hängt der Ausleger noch nicht in Ruhestellung, weil gerade erst Wasser genommen wurde. Und neben dem Gleis lehnt ein Fahrrad am Lampenmast, das dem Schuppenwärter der Nachtschicht gehört.

Das Fahrrad würde ich nehmen. Es erzählt, dass einer geht und ein anderer gerade kommt.

Gruß, Jürgen

Niete gezählt, Welt in Ordnung.


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26.05.2026 22:58
#6
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Jürgen, das Fahrrad war es! Es lehnt jetzt am Lampenmast, daneben steht der Schuppenwärter mit Henkelmann, und der Lokführer hebt im Vorbeigehen die Hand. Die Führerhaustür ist offen, der Putzlappen aus einem Fitzelchen Papiertaschentuch liegt auf dem Tritt.

Der Kasten ist fertig und hängt im Flur. Abends schalte ich nur noch dieses Licht ein. Vier Wochen Bauzeit hatte ich geplant, fünf sind es geworden, und es hat sich jeder Abend gelohnt.

Danke an Andreas, Hans und Jürgen. Ohne eure Hinweise wäre es ein hübscher Kasten geworden, so ist es eine Geschichte.

Patina statt Plastikglanz.


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