Schienenenden am Modulübergang: Messingschrauben oder Leiterplattenschwellen?
#1
Hallo zusammen,
mein erstes Streckenmodul ist im Rohbau fertig, 90 cm lang, H0 Zweileiter. Jetzt geht es an die heikelste Stelle: die Schienenenden am Kopfstück.
Ich kenne zwei Methoden:
- Messingschrauben unter jeder Schiene, Schiene auf den Schraubenkopf gelötet
- Schwellen aus kupferkaschiertem Leiterplattenmaterial, Schiene flächig aufgelötet
Als Elektroniker liegt mir die Leiterplatte näher, das Material habe ich in der Werkstatt, und optisch bleibt es eine Schwelle. Aber hält das auch, wenn beim Aufbau mal ein Modul gegen das andere rutscht? Welche Methode verwendet ihr, und warum?
Gruß, Andreas
#2
Hallo Andreas,
beides funktioniert seit Jahren, ich habe Module mit beiden Varianten im Einsatz. Meine Erfahrung:
Schrauben sind mechanisch unverwüstlich, weil sie im Kopfstück selbst sitzen. Dafür sieht man sie, wenn man sie nicht sorgfältig einschottert.
Leiterplattenschwellen sehen besser aus, hängen aber an der Verklebung. Wenn du sie nimmst, dann mindestens drei Schwellen hintereinander und mit Zweikomponentenkleber direkt auf das Holz des Kopfstücks, nicht auf Kork. Kork gibt nach, und dann arbeitet die Lötstelle.
Egal wie: Die Schiene endet exakt bündig mit der Stirnfläche, lieber ein Haar zurück als ein Haar überstehend.
Gruß, Micha
#3
Hallo Andreas,
unabhängig von der Befestigung ein Punkt aus der Fahrzeugperspektive: Entgrate die Schienenenden nach dem Trennen. Mit einer feinen Schlüsselfeile die Innenkante des Schienenkopfs leicht brechen, zwei, drei Striche genügen.
An einem scharfkantigen Schienenende klettert der Spurkranz auf, sobald am Übergang ein Zehntel Versatz ist. Mit gebrochener Kante wird das Rad geführt statt angehoben. Das ist die billigste Entgleisungsvorsorge, die es gibt.
Gruß, Rainer
#4
Hallo Andreas,
ich habe an meiner Regalanlage die Schraubenvariante gebaut, allerdings in N. Sie hält seit Monaten jedes Auseinandernehmen aus.
Was ich dabei gelernt habe: Das Löten geht schnell, die Vorbereitung dauert. Die Schraubenköpfe vorher verzinnen, die Schienenunterseite blank feilen und ebenfalls verzinnen, dann genügt ein kurzes Antippen mit heißem Kolben, und die Schwellen daneben schmelzen nicht. Ich hatte zum Schutz zusätzlich zwei feuchte Papierstreifen neben die Lötstelle gelegt.
Und zwischen den beiden Segmenten lasse ich 0,3 mm Luft an den Schienen, damit im Sommer nichts drückt.
#5
Hallo Andreas,
ein Hinweis, den du als Elektroniker vermutlich als Erster wieder vergisst, weil er so offensichtlich ist: Bei der Leiterplattenschwelle die Kupferfläche zwischen den beiden Schienen auftrennen. Sonst hast du den schönsten Kurzschluss direkt am Kopfstück eingebaut, und zwar dreimal hintereinander.
Frag nicht, wer das vor Jahren bei einem Bekannten gesucht hat. Zwei Stunden, mit Messgerät, und am Ende war es eine Schwelle, die so sauber verlötet war, dass keiner sie verdächtigt hat.
Gruß, Willi
#6
Danke für die vielen Hinweise, hier das Ergebnis.
Es sind Leiterplattenschwellen geworden, vier Stück je Kopfstück, 1,5 mm Material, mit Zweikomponentenkleber direkt aufs Multiplex geklebt, wie Micha geraten hat. Die Kupferfläche habe ich in der Mitte mit zwei Feilstrichen aufgetrennt und jede Schwelle einzeln mit dem Durchgangsprüfer kontrolliert. Willi, die Warnung war nicht umsonst: Bei einer war noch ein hauchdünner Kupfersteg stehen geblieben.
Schienen verzinnt und aufgelötet, bündig getrennt, Innenkanten nach Rainers Rat gebrochen. Testwagen rollt in beide Richtungen ohne spürbaren Stoß über den Übergang zum Nachbarmodul.
Gruß, Andreas
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