Sounddecoder in die BR 50: welcher Lautsprecher passt in den Tender?

23.08.2026 12:07
#1
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Glück auf zusammen,

meine BR 50 soll endlich Krach machen. Der Sounddecoder liegt bereit, die Lok hat eine 21-polige Schnittstelle im Tender, das ist also Stecksache. Offen ist der Lautsprecher. Im Kastentender habe ich unter der Kohle ungefähr 42 mm Länge, 22 mm Breite und 12 mm Höhe frei, wenn ich das Ballastgewicht herausnehme.

Fragen:

  • Lieber ein großer rechteckiger Lautsprecher oder einer dieser kleinen Würfel mit Schallkapsel?
  • Wohin soll der Schall austreten, nach unten durch den Tenderboden oder nach oben durch die Kohle?
  • Worauf muss ich bei der Impedanz achten?


Bei der Museumsbahn weiß ich, wie eine 50er klingen muss. Blechdosen-Sound kommt mir nicht auf die Anlage.

Holger

Epoche II/III · Zweileiter DCC · Ruhrgebiet im Modell


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23.08.2026 23:02
#2
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Hallo Holger,

zur Impedanz zuerst, weil man da etwas kaputt machen kann: In der Decoderanleitung steht, welche Last der Verstärker verträgt, meistens 4 bis 8 Ohm. Nie darunter gehen. Zwei 8-Ohm-Lautsprecher parallel ergeben 4 Ohm, zwei 4-Ohm-Lautsprecher in Reihe 8 Ohm, falls du kombinieren willst.

Zur Bauform: Entscheidend ist weniger die Membranfläche als ein dichtes Volumen dahinter. Ein Lautsprecher ohne Schallkapsel klingt immer dünn, weil sich der Schall von Vorder- und Rückseite gegenseitig auslöscht. Bei deinen Maßen würde ich einen rechteckigen 20 x 40 mm mit möglichst hoher Kapsel nehmen. Die 12 mm Höhe sind dafür gut.

Gruß, Dirk

CV 29 ist kein Hexenwerk.


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24.08.2026 00:00
#3
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Zum Ballast: Nimm das Gewicht nicht ersatzlos heraus. Der Tender hat bei vielen Modellen Stromabnahme, und ein zu leichter Tender nimmt schlechter Strom auf. Ich säge aus dem Gewicht nur so viel heraus, wie der Lautsprecher braucht, und klebe den Rest wieder ein.

Schallaustritt: nach unten, wenn im Boden Öffnungen sind oder du welche bohren kannst. Sechs bis acht Löcher mit 2 mm zwischen den Drehgestellen sieht später niemand. Nach oben durch eine geschlossene Kohleattrappe klingt es dumpf.

Gruß, Rainer

Erst reinigen, dann ölen – aber sparsam.


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24.08.2026 00:29
#4
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Vom Nietenzähler der Hinweis zum Vorbild: Die 50er ist eine Zweizylinderlok, das heißt vier Auspuffschläge pro Radumdrehung. Bitte unbedingt einstellen, sonst rennt der Sound den Rädern davon oder hinkt hinterher. Bei einer Dreizylinderlok wie der 44 wären es sechs.

Zum Prüfen eine Kuppelstange mit einem winzigen Farbpunkt markieren, im Kriechgang fahren und mitzählen. Den Punkt kann man danach wieder abwischen. Oder dranlassen und behaupten, es sei Öl.

Jürgen

Niete gezählt, Welt in Ordnung.


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24.08.2026 15:21
#5
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Dem kann ich nur zustimmen. Am Auspuffschlag hat man früher gehört, wie die Lok arbeitet, ob sauber gefahren wird und ob die Steuerung stimmt. Vier Schläge je Umdrehung, schön gleichmäßig, dann war alles in Ordnung. Wenn der Sound im Modell nicht zu den Rädern passt, merkt das auch jemand, der nie auf einer Lok gestanden hat. Er weiß nur nicht, was ihn stört.

Karl

H0e und H0m · Harzer Schmalspur seit Jahrzehnten


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24.08.2026 21:10
#6
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Kleiner Praxistipp zur Schallkapsel: wirklich rundum abdichten. Ich nehme dafür einen dauerelastischen Bastelkleber, der nicht ausgast, und ziehe eine dünne Raupe um den Rand. Sekundenkleber direkt am Lautsprecher lieber nicht, die Dämpfe schlagen sich gern als weißer Schleier nieder, und wenn etwas davon an die Membran kommt, ist sie steif.

Und die Kohle kannst du nach dem Umbau gleich mit echter, fein gesiebter Kohle neu aufbauen, wenn du schon dabei bist. :)

LG Lisa

Patina statt Plastikglanz.


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25.08.2026 00:01
#7
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Zwischenstand: Rechteckiger Lautsprecher 20 x 40 mit 8 Ohm ist drin, Kapsel mit Lisas Methode abgedichtet. Vom Gewicht habe ich nach Rainers Rat nur ein Fenster herausgesägt. Acht Löcher mit 2 mm im Tenderboden.

Der Klang ist richtig satt geworden, kein Vergleich zu dem, was ich aus der Hand ohne Kapsel gehört hatte. Nur die Auspuffschläge passen noch nicht, die Lok macht bei Fahrstufe 1 ungefähr sechs Schläge pro Umdrehung.

Epoche II/III · Zweileiter DCC · Ruhrgebiet im Modell


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25.08.2026 08:02
#8
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Dafür gibt es bei Sounddecodern ohne Radsensor eine CV, die den Abstand der Dampfstöße bei langsamer Fahrt festlegt, und meist eine zweite für die Anpassung bei höherem Tempo. Die Nummern sind herstellerabhängig, schau in der Anleitung unter „Dampfstoß“ oder „Radsynchronisation“.

Vorgehen: Fahrstufe 1, Wert der ersten CV erhöhen, bis es genau vier Schläge pro Umdrehung sind. Danach bei mittlerer Geschwindigkeit mit der zweiten CV nachziehen. Und vorher CV 2 und CV 5 festlegen, sonst fängst du von vorn an.

CV 29 ist kein Hexenwerk.


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25.08.2026 11:20
#9
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Vier Schläge, sauber auf die Kuppelstange. Jürgens Farbpunkt bleibt dran, ist ab sofort Öl. :D

Danke an alle, die 50er zieht jetzt hörbar ihren Kohlenzug über die Zechenbahn.

Glück auf, Holger

Epoche II/III · Zweileiter DCC · Ruhrgebiet im Modell


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