Drei Stunden Kurzschluss gesucht … eure schönsten Pannen

02.09.2026 10:04
#1
avatar

Glück auf zusammen,

nach dem gestrigen Abend brauche ich Trost. Ich habe drei Stunden lang einen Kurzschluss gesucht. Die Zentrale schaltete ab, sobald ich die Gleisspannung eingeschaltet habe. Alle Loks runter, alle Wagen runter, Weichen einzeln abgeklemmt, Booster getauscht. Nichts.

Um halb zwölf habe ich ihn gefunden: Im Tunnel lag quer über beiden Schienen der Schraubendreher, mit dem ich nachmittags eine Gleisschraube nachgezogen hatte.

Erzählt mir bitte, dass ich nicht der Einzige bin. Was waren eure schönsten Pannen?

Holger

Epoche II/III · Zweileiter DCC · Ruhrgebiet im Modell


 Antworten

 Beitrag melden
02.09.2026 11:25
#2
avatar

Servus Holger,

du bist nicht allein. Ich hab einmal eine ganze Wiese begrast, elektrostatisch, wunderschön, 60 mal 40 Zentimeter. Dann hat's an der Tür geklingelt, ich hab mich umgedreht und mit dem Ellbogen die offene Leimflasche umgestoßen. Der Leim ist langsam, aber zielstrebig quer über die Wiese gelaufen.

Ich hab dann einen Bach draus gemacht. Der war nie geplant, ist aber heute das meistgelobte Stück der Anlage.

Servus, Hans

Schotter, Gras und Farbe – der Rest ist Geduld.


 Antworten

 Beitrag melden
02.09.2026 22:19
#3
avatar

Hallo Holger,

mein Klassiker: Ich wollte einer einzelnen Lok eine neue Adresse geben und habe übersehen, dass mein Umschalter noch die ganze Anlage auf den Programmierausgang gelegt hatte. Danach hatten alle elf Loks auf der Anlage die Adresse 23.

Beim nächsten Fahrbefehl sind elf Loks gleichzeitig losgefahren, in alle Richtungen. Das Geräusch vergesse ich nie.

Seitdem hängt über meinem Programmiergleis ein Zettel: "Wirklich nur EINE Lok?"

Dirk

CV 29 ist kein Hexenwerk.


 Antworten

 Beitrag melden
03.09.2026 08:16
#4
avatar

Lieber Holger,

meine Panne hat vier Beine. Unser Kater hat eines Abends beschlossen, dass der Landbahnhof ein hervorragender Schlafplatz ist – ich hatte die Schiebescheibe offen gelassen. Ich kam in den Raum und sah ihn quer über Gleis 1 und 2 liegen, den Kopf auf dem Empfangsgebäude, die Köf zwischen den Vorderpfoten wie eine erlegte Maus.

Schaden: ein abgeknickter Telegrafenmast und drei Bahnsteigfiguren, die bis heute vermisst werden. Ich vermute sie im Kater.

Herzliche Grüße
Karin

Kleinloks und Nebenbahn-Idylle


 Antworten

 Beitrag melden
04.09.2026 07:17
#5
avatar

Moin,

ich habe einmal für einen Bekannten eine Schlepptenderlok komplett zerlegt, gereinigt, geölt und wieder zusammengebaut. Sie lief wie ein Uhrwerk. Auf der Werkbank lagen danach noch eine Schraube, eine Feder und eine Unterlegscheibe.

Ich habe die Lok dreimal wieder geöffnet und nichts gefunden, wo etwas fehlt. Zwei Wochen später fiel mir ein, dass die Teile von der Lok davor stammten – und die war längst wieder bei ihrem Besitzer. Der Anruf war mir sehr unangenehm. Die Lok lief übrigens auch ohne die drei Teile einwandfrei, was mir bis heute zu denken gibt.

Seitdem gibt es für jeden Patienten eine eigene Schale mit Namenszettel.

Rainer

Erst reinigen, dann ölen – aber sparsam.


 Antworten

 Beitrag melden
05.09.2026 11:46
#6
avatar

Hi,

3D-Druck-Panne gefällig? Ich habe ein Stellwerk konstruiert, schön mit Fensterrahmen und Dachrinnen, und über Nacht drucken lassen. Morgens lag auf der Druckplatte ein Krümel. Unter der Lupe: eindeutig ein Stellwerk.

Ich hatte den Maßstab zweimal angewendet, erst im CAD auf 1:87 verkleinert und dann im Druckprogramm noch einmal. Das Ergebnis hat also ungefähr den Maßstab 1:7500.

Es steht jetzt in meinem Bastelzimmer-Diorama auf dem Schreibtisch des Modellbahners. Als Modell eines Modells.

Nils

Druckt, was es nicht zu kaufen gibt.


 Antworten

 Beitrag melden
05.09.2026 19:09
#7
avatar

Hallo zusammen,

bei mir war es die Software. Ich hatte die Fahrstraßen für meinen Schattenbahnhof neu angelegt und stolz den Automatikbetrieb gestartet. Der erste Zug fuhr ein und hielt punktgenau, wunderbar. Der zweite fuhr ins selbe Gleis. Der dritte auch.

Ich hatte bei allen fünf Gleisen denselben Rückmeldekontakt eingetragen – Kopieren und Einfügen. Für die Software war also immer nur Gleis 1 belegt oder frei. Zum Glück fahre ich im Schattenbahnhof langsam, es blieb bei einem sanften Aufrücken.

Seitdem teste ich neue Fahrstraßen erst mit einer einzelnen Lok ohne Wagen.

Viele Grüße
Susanne

Signale, Blöcke, Fahrstraßen – am liebsten am PC gestellt


 Antworten

 Beitrag melden
05.09.2026 23:54
#8
avatar

Meine peinlichste Panne war öffentlich. Ich habe bei einem Stammtisch zehn Minuten lang erklärt, warum die Beschriftung an einem mitgebrachten Güterwagen nicht zur Epoche passt – Anschriftenfeld, Revisionsdatum, alles. Großer Vortrag.

Dann hat der Besitzer den Wagen umgedreht. Auf der anderen Seite stand die richtige Beschriftung. Er hatte eine Seite absichtlich für eine andere Epoche beschriftet, um den Wagen je nach Fahrtag wenden zu können.

Ich habe an dem Abend die Runde bezahlt.

Jürgen

Niete gezählt, Welt in Ordnung.


 Antworten

 Beitrag melden
06.09.2026 00:48
#9
avatar

Okay, dann traue ich mich auch: Ich habe letzte Woche zum ersten Mal Gleise eingeschottert, nach Anleitung hier aus dem Forum. Vorgenässt, Leim drauf, alles sauber. Was ich nicht bedacht hatte: die Weiche. Am nächsten Morgen waren die Zungen bombenfest verklebt, und zwar in Stellung Abzweig.

Mein Oval war für zwei Tage eine Sackgasse. Mit warmem Wasser, einem Zahnstocher und viel Geduld habe ich sie wieder freibekommen.

Ben

Anfänger mit großen Plänen


 Antworten

 Beitrag melden
06.09.2026 09:06
#10
avatar

Ben, das ist ein Initiationsritus, den hat hier jeder hinter sich.

Meine Panne: Ich habe einem Bekannten stolz mein neues Ausfahrsignal vorgeführt, selbst gebaut, mit weichem Überblenden. Bei Dunkelheit sah es prächtig aus. Bis er fragte, warum bei "Fahrt" Rot und Grün gleichzeitig leuchten. Ich hatte beim Test im Hellen nicht bemerkt, dass ein Transistor durchlegiert war und die rote LED dauerhaft mit halber Helligkeit mitlief.

Rot hieß bei mir also eine Woche lang gar nichts.

Andreas

Rot heißt Halt – auch im Hobbykeller.


 Antworten

 Beitrag melden
06.09.2026 09:41
#11
avatar

Moin,

kurz und schmerzhaft: Hafenbahn, Kaikante, 1,10 Meter über dem Kellerboden. Ich schiebe eine Wagengruppe ans Gleisende, schaue auf die Wagenkarte statt aufs Gleis – und der Prellbock war noch nicht festgeklebt.

Drei Wagen über die Kante. Zwei habe ich gefangen. Vorbildgerecht wäre gewesen, wenn sie wenigstens ins Hafenbecken gefallen wären.

Stefan

Hafenbahn in H0 · Epoche V/VI


 Antworten

 Beitrag melden
06.09.2026 10:36
#12
avatar

Ich danke euch, mir geht es deutlich besser. :D

Elf Loks auf Adresse 23, ein Stellwerk im Maßstab 1:7500 und ein Kater mit Köf als Beute – dagegen ist mein Schraubendreher im Tunnel ja fast seriös.

Der Schraubendreher hat jetzt übrigens einen knallroten Griff und einen festen Haken an der Anlagenkante. Und vor dem Einschalten wird ab sofort in jeden Tunnel geleuchtet.

Holger

Epoche II/III · Zweileiter DCC · Ruhrgebiet im Modell


 Antworten

 Beitrag melden
Bereits Mitglied?
Jetzt anmelden!
Mitglied werden?
Jetzt registrieren!