BR 50 mit Kabinentender: Erfahrungsbericht nach den ersten Betriebsstunden

23.09.2026 19:09
#1
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Hallo zusammen,

seit vier Wochen steht eine 50er mit Kabinentender auf meinem Programmiergleis – und inzwischen meistens auf der Strecke. Zeit für einen kleinen Bericht.

Zum Vorbild: Die Bundesbahn hat ab Ende der Fünfziger mehrere hundert Tender der Baureihe 50 mit einer Kabine für den Zugführer ausgerüstet, um den Packwagen im Güterzug einzusparen. Für Güterzüge der späten Epoche III also das perfekte Zugpferd.

Zum Modell: Gestänge fein, Kesselleitungen freistehend, Beschriftung auch unter der Lupe lesbar. Die Kabine hat sogar eine angedeutete Inneneinrichtung. Laufeigenschaften: Schrittgeschwindigkeit ohne Ruckeln, umgerechnet etwa 80 km/h Spitze, das passt zum Vorbild. Zugkraft: 30 zweiachsige Wagen in der Ebene.

Mein einziger Wunsch wäre ein noch engerer Lok-Tender-Abstand gewesen, aber der lässt sich einstellen.

Gruß, Jürgen

Niete gezählt, Welt in Ordnung.


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25.09.2026 08:51
#2
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Glück auf Jürgen,

schöner Bericht! Die 50 Kab war im Ruhrgebiet Alltag vor Kohle- und Erzzügen, bei mir stehen zwei davon im Schuppen. Kann deine Eindrücke bestätigen. 30 Wagen in der Ebene schaffen meine auch, auf meiner Zechenrampe mit 2 % sind es noch gut 18.

Wie hast du den Lok-Tender-Abstand verstellt? Bei mir hat die Deichsel zwei Rastpositionen, und in der engen komme ich nicht mehr durch meinen kleinsten Radius im Schattenbahnhof.

Epoche II/III · Zweileiter DCC · Ruhrgebiet im Modell


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26.09.2026 10:41
#3
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Genau so, zwei Positionen. Die enge Stellung funktioniert bei mir ab etwa 550 mm Radius, darunter stoßen Führerhausrückwand und Tender in der Kurve zusammen. Da meine Strecke nirgends enger ist, bleibt es bei der kurzen Kupplung. Für deinen Schattenbahnhof wirst du bei der weiten Stellung bleiben müssen – oder du spendierst den Abstellgleisen größere Radien. ;)

Niete gezählt, Welt in Ordnung.


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26.09.2026 11:32
#4
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Zur Laufkultur: Gebt neuen Dampfloks mit Gestänge wirklich die Einfahrzeit. Ich sehe in der Werkstatt immer wieder Maschinen, die angeblich ab Werk ruckeln, und nach einer Stunde Einfahren in beide Richtungen ist das Ruckeln weg. Das Gestänge hat anfangs einfach etwas mehr Reibung.

Nach etwa 20 Betriebsstunden einen winzigen Tropfen Öl an die Kuppelstangenlager, Menge: was an einer Nadelspitze hängen bleibt. Mehr nicht.

Erst reinigen, dann ölen – aber sparsam.


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26.09.2026 12:03
#5
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Jürgen, bleibt sie so sauber? Eine 50er im Güterzugdienst war alles, nur nicht glänzend schwarz. Schon mit drei Farbtönen ist viel gewonnen: ein sehr dünner Schleier Graubraun über Fahrwerk und Tender, etwas Rostton an Bremsklötzen und Federpaketen, dazu Kalkspuren unterhalb der Ventile und des Speisedoms. Die Kabine am Tender bekommt Kohlenstaub ab, da darf es dunkler werden.

Wenn du magst, schreibe ich dir die Mischung auf, die ich bei meinen Reichsbahn-50ern verwende.

LG Lisa

Patina statt Plastikglanz.


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26.09.2026 16:03
#6
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Lisa, das Angebot nehme ich gern an. Bisher habe ich mich nicht getraut, an eine fabrikneue Lok mit Farbe heranzugehen – aber du hast recht, so blank geputzt ist sie höchstens am Tag der Abnahme gefahren. Und selbst da würde ich nicht drauf wetten.

Gruß, Jürgen

Niete gezählt, Welt in Ordnung.


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