Analog oder digital – wie fahrt ihr?
Umfrage: Wie steuert ihr eure Anlage?
#1
Hallo zusammen,
keine Sorge, das wird kein Glaubenskrieg – mich interessiert einfach die Verteilung. Oben die Umfrage, hier Platz für Begründungen.
Dass ich digital fahre, überrascht niemanden: DCC, Zentrale mit zwei Boostern, Rückmeldung über Stromfühler. Was mich daran reizt, ist weniger das gleichzeitige Fahren mehrerer Loks als die Feinabstimmung. Lastregelung, Anfahrverzögerung, Bremswege, Funktionsmapping – jede Lok bekommt ihren eigenen Charakter.
Ich weiß aber, dass es gute Gründe für Analog gibt, und die würde ich gern hören.
Dirk
#2
Guten Abend Dirk,
ich fahre rein analog und werde es bleiben. Meine Lokomotiven sind zum Teil über sechzig Jahre alt; ihre Motoren und Umschalter sind für den Betrieb am Trafo gebaut und sollen im Originalzustand bleiben. Einen Decoder einzubauen hieße, Kabel zu kappen und Teile zu entfernen, die seit Jahrzehnten an ihrem Platz sind. Für einen Sammler ist das, als würde man in ein altes Röhrenradio einen Funklautsprecher einbauen.
Außerdem gestehe ich: Das Brummen des Trafos und das Klacken des Umschalters gehören für mich zum Fahrerlebnis.
Mit Sammlergruß
Erwin
#3
Tach zusammen,
ich habe 30 Jahre analog gefahren, mit Blockstellen, Trennstellen und einem Schaltpult, das aussah wie das Cockpit eines Verkehrsflugzeugs. Vor zwölf Jahren kam der Umstieg, erst mit zwei Loks zum Probieren, dann nach und nach der Rest.
Was ich gewonnen habe: Die Verdrahtung ist fast lächerlich einfach geworden, zwei Adern Ringleitung und alle zwei Meter einspeisen. Was ich verloren habe: nichts, außer etwa 400 Metern Kabel, die ich beim Rückbau aus der Anlage gezogen habe.
Die alten Trafos versorgen jetzt Beleuchtung und Weichen.
Gruß, Willi
#4
Hi Dirk,
ich habe "Rein analog" angeklickt, aber nur, weil in Opas Startpackung eben ein Trafo mit Drehknopf war. Der Decoder für die erste Lok ist in Planung.
Anfängerfrage dazu: Kann ich während der Umstellung beides mischen, also die digitale Lok auch mal mit dem alten Trafo fahren? Und umgekehrt – darf die analoge Lok aufs digitale Gleis?
Ben
#5
Moin,
ich habe "Akku und Funk" angekreuzt und fühle mich damit ein bisschen exotisch. Im Garten ist das aber die sorgloseste Lösung: kein Strom auf den Schienen, also egal, ob die Gleise oxidiert, nass oder voller Blütenstaub sind. Der Akku sitzt im Tender oder in einem Güterwagen hinter der Lok, eine Ladung reicht für zwei bis drei Stunden Fahrbetrieb.
Gesteuert wird mit einem Handsender, mit dem ich neben dem Zug hergehen kann. Mehr Lokführergefühl geht nicht – höchstens mit Echtdampf, aber das ist dann nochmal eine andere Art von analog. :)
Gerd
#6
Hallo Ben,
deine Frage beantworte ich gern, denn an der Stelle passieren die meisten Missgeschicke.
Digitale Lok am alten Trafo: Viele Decoder erkennen Analogbetrieb selbst und fahren dann wie früher, sofern die Funktion aktiviert ist (bei DCC-Decodern Bit 2 in CV 29). Bei sehr alten Trafos wäre ich aber vorsichtig, deren Spannungsspitzen können einem Decoder schaden.
Analoge Lok auf digitalem Gleis: bitte nicht. Am Gleis liegt dauerhaft die volle Digitalspannung an, der Motor steht brummend unter Strom und wird heiß.
Meine Empfehlung: nicht mischen, sondern einen klaren Schnitt machen. Das alte Oval mit Trafo für die analogen Loks liegen lassen, das neue Gleis mit Zentrale daneben. Ich selbst fahre digital mit PC-Steuerung, aber das ist ein späterer Schritt.
Viele Grüße
Susanne
#7
Hallo zusammen,
in der Schul-AG fahren wir bewusst beides. Die Anfänger beginnen analog: ein Trafo, ein Stromkreis, eine Lok. Daran lässt sich wunderbar zeigen, was Spannung, Polarität und ein Kurzschluss sind – die Lok fährt rückwärts, wenn man die Anschlüsse tauscht, das versteht jeder Siebtklässler sofort.
Die Fortgeschrittenen bekommen die digitale Anlage und lernen, dass dort Information und Energie über dieselben zwei Schienen laufen. Das ist für viele der Moment, in dem es Klick macht.
Privat fahre ich DCC. Aber didaktisch ist der Drehknopf unschlagbar.
Beste Grüße
Thorsten
#8
Moin,
aus der Reparaturecke: Mir ist egal, wie eine Lok angesteuert wird, solange die Mechanik stimmt. Viele "Decoderprobleme", die bei mir landen, sind in Wahrheit verharzte Getriebe, verschmutzte Radschleifer oder abgenutzte Kohlen. Eine Lok, die analog nicht sauber läuft, läuft digital auch nicht besser – der Decoder regelt dann nur gegen den Widerstand an und wird warm.
Deshalb mein Rat vor jeder Digitalisierung: erst reinigen, ölen, Stromaufnahme messen. Dann den Decoder einbauen.
Rainer
#9
Danke, das ist genau die sachliche Runde, die ich mir erhofft hatte.
Erwins Argument mit dem Originalzustand kann ich gut nachvollziehen – ich würde auch keinen sechzig Jahre alten Motor umbauen. Und Rainers Hinweis kann man nicht oft genug wiederholen: Lastregelung ist kein Ersatz für Wartung.
Ben, noch eine Ergänzung zu Susannes Antwort: Wenn dein Decoder eingebaut ist, lies als Erstes CV 29 aus und schreib dir den Wert auf. Falls du später etwas verstellst, hast du einen Punkt, zu dem du zurückkannst.
Dirk
- Rund ums Forum
- Neuigkeiten & Ankündigungen
- Fragen & Anregungen zum Forum
- Vorstellungsrunde
- Anlagen & Projekte
- Meine Anlage
- Module & Segmente
- Dioramen & Kleinstanlagen
- Modellbahn nach Spurweiten
- Einsteigerfragen
- Spur H0
- Spur N, TT & Z
- Große Spuren & Gartenbahn
- Technik & Digital
- Digitalsteuerung & Decoder
- Elektrik & Elektronik
- Software & Automatisierung
- Umbauten, Eigenbau & 3D-Druck
- Planung & Bau
- Gleispläne & Anlagenplanung
- Landschaft & Gebäude
- Werkzeug & Material
- Vorbild & Fotografie
- Die große Bahn
- Eisenbahnfotografie
- Bücher, Filme & Links
- Treffpunkt
- Stammtische & Termine
- Plauderecke
- Umfragen
- Suche & Biete
- English Corner
- Welcome to our Forum
Ähnliche Themen
Jetzt anmelden!
Jetzt registrieren!