Rundkurs oder Punkt-zu-Punkt?
Umfrage: Welches Streckenkonzept hat eure Anlage?
#1
Hallo zusammen,
eine Grundsatzfrage, die bei jeder Planung als Erstes kommen sollte und oft als Letztes bedacht wird: Fahren eure Züge im Kreis, oder fahren sie von A nach B?
Ich plane seit Jahren Anlagen für mich und für Bekannte und sehe immer wieder dasselbe Muster. Der Rundkurs wird gewählt, weil man Züge fahren sehen will, und nach einem Jahr wird er langweilig, weil derselbe Zug alle 40 Sekunden vorbeikommt. Punkt-zu-Punkt klingt nach echtem Betrieb, aber dann fehlt der Platz für einen zweiten Bahnhof, oder man hat keine Lust, an jedem Ende die Lok umzusetzen.
Meine eigene Lösung ist der Hundeknochen: zwei Wendeschleifen im Verborgenen, dazwischen eine scheinbar zweigleisige Strecke mit einem Durchgangsbahnhof. Züge verschwinden in die eine Richtung und kommen irgendwann aus derselben Richtung zurück – wie beim Vorbild.
Wie habt ihr euch entschieden, und würdet ihr es wieder so machen?
Tom
#2
Tach Tom,
Rundkurs, und ich stehe dazu. Zwei Ovale ineinander, im verdeckten Teil ein Schattenbahnhof mit fünf Gleisen. Damit kommt eben nicht alle 40 Sekunden derselbe Zug, sondern alle paar Minuten ein anderer, und ich kann mich mit dem Kaffee hinsetzen und zusehen.
Ich würde es wieder so machen, mit einer Änderung: Den Schattenbahnhof würde ich heute nicht mehr unter den Berg legen, sondern offen hinter die Kulisse. 35 cm lichte Höhe sind für meine Hände zu wenig, und für meine Knie erst recht.
Gruß, Willi
#3
Moin,
reine Rangieranlage, 3,20 m x 50 cm, keine Strecke. Die Züge kommen aus einem Fiddleyard hinter der Lagerhalle und verschwinden dort wieder. Dazwischen liegen acht Ladestellen, und eine Betriebssession mit zwölf Wagen dauert anderthalb Stunden.
Wer sagt, ohne Rundkurs sei es langweilig, hat noch nie versucht, einen Kesselwagen an die Tankstelle zu stellen, wenn davor zwei Wagen stehen, die woandershin müssen.
Stefan
#4
Hallo Tom,
Punkt-zu-Punkt, erst notgedrungen und inzwischen aus Überzeugung. Auf einem Regal von 35 cm Tiefe bekomme ich auch in Spur N keine Wendeschleife unter, selbst der engste Radius braucht rund 40 cm Breite. Also: Bahnhof links, Strecke mit Brücke in der Mitte, rechts ein dreigleisiger Abstellbahnhof hinter einer Felskulisse.
Was ich unterschätzt hatte, ist das Umsetzen der Lok. Ich habe deshalb überwiegend Wendezüge und Triebwagen im Einsatz, die fahren einfach zurück. Vorbildgerecht ist das für meine Epoche ohnehin.
Viele Grüße
Nadine
#5
Hallo Tom,
ich habe "Module" angekreuzt und damit beides: Zu Hause stehen drei Module an der Wand, mit je einem kurzen Abstellbrett an den Enden, also Punkt-zu-Punkt in bescheiden. Auf den Treffen wird daraus eine Strecke von 30 bis 40 Metern mit mehreren Bahnhöfen, und ein Zug ist eine Viertelstunde unterwegs, bis er ankommt.
Das ist für mich der Reiz: Die Anlage ist nie dieselbe. Mal steht mein Bahnhof neben einer Brücke, mal neben einem Anschluss, und der Fahrplan ist jedes Mal neu.
Micha
#6
Tach Tom,
aus beruflicher Sicht: Beim Vorbild gibt es keinen Kreis, also Punkt-zu-Punkt. Züge haben einen Anfang, ein Ziel und eine Aufgabe. Zu Hause habe ich einen eingleisigen Durchgangsbahnhof mit Abstellgleisen an beiden Enden und fahre nach Fahrplan mit Modelluhr.
Aber ich gebe zu, dass ich mir eine verdeckte Verbindungskurve eingebaut habe, über die ein Zug auch mal endlos kreisen kann. Die heißt bei mir "Besuchergleis" – wenn die Nichten und Neffen da sind, will keiner Zuglaufmeldungen hören.
Uwe
#7
Servus Tom,
Rundkurs mit Höhenunterschied: Unten der Bahnhof, dann geht's über eine Wendel mit zweieinhalb Windungen gut 24 cm nach oben auf die Bergstrecke mit dem Viadukt und über eine zweite Wendel wieder runter. Von vorn sieht man nur, dass der Zug im Tal abfährt und oben am Berg wieder auftaucht.
Ich würd's wieder so machen, aber die Wendeln größer. Mit 2,8 Prozent Steigung im Radius von 550 mm ist bei acht Wagen Schluss, und die Loks hört man arbeiten.
Servus, Martin
#8
Hallo Tom,
Hundeknochen wie bei dir, und zwar aus steuerungstechnischen Gründen. Für eine automatische Blocksicherung ist die Form ideal: Die Strecke ist in fünf Blöcke geteilt, in jeder Wendeschleife liegen drei Speichergleise, und die Software lässt immer nur dann einen Zug nachrücken, wenn der Block davor freigemeldet ist.
Ein Hinweis für alle, die das im Zweileitersystem planen: Der klassische Hundeknochen ist elektrisch ein zusammengedrücktes Oval und braucht keine Umpolung. Sobald man die Strecke aber eingleisig ausführt und an den Enden echte Kehrschleifen entstehen, braucht es ein Kehrschleifenmodul, und der isolierte Abschnitt muss länger sein als der längste Zug. Das wird in der Planung gern vergessen.
Viele Grüße
Susanne
#9
Danke für die vielen Einblicke – und für die Ehrlichkeit bei der Frage, was ihr anders machen würdet. Zwei Dinge ziehen sich durch: die Zugänglichkeit (Willis 35 cm, Martins Wendeln) und die Frage, was am Streckenende passiert (Nadines Wendezüge, Stefans Fiddleyard).
Zitat von Fahrdienstleiter_Uwe
Die heißt bei mir "Besuchergleis"
Uwe, den Begriff übernehme ich in meine Planungsgespräche. Ein Besuchergleis löst vermutlich mehr Familienkonflikte als jede Diskussion über Vorbildtreue.
Susannes Hinweis zur Kehrschleife unterschreibe ich: Trennstellen gehören in den Plan, bevor das erste Gleis liegt.
Tom
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