Mindestradius in H0: Was läuft auf 360 mm wirklich?

11.09.2026 17:22
#1
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Moin,

ich plane gerade eine kompakte Nebenbahn für mein Zimmer im Wohnheim und zeichne im CAD verschiedene Varianten. Dabei stoße ich immer wieder auf dieselbe Frage: Wie eng darf es werden?

Bei fast allen Fahrzeugen steht in der Anleitung „Mindestradius 360 mm“. Gleichzeitig lese ich, dass man das möglichst vermeiden soll. Was denn nun?

Konkret geht es um: kleine Tenderloks, eine V 100, Zweiachser und ein paar vierachsige Umbauwagen. Vielleicht später mal ein Triebwagen mit Drehgestellen.

Was fährt sicher, was sieht noch gut aus, und wo ist bei geschobenen Zügen Schluss?

Nils

Druckt, was es nicht zu kaufen gibt.


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11.09.2026 18:16
#2
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Hallo Nils,

du musst drei Dinge auseinanderhalten:

Fährt es? Auf 360 mm fährt fast alles, was dafür freigegeben ist. Ziehend problemlos.

Fährt es zuverlässig geschoben? Hier wird es kritisch. Lange Wagen drücken sich im engen Bogen gegenseitig aus dem Gleis, vor allem in S-Kurven ohne Zwischengerade. Zwischen zwei Gegenbögen immer mindestens eine Wagenlänge Gerade einplanen.

Sieht es gut aus? Ein 26,4-m-Wagen ist in H0 rund 30 cm lang. Auf 360 mm ragt er in der Mitte weit nach innen und an den Enden nach außen. Zweiachser und kurze Loks sehen dagegen ordentlich aus.

Faustregel: sichtbar ab 500 mm aufwärts, verdeckt 420 bis 440 mm, 360 mm nur im Notfall.

Tom

Erst planen, dann sägen.


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11.09.2026 18:48
#3
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Um die Sache einzuordnen, hier die Zahl, die keiner hören will: Beim Vorbild liegt der Mindestradius auf Nebenbahnen üblicherweise bei 180 m. Umgerechnet auf 1:87 sind das gut 2 m. Ein Anschlussgleis im Hafen oder Werksgelände darf auch mal 100 m haben, also 1,15 m im Modell.

So gesehen fahren wir alle Straßenbahn. Auch ich, bevor einer fragt. ;)

Gruß, Jürgen

Niete gezählt, Welt in Ordnung.


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11.09.2026 19:05
#4
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Hallo Nils,

für deine Nebenbahn würde ich mir nicht zu viele Sorgen machen. Eine Köf oder eine kleine Tenderlok mit drei Zweiachsern wirkt auch im engen Bogen stimmig, weil das Vorbild ja ebenfalls durch enge Anschlussgleise gekrochen ist. Kritisch sind nur die vierachsigen Umbauwagen. Ich habe meine durch die dreiachsigen ersetzt, die laufen bei mir tadellos durch den kleinen Radius und passen ohnehin besser zur Nebenbahn.

Und ein Tipp aus eigener Erfahrung: Wenn der enge Bogen hinter einem Wäldchen oder in einem Einschnitt liegt, fällt er kaum noch auf.

Herzliche Grüße, Karin

Kleinloks und Nebenbahn-Idylle


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12.09.2026 13:17
#5
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Servus Nils,

noch was Praktisches, falls du Radius und Steigung kombinierst: Im Bogen kostet dich der Radius Zugkraft. In meiner Wendel fahr ich deswegen innen 480 und außen 540 mm, enger würd ich es mit Steigung nicht mehr bauen. In der Ebene ist 360 mm kein Problem, in der Rampe schon.

Servus, Martin

Gebirgsanlage H0 · Epoche V · Viadukte im Bau


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12.09.2026 14:02
#6
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Danke, das ist genau die Differenzierung, die mir gefehlt hat. Ich habe umgeplant: Der sichtbare Bogen am linken Ende bekommt 500 mm, die Kehre hinten im verdeckten Teil 420 mm, und die 360er nehme ich nur noch für das Anschlussgleis zum Lagerhaus – da fährt eh nur die Kleinlok mit zwei Wagen.

Die Vierachser sind gestrichen, es werden Dreiachser. Die Zwischengerade in der S-Kurve ist eingezeichnet, 16 cm.

Jürgen: Die 2 m Radius plane ich dann fürs Eigenheim ein. :D

Nils

Druckt, was es nicht zu kaufen gibt.


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